Zwei Mitarbeiter im Bundespressedienst betreuen Kanzler-Accounts - Einmalige Pauschalentgelte 84.498 Euro
Die laufenden, jährlichen Kosten für den Social
Media-Auftritt von Bundeskanzler Werner Faymann belaufen sich auf
37.010 Euro. Zum Start wurden insgesamt 84.498 Euro etwa für die
Implementierung oder das Design ausgegeben, heißt es in der
Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des BZÖ. Zwei der
insgesamt acht Mitarbeiter des Bundespressedienstes kümmern sich um
Faymanns Profile. Neue Planstellen seien hierfür nicht geschaffen
worden.
Beratung und Guidelines
Die einmaligen Pauschalentgelte bei Auftragsvergabe beliefen sich
laut Anfragebeantwortung auf insgesamt 84.498 Euro. 3.965 Euro davon
entfielen auf die Beratung der Social Media Policy und Guidelines.
4.680 Euro wurden für Design Styleguides aufgewendet. Für die
Implementierung der Anwendung wurden 54.535 Euro gezahlt, für Mobile
Tagging 12.650 Euro. Die Kosten für die Integration des 3D-Rundgangs
beliefen sich auf 4.668 Euro, jene des Behördenfinders vom Modul
Help.gv.at auf 4.000 Euro.
Monatlich fallen für die Wartung und den Betrieb des Moduls
Bundeskanzler 1.640 Euro an, jährlich sind das 19.680 Euro. Für den
Betrieb der Anwendung Help.gv.at sind es monatlich 240 Euro (jährlich
2.880 Euro). Das jährliche Pauschalentgelt für das Projektmanagement
kommt auf 14.450 Euro. Die jährlich laufenden Kosten betragen somit
insgesamt 37.010 Euro.
Zwei Mitarbeiter für Website, App, Facebook und Twitter
Laut Kanzleramt betreuen zwei Mitarbeiter des Bundespressedienstes
Website, App, Facebook und Twitter. An Wochentagen (Montag bis
Freitag) versieht jeweils eine Person von 8 bis 15 Uhr bzw. von 15
bis 22 Uhr Dienst. An Wochenenden und Feiertagen ist ein Mitarbeiter
von 10 bis 18 Uhr tätig. An Wochentagen ist zwischen 9 und 17 Uhr
zusätzlich ein Chef bzw. Chefin vom Dienst im Einsatz. Eine Vorgabe
für die Anzahl von Tweets gibt es nicht.
Failmann
Der Satire-Account "Werner Failmann" ist dem Bundeskanzleramt zwar
bekannt, doch nicht, wer sich dahinter verbirgt: "Dies zu erforschen
gehört auch nicht zu den Aufgaben des Bundeskanzleramtes." Dass
dieser Account zahlreiche Leser verzeichnet, "liegt in der Natur der
Sache", zumal satirisch-kritische Seiten bei einzelnen Zielgruppen
höhere Attraktivität aufweisen, als Sachinfo dies tue.
Vorwürfe "nicht nachvollziehbar"
Vorwürfe in Zusammenhang mit der Auftragsvergabe für den
Kanzler-Auftritt im Web seien "nicht nachvollziehbar", das Vorgehen
habe dem Bundesvergabegesetz entsprochen. Der Social Media-Auftritt
sei jedenfalls für Information über Faymanns Funktion als
Bundeskanzler vorgesehen. "Parteipolitische Aspekte, wie etwa
Parteiveranstaltungen werden grundsätzlich nicht thematisiert", hieß
es. Für seine persönlichen Postings auf Facebook verwendet der
Kanzler übrigens ein iPad 2.
Der letzte Tweet auf Faymanns Twitteraccount stammt vom 22.
November. Auf Facebook ist er hingegen tagesaktuell und berichtete
zuletzt über das Arbeitsgespräch mit Vizekanzler Michael Spindelegger am Dienstag - und über den Besuch der Sternsinger, inklusive
Bild. (APA)