Nachdem die japanischen Tourismusbehörde 10.000 Freiflüge für Touristen versprochen hat, macht die Regierung jetzt aus Geldmangel einen Rückzieher
Im Oktober 2011 versprach die japanische Tourismusbehörde 10.000 Freiflüge nach Japan, um den Tourismus nach der Katastrophe von Fukushima im März 2011 wieder anzukurbeln (derStandard.at berichtete). Jetzt macht Japan einen Rückzieher, nachdem bereits Menschen auf der ganzen Welt sich gemeldet haben, um das Angebot zu nutzen.
Kein Geld vorhanden
Das Budget für die Aktion "Fly to Japan!" wurde von der japanischen Regierung nun allerdings nicht genehmigt, wie die Tourismusbehörde meldet. Sämtliche Freiflüge sind somit gestrichen. Als Grund dafür werden die Arbeiten zum Wiederaufbau nach der Erdbebenkatastrophe genannt, die zwar dank internationaler Hilfe, gut voran gingen, aber noch immer andauern würden.
Tourismusbehörde bedauert
"Wie sind uns bewusst, dass diese Entscheidung tausende Menschen auf der ganzen Welt enttäuscht, aber wir hoffen auch, dass die Menschen verstehen können, welche immensen Kosten diese Freiflüge verursachen würden, während in den Städten und Dörfern noch immer die Aufbauarbeiten weitergehen. Die zur Verfügung stehenden Geldmittel müssen für den Wiederaufbau verwendet werden. Außerdem wollen wir nicht, dass die Menschen den Eindruck bekommen, dass die internationalen Hilfsgelder zum Wiederaufbau dafür verwendet werden, Freiflüge für Touristen zu finanzieren", erklärt Kylie Clark von der Tourismusbehörde in Japan.
Gäste sollen trotzdem kommen
Gleichzeitig bittet Clark darum, trotzdem nach Japan zu kommen und das Land zu besuchen. Man erwarte die Touristen noch herzlicher als je zuvor. Die populärsten Touristenziele, nämlich Tokyo, Kyoto, Hakone, Osaka, Hiroshima, Sapporo und Okinawa, lägen zudem außerhalb der Erdbeben- und Tsunamigebiete und es gäbe zahlreiche günstige Möglichkeiten, das Land zu bereisen. (red/derStandard.at/28.12.2011)