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Die Dohle ist "Vogel des Jahres 2012"

28. Dezember 2011, 13:34
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    foto: apa/nabu/f. derer

    Die Dohle ist "Vogel des Jahres 2012" - der früher weit verbreitete Steppenvogel ist in Österreich in vielen Regionen selten geworden.

Mit der Elsbeere wurde ein Laubbaum als "Baum des Jahres" gewählt - die Große Höhlenspinne wurde zweifach erkoren - und weitere Arten des Jahres ...

Wien - Alle Jahre wieder küren verschiedenste Organisationen Lebensräume und -arten zur "Natur des Jahres" - oft als Vorzeigeart für umfassende Probleme wie den Klimawandel oder Lebensraumverlust, oft auch, um auf eine bedrohte Art aufmerksam zu machen. Dabei werden viele Organismen für den gesamten deutschen Sprachraum gewählt, andere unterscheiden sich je nach vorherrschender Thematik zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz, wie der Naturschutzbund Österreich erklärt. Während etwa die Große Höhlenspinne europaweit 2012 als "Spinne des Jahres" gilt, kürt Österreich seine eigenen Bäume, Fische und Weichtiere des Jahres.

Elsbeere - Baum des Jahres

Mit der Elsbeere hat das österreichische Kuratorium Wald einen eher unbekannten Laubbaum zum "Baum des Jahres 2012" gekürt. Sie gehört zur Familie der Rosengewächse, wird bis zu 100 Jahre alt und erreicht eine Höhe von 20 bis 25 Metern. Ihre spiralförmig verteilten Blätter ähneln denen des Ahorns, ihre Früchte sind eiförmig bis rundlich und werden u.a. von Vögeln und Eichhörnchen verzehrt, so das Kuratorium in einer Aussendung. Von den Römern wurde sie einst als Heilmittel verwendet, heute ist sie beliebter Rohstoff für einen Edelbrand.

Die Kern-Vorkommen der Elsbeere sind in der Mittelsteiermark zu finden, "erstrecken sich aber auch über den südwestlichen Teil des Wienerwaldes". Lichtbaumarten wie der Elsbeere würden im heute allgemein üblichen "Hochwald" Licht, Platz und Wärme genommen, weswegen sie verstärkt zurückgedrängt wird.

Dohle - Vogel des Jahres

Hoch über den Bäumen fliegt die Dohle (Corvus monedula), die von BirdLife Österreich sowie deutschen Partnerorganisationen zum "Vogel des Jahres 2012" gekürt wurde. Der früher weit verbreitete Steppenvogel ist in Österreich in vielen Regionen selten geworden, es gibt geschätzte 3.600 bis 4.600 Brutpaare. "Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit an Dörfer und Städte findet sich die Dohle auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten", berichtet BirdLife. "Die Intensivierung der Landwirtschaft, die hohe Pestizidbelastung und fehlende Brutmöglichkeiten lassen die Bestände schwinden."

Die schwarz gefiederte Dohle mit den silber-blauen Augen ist ein Höhlen- und Nischenbrüter und nutzte einst Fels- und Lehmwände, aber auch Astlöcher und Schwarzspechthöhlen. Später hat sie sich in der menschlichen Nachbarschaft gut eingerichtet: Hohe Gebäude wie alte Kirchtürme oder Industriekamine boten vorzüglichen Unterschlupf sowie Weiden, Felder und Wiesen einen reich gedeckten Tisch mit Käfern, Heuschrecken, Würmern und Schnecken.

Huchen - Fisch des Jahres

Was die Neunaugen in Deutschland, ist der Huchen in Österreich: Das Familienmitglied der Lachsfische ist wegen der durch Kraftwerksprojekte wieder aufgeflammten Existenzgefährdung vom Österreichischen Fischereiverband zum "Fisch des Jahres 2012" ernannt worden. Der Huchen ist der größte Vertreter der Forellenartigen oder Salmoniden und besiedelt die Äschen- und Barbenregion der Flüsse im Donaugebiet, von Bayern bis zur Westukraine. Der Eurasische Huchen erreicht eine Länge von bis zu zwei Metern und ein Gewicht von 60 Kilogramm. Im Donauraum wurden laut Österreichischem Kuratorium für Fischerei (ÖKF) bereits Huchen mit mehr als 50 Kilogramm gefangen.

Flussmuschel - Weichtier des Jahres

Eine besondere Aufgabe erfüllt die Flussmuschel, vom Naturschutzbund Österreich zum "Weichtier 2012" ernannt: Aufgrund ihrer Sensibilität gegenüber Gewässerverunreinigungen eignet sich die "Unio crassus" nämlich als Bioindikator zur Prüfung der Wasserqualität. Durch ihre enge Bindung an Wirtsfische zeigt sie zudem Fischsterben bzw. Rückgänge in Wirtsfischbeständen an. Mit der Wahl "soll auf die Situation der vom Aussterben bedrohten Muschel sowie auf die Bedeutung sauberer Gewässer hingewiesen werden", so der Naturschutzbund.

Hirschkäfer - Insekt des Jahres

Auf das lange Leben und die Schönheit der Hirschkäfer (Lucanus cervus), "aber auch ihre Bedrohung" will man mit der Wahl des größten mitteleuropäischen Käfers zum "Insekt des Jahres 2012" hinweisen. Sie schwärmen von Mitte Juni bis Ende Juli an lauen Abenden mit lauten Brummgeräuschen in Laubwäldern herum und lieben besonders alte Eichen. Der überaus seltene Käfer ist geschützt, in den letzten 100 Jahren fand er hierzulande jedoch "immer weniger geeignete Brutsubstrate und Saftleckstellen", berichtet der Naturschutzbund Österreich. "Die Ursachen liegen in der Intensivierung der Forstwirtschaft, bei der kein morsches Holz im Boden zurückbleibt. Daher kann man den Hirschkäfer nur selten finden, in manchen Gebieten ist er völlig verschwunden."

Große Höhlenspinne - Höhlentier und Spinne des Jahres

Zu zweifacher Ehre kommt 2012 die Große Höhlenspinne: Sie ist gleichzeitig Höhlentier sowie Europäische Spinne des Jahres. Die geografisch weit verbreitete "Meta menardi" ist in Mitteleuropa zumeist im Bergland zu finden, besonders häufig in großen Karstgebieten, erläutert Christoph Hörweg vom Naturhistorischen Museum Wien (NHM). Aufgrund ihrer Größe - die Weibchen messen bis zu 17 Millimeter - ist sie eine der auffälligsten Höhlenbewohner in unseren Breiten. Sie lebt ganzjährig in Naturhöhlen, Bergwerksstollen und Felsenkellern und erbeutet vorwiegend Asseln, Käfer, Tausendfüßer, überwinternde Schmetterlinge und nicht selten auch Schnecken. Anders als die meisten einheimischen Spinnen, die ein Jahr leben, erreicht die "Meta menardi" ein Alter von zwei bis drei Jahren, so Hörweg.

Niedermoore - Boden des Jahres

Die Niedermoore, "Boden des Jahres 2012", gelten als "Nieren der Landschaft" und gewinnen gerade in Zeiten des Klimawandels an Bedeutung, können sie neben Wasser doch auch Kohlendioxid speichern. "Moore umfassen drei Prozent des globalen Festlandes, speichern aber 20 bis 30 Prozent der gesamten Kohlenstoffvorräte aller Böden", klärt das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) auf. "Das entspricht 40 bis 60 Prozent des CO2-Gehaltes der gesamten Atmosphäre." Jahrzehntelange Trockenlegungen und intensive landwirtschaftliche Nutzung haben die obere Bodenschicht jedoch geschädigt, laut Umweltschutzorganisation WWF ist in Österreich nur noch ein Drittel der Niedermoore intakt.

Gemüse, Pflanzen und Lurch des Jahres

Weder um neu entdeckte noch gefährdete Arten geht es bei der Gemüsevielfalt, bei der gleich zwei Jahre lang der Pastinak im Mittelpunkt steht: Das Wurzelgemüse wurde vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) zum Gemüse der Jahre 2011 und 2012 gekürt. Durch ihr Aroma und ihre Süße sei sie "eine wertvolle Bereicherung für den Speisezettel", so der Verein, der die Gemüseart vor 25 Jahren zu seinem Logo auserkoren hatte. Mit der Ernennung des Gemüses des Jahres wolle man "nicht nur zur Rekultivierung alter Sorten sondern auch Anregungen für eine kreative Nutzung in der Küche geben".

Im folgenden weitere bereits bekannte Arten der "Natur des Jahres 2012" im deutschen Sprachraum:

  • Heilpflanze des Jahres: Koloquinte
  • Orchidee des Jahres: Bleiche Knabenkraut
  • Staude des Jahres: Knöterich
  • Moos des Jahres: Grünes Koboldmoos
  • Arzneipflanze des Jahres: Süßholzwurzel
  • Lurch des Jahres: Erdkröte
  • Blume des Jahres: Heidenelke.

(APA)

Kommentar posten
13 Postings
hurdy gurdy
00
Hirschkäfer Insekt des Jahres??

Schweinerei, da hat jemand geschoben.

Für mich war es der Juchtenkäfer!

Manfred Regall1
 
00
29.12.2011, 16:19
Die Dohle - Vogel des Jahres 2012

Es freut mich zu erfahren, daß die Dohle ein besonderer Vogel ist, und dass die Naturwissenschaft diesen hiermit wertschätzt und ihm vor dem drohenden Aussterben bewahren hilft!

luquas
00
29.12.2011, 12:03

Des is a "Daah" :)

Raphael Hythlodeus
05
29.12.2011, 01:32
"Lurch des Jahres"? ...sollte mal wieder staubsaugen...

Nescobar Aloplop
00
29.12.2011, 00:26

dazu fällt mir nur folgendes ein:
http://www.youtube.com/watch?v=EISrWXeyWe8

Bustardo
10
28.12.2011, 23:40

Lecker sieht der nicht aus. Ist ja gar nichts dran an so einer Dohle.

nintendere
 
10
28.12.2011, 22:39
Boden des Jahres?

http://goo.gl/qplRB

dove, the band of love
13
28.12.2011, 21:27
herzlichen glückwunsch!

wizenstain
00
29.12.2011, 09:03
"...oft als Vorzeigeart für umfassende Probleme wie den Klimawandel oder Lebensraumverlust, oft auch, um auf eine bedrohte Art aufmerksam zu machen"

?

Inconnu
01
28.12.2011, 19:53

Zuerst Waffenstillstand, dann Vogel des Jahres ... jetzt fehlt eigentlich nur noch der Friedensnobelpreis

Kra Wuzikabuzi
01
28.12.2011, 17:04
Die Dohle. Das find ich echt dohl !

wizenstain
00
28.12.2011, 17:40

humorbonuspunkt von mir!

Der Vater Staat
40
28.12.2011, 14:52
fiese Vögel

Diese fiesen Flatterwesen haben einst schon Ronja der Räubertochter das Leben schwer gemacht ... böse Viecher sind das!

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