28C3

Experte warnt vor hackbaren Bahnsystemen

28. Dezember 2011 12:47
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    Sicherheitsexperte warnt: IT-Sicherheit wird beim Bahnverkehr vernachlässigt

Zugsicherungssysteme würden aus den 1990ern stammen - IT-Sicherheit und Verschlüsselung seien kaum Thema

Der Sicherheitsexperte Stefan Katzenbeißer hat auf dem Hacker-Kongress 28C3 vor veralteten Sicherheitssystemen im Bahnverkehr gewarnt. Bei der Bahn würde vor allem auf die Sicherheit der Passagiere geachtet, die IT-Sicherheit sei jedoch veraltet und vernachlässigt, berichtet Golem vom Vortrag des Forschers der TU Darmstadt.

Problem Verschlüsselung

Die Zugsicherungssysteme seien in den 1990ern standarisiert worden, wobei Verschlüsselung eine untergeordnete Rolle gespielt habe. So sei etwa die Schlüsselverteilung ein Problemherd. Katzenbeißer nannte ein Szenario, bei dem Schlüssel auf einer Diskette verschickt und in einer Werkstatt eingegeben werden. Die Realität sei davon nicht weit entfernt. Mitunter würden Loks Befehle auch ohne Authentifizierung erhalten.

Zentralisierte Steuerung

Das sei vor allem problematisch, da die Steuerung des Zugsverkehrs heute stark zentralisiert sei und von wenigen elektronischen Stellwerken und Betriebszentralen geleitet werde. Die Auswirkungen seien bei einem Ausfall einzelner Zentralen daher großflächig. Die Kommunikation der Stellwerke erfolge teilweise über einen Security Gateway von Siemens, der nicht die eigenen Netzwerke sondern öffentliche ISDN-Leitungen nutze.

Sicherheitssysteme nicht überall installiert

Über die Zentralen werden etwa Maßnahmen getroffen um Sicherheitsabstände zwischen den Zügen zu wahren. Durch Systeme wie Indusi und PZB sei grundsätzlich sichergestellt, dass ein Zug gestoppt werden kann, sollte ein Lokführer ein Signal übersehen. Doch in Deutschland sei das System vor allem in den neuen Bundesländern noch nicht überall installiert. 

Aufmerksamkeit schaffen

Wie genau Hacker in die Systeme eindringen können und ob eine Lok selbst oder die Schaltzentralen gehackt werden können, darüber gab Katzenbeißer freilich keine Auskunft. Im Rahmen seines Vortrags warnte er die anwesenden Hacker und IT-Sicherheitsforscher jedoch davor, Lücken bei der Bahn selbst auszutesten. Das könne sehr gefährlich werden, da Menschenleben auf dem Spiel stünden. (red)

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Posting 1 bis 25 von 38
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Roland Schweiger1
01.01.2012 22:26
das Wort "Sicherheitsexperte" ist ein Reiz- und Unwort!

Was ist ein IT Sicherheitsexperte? Was kann der, was hat er gelernt, wo ist er in die Tiefe gegangen? Das Ganze klingt wieder mal nach billiger Panikmache um die Massen zu füttern. Wir haben oft genug Schwierigkeiten unsere eigenen Rechner von Aussen zu erreichen ... aber Lokomotiven, ja klar, die empfangen "übers Internet" Befehle, wow ...

C. J.
30.12.2011 08:45
"Mitunter würden Loks Befehle auch ohne Authentifizierung erhalten. "

Panikmache! Wenn man sich den ganzen Bericht anhört, dann weiß man, dass gerade Mal Nothalte und ähnliche Sachen mit geringer Sicherheit ablaufen. Und da ist einfach die Zeit entscheidend, bis die Maschine den Befehl erhält.

Rudolfo Karellowitsch
30.12.2011 09:05

seit wann wird LZB verschlüsselt?

C. J.
30.12.2011 10:51

In dem Vortrag wird LZB außen vor gelassen.

Rudolfo Karellowitsch
29.12.2011 17:40
Ganz am Anfang der ESTW-Ära,

waren diese von der Außenwelt entkoppelt. Datenverbindungen zur Außenwelt gab es nur über den DATEX-P Dienst der Bahn (BADA). Und auch diese Verbindungen waren sehr stark von der Nicht-Bahn-Welt entkoppelt. Nur wenige Firmen der Zulieferindustrie hatten BADA Anschlüsse. Und diese BADA-Leitungen endeten meistens auf Einzelplatzrechnern ohne großartige Netzwerkverbindungen im Firmen-Netz.

Heute sind ESTWs aber stark vernetzt im Netz der Bahn, die Bahnrechner haben Internet, die Firmen haben Zugänge zu den ESTWs, usw.

Alle diese Einfallstore für Angreifer, werden zwar verrammelt, aber trotzdem stehen hier Wartungsinteressen gegenüber Sicherheitsinteressen.

Ich möchte nicht der Verantwortliche sein.

Freakus T. He
29.12.2011 10:16
Wichtigtuer

Rudolfo Karellowitsch
29.12.2011 16:49
Du bist ein Kasperl

Fritz Meyer
29.12.2011 07:25
Jetzt müssen die Bedrohungen nur noch eintreffen.

Damit der "Experte" auch recht hat.

Seltsam, da bestehen seit 20 Jahren Sicherheitslücken und keiner hat sie bisher jemals ausgenutzt.

Aber danke für den Hinweis, da wird sich jetzt bestimmt bald der eine oder andere Politiker oder Hacker finden, der das - aus welchen niedrigen Gründen auch immer - für seine Zwecke instrumentalisieren möchte.

mit_glied
29.12.2011 09:45

es gibt auch sicher zigtausend nichtabgeschlossene Türen die seit 20 Jahre keiner probiert hat aufzumachen ...

Randalf X.
29.12.2011 07:25
Mein Stand ist 2003

als ich bei einem Bahnsicherheitsprojekt bei Alcatel mitarbeitet. Dort waren Securityfragen überhaupt kein Thema, weil man davon ausging, daß man sowieso keine Verbindung nach außen hat. Die Schnittstellen zum Nachbarstellwerk war genau definiert und strukturiert. Dass diese über ISDN laufen sollten wäre mir neu kann sich aber zwischenzeitlich auch geändert haben. Solange das gesamte Bahnsicherheitssystem ein abgeschottetes System ist solls mir recht sein. Da müßte sich schon jemand in die Leitung zwischenschalten. Genauso kann er eine Lampe aufschneiden und die Kabeln umpolen, sodaß statt rot grün und umgekehrt angezeigt wird.

Cepheus
29.12.2011 08:52
siehe mein link

http://derstandard.at/plink/132... id24217325

Wird jetzt mit GSM-R gemacht

Rudolfo Karellowitsch
29.12.2011 16:56
Also wenn Du dort wirklich warst,

dann frag ich mich wie Du das glauben kannst. Der Diagnoserechner hängt am ÖBB Netz und ist mit dem Stellwerk verbunden. Und sobald die physikalische Verbindung besteht, ist die logische Verbindung nur noch eine Frage von Zeit, Willen und Insiderwissen. Also von "sowiso keine Verbindung" sind heutige Stellwerke, egal von welchem Hersteller, (ausgenommen natürlich die Relaisstellwerke und mechanische Stellwerke), weit entfernt.

Cepheus
29.12.2011 21:46

Aufs falsche posting geantwortet?

Rudolfo Karellowitsch
30.12.2011 09:06
Korrekt

Der Hund von den Simpsons
28.12.2011 20:11
Ein System aus den 90ern ...

... ist vor Hackern ziemlich sicher. Niemand von den jetzigen Hackern kennt sich mit dem alten Geraffelt noch aus.

Reich sein muss sich lohnen!
28.12.2011 20:56
Da irren Sie sich

1. Sind die "Hacker" mit diesen Systemen aufgewachsen und
2. unterscheiden sich moderne Systeme nicht grundsätzlich von älteren.

Die meisten Verschlüsselungssysteme basieren halt darauf, dass es ewig dauert bis man den Schlüssel errät oder errechnet.

Da ist halt das Problem, dass Schlüssel, für die man vor 20 Jahren noch Jahre gerechnet hätte, heute innerhalb von Stunden gefunden werden können.
Zur not mietet man sich eben kurz ne Cloud (zB Amazon) an.

Cepheus
28.12.2011 20:10
ETCS Level 2

Das wird gerade in Europa ausgebaut auch in AUT): http://en.wikipedia.org/wiki/Euro... 93_Level_2

C. J.
29.12.2011 12:14

Also zwischen der ISDN Verbindungen die angeblich existieren (kenne mich in Deutschland nicht aus) und GSM-R ist ein riesen Unterschied.
Die Sicherheitslücken sollen aus den 90er Jahren stammen und da war man von GSM-R doch noch recht weit entfernt!

Rudolfo Karellowitsch
29.12.2011 16:58
GSM und GSM-R sind das selbe Protokoll

wobei GSM-R ein paar Funktionen zusätzlich hat und auf anderen Frequenzen läuft. Für den Hacker mit halbwegs Budget ist GSM-R kein Hindernis.

kurzpenisträger
28.12.2011 19:22

jaja, siemens und andere wiener firmen die sich auf diesem gebiet bewegen sind da nicht anders als die kleine it-bude: profit statt qualität.

Def_izit
28.12.2011 19:15
derstandard - es geht nicht um Indusi/PZB

es geht um ETCS

Train switching systems, which enable trains to be guided from one track to another at a railway junction, have historically been separate from the online world, but communication between trains and switches is handled increasingly using wireless technology.

Katzenbeisser said GSM-R, a mobile technology used for trains, is more secure than the usual GSM, used in phones, against which security experts showed a new attack at the convention.

"Probably we will be safe on that side in coming years. The main problem I see is a process of changing ... keys. This will be a big issue in the future, how to manage these keys safely," Katzenbeisser said.

C. J.
29.12.2011 12:15

ETCS aus den 90er Jahren, aha....

Rudolfo Karellowitsch
29.12.2011 17:03
Ja

die ersten Entwürfe stammen aus den 90ern. Die ersten Balisen nach damaligem Stand der ETCS-Normen wurden zwischen Wien und Hegyeshalom im Jahr 1999 zu Versuchszwecken verlegt. Und eine ETCS-Versuchslok konnte diese lesen. Das heisst die Entwicklung war 1999 schon so weit das es die Produkte und Geräte gab!!!

Die Bahnindustrie wäre schon damals in den Startlöchern gestanden mit ETCS, jedoch die Bahnbetreiber sind bis heute nicht in der Lage ihre betrieblichen Bedingungen anzupassen und/oder selbst bessere Normen zu erstellen, die dann auch eurpaweit gelten. Dazu müßten die Bahnen in Europa erst mal miteinander reden. Und da beginnt schon das Problem, denn jeder hat ja die BESTE Bahn und die anderen sind nur Bastler.

C. J.
29.12.2011 19:12

Da liegen aber schon einige Versionen zwischen der ursprünglich installierten und der aktuellen Version von ETCS.
Einen PZB-Magneten zu manipulieren und die Signalstellung zu ändern ist gegenüber einer Manipulation einer Balise von der Komplexität geradezu lächerlich (Eigentlich gibt es nur die Methode der Telegrammfälschung und dafür ist ein Wissen notwendig, welches man nicht so leicht bekommt). Einzig ein DoS kann man leicht herbeiführen und das Endet gerade mal in einer Notbremsung.

Für mich hat da ein "Experte" einen Beitrag von vor 3 oder 4 Jahren aufgewärmt.

Inconnu
28.12.2011 19:14
Der ORF denkt mit

passend dazu heute gleich Start der Themenreihe mit Stirb Langsam 4.0 im Hauptabend

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