Staatspreisträger für literarische Übersetzung bekanntgegeben

28. Dezember 2011, 14:14

Unterrichtsministerium würdigt Leopold Federmair und Ljubomir Iliev

Wien  - Die vom Unterrichtsministerium vergebenen Staatspreise für literarische Übersetzung 2011 gehen an Ljubomir Iliev aus Bulgarien und den österreichischen Übersetzer Leopold Federmair. Die Auszeichnungen werden im Rahmen eines Festakts im Rahmen der Veranstaltung "Translatio" am 1. Juli 2012 in Klagenfurt überreicht und sind mit je 8.000 Euro dotiert, teilte das Ministerium am Mittwoch in einer Aussendung mit.

Den Staatspreis für die Übersetzung fremdsprachiger Literatur ins Deutsche erkannte eine Fachjury Leopold Federmair zu, "weil er seit zwei Jahrzehnten Übersetzungen aus dem Französischen, Spanischen und Italienischen gestaltet, die, in kritischer Nähe und Distanz zu gängigen Strategien, dem deutschsprachigen Leser Kultur und Lebenswelt der Ausgangstexte so nahe bringen, dass sich ihm die Erfahrung des Lesers des Originals weitestgehend erschließt". Besonders hob die Jury hervor, dass Federmairs Stil einer "teilnehmenden" Übersetzung sich an Autoren unterschiedlicher Generationen und Stilrichtungen bewährt, darunter so wichtige Namen der Literaturgeschichte wie der Mexikaner Jose Emilio Pacheco, die Franzosen Michel Houellebecq, Michel Deguy und Francis Ponge, der Italiener Leonardo Sciascia sowie die Argentinier Ricardo Piglia und Rodolfo Walsh.

Der bulgarische Übersetzer Ljubomir Iliev erhält den Staatspreis für die Übersetzung österreichischer Literatur in eine Fremdsprache vor allem für die Übersetzungen von Robert Musils "Mann ohne Eigenschaften" (Sofia 2009) und Hermann Brochs "Tod des Vergil" (1985, Neuausgabe Sofia 2010). "Iliev erfüllt die translatorischen Herausforderungen beider Autoren auf brillante Weise: die lyrischen Traumvisionen in Brochs Vergil überträgt er ebenso meisterhaft ins Bulgarische wie die realistischen Schilderungen Brochs oder die philosophischen Essays in Musils 'Mann ohne Eigenschaften'; die kongenialen Übersetzungen werden zu Recht als 'bulgarischer Musil' und als 'bulgarischer Broch' bezeichnet", so die Jury.

Unterrichtsministerin Claudia Schmied ( bezeichnete in der Aussendung "hochwertige Übersetzungen" als "von zentraler Bedeutung, wenn es um die Vermittlung von Literatur geht. Authentisch verfasste Sprache ist der Schlüssel dazu, literarische Texte im Sinne des Verfassers zu lesen und im relevanten Zusammenhang einordnen zu können."  Neben den beiden Staatspreisen werden jährlich Prämien zwischen 800 und 2.200 Euro für besonders gelungene literarische Übersetzungen zuerkannt. In diesem Jahr wurden 40 Übersetzer bzw. Übersetzergruppen mit Prämien von insgesamt 61.600 Euro gewürdigt.  (APA)

Cooper the Bloom1
 
00
29.12.2011, 13:54
Gratuliere!

Federmair ist ja selbst Schriftsteller und deshalb ein hervorragender Übersetzer von Literatur aus romanischen Sprachen.

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