Gagenparadies

Staatsmanager sahnten in Krisenjahren ab

28. Dezember 2011, 11:45
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    foto: apa/uli deck

    Während sich die Politik in den vergangenen Jahren Nulllohnrunden verordnet hat, war man bei den Managern staatlicher Unternehmen deutlich weniger zurückhaltend.

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    grafik: apa

Zwischen 2007 und 2010 stiegen die Einkommen der heimischen Vorstände um 20 Prozent, 64 Staatsmanager ver­dienen mehr als Kanzler

Wien - Von 2007 bis 2010 sind die Durchschnittseinkommen der österreichischen Vorstandsmitglieder um 19,6 Prozent gestiegen, jene ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur um 10,4 Prozent, geht aus dem aktuellen Einkommensbericht des Rechnungshofs hervor. Insgesamt verdienten im Vorjahr bis zu 64 Geschäftsführer in 23 Staatsunternehmen mehr als der Bundeskanzler, also über 285.600 Euro. Allein im Verbund-Konzern waren es 16.

Verbund ist Spitzenreiter

Spitzenreiter bei den Vorstandsgehältern ist der Stromkonzern Verbund. Dort verdienten die vier Vorstände 2010 durchschnittlich 721.800 Euro. Allerdings ist in diesen Zahlen auch der SP-nahe Ex-Vorstand Christian Kern enthalten, der im Juni 2010 neuer ÖBB-Chef wurde und damit im Verbund von der Payroll rutschte. Wäre Kern beim Verbund geblieben, dann wäre die durchschnittliche Vorstandsgage (auf Jahres-Vollzeitäquivalente hochgerechnet) noch etwas höher gelegen - nämlich bei 841.800 Euro.

Auf Rang zwei hinter dem Verbund folgt die Post, deren fünf Vorstandsmitglieder im Durchschnitt 669.500 Euro verdienten. Dahinter folgt die ÖIAG, deren Ex-Chef Peter Michaelis (er wurde mit 1. Juli 2011 durch den VP-nahen Industriellenfunktionär Markus Beyrer ersetzt) im Vorjahr noch 669.100 Euro bezog. Schon auf Platz vier folgt die Verbund-Wasserkrafttochter Austrian Hydro Power (AHP) mit durchschnittlich 605.500 Euro für die zwei Vorstände. Die ÖBB landen mit durchschnittlich 250.500 Euro für fünf Vorstände auf Platz acht, noch hinter ihrer Tochter Rail Cargo (390.100 Euro für drei Vorstände).

Energiesektor mit Edelgagen

Ein besonderes Gagenparadies ist damit der staatliche Energiesektor. Der Rechnungshof listet allein sieben Unternehmen des Verbund-Konzerns auf, in denen insgesamt 16 Top-Manager auf Bezüge über dem Kanzler-Gehalt kommen. Neben der Konzernmutter und den Töchtern Verbund Hydro Power und Verbund International (Rang 6) sind das noch die Verbund Trading (Rang 10), Verbund Sales (Rang 14), Austrian Power Grid (Rang 15) und Verbund Thermal Power (Rang 22). Dazu kommen noch die Landesenergieversorger von Kärnten (KELAG, Rang 16) und die Salzburg AG (Rang 19).

Besonders schnell gedreht hat sich das Abfertigungskarusell bei der notverstaatlichten Kärntner Hypo Alpe Adria Bank International, der Nummer fünf in der Liste. Hier wurden 2010 gleich vier Geschäftsführer abgesetzt - mit "Golden Handshakes" zwischen 350.000 und 2,4 Mio. Euro. In der Rechnungshof-Aufstellung 2010 scheint die Bank folglich mit neun Vorstandsmitgliedern auf, von denen jeder auf durchschnittlich 338.200 Euro Jahresgage kommt. Rechnet man die Gehälter auf Jahres-Vollzeitäquivalente hoch, dann wären das Bezüge von 579.800 Euro pro Vorstandsmitglied.

Anteil der Frauen weiter gering

Insgesamt standen im Vorjahr übrigens 396 Unternehmen und ausgegliederte Einrichtungen mit insgesamt 556 Vorstandsmitgliedern und 166.490 Mitarbeitern im Einflussbereich des Bundes. Der Frauenanteil in den Geschäftsführungen ist in den vergangenen Jahren zwar gestiegen (von 11,2 Prozent 2007 auf 15 Prozent im Vorjahr), liegt aber immer noch deutlich niedriger als im öffentlichen Dienst, wo der Anteil der Sektionschefinnen zuletzt rund 21 Prozent ausmachte. Bei den 1.424 Aufsichtsratsmitgliedern lag der Frauenanteil bei 21,5 Prozent (nach 13,9 Prozent 2007).

Der Rechnungshof-Bericht umfasst übrigens nicht alle Staatsunternehmen, sondern nur jene Firmen, an denen der Staat zumindest die Hälfte der Anteile hält und an denen auch der Bund beteiligt ist. Nicht enthalten sind damit die OMV mit einem Staatsanteil von 31,5 Prozent und die Telekom Austria mit 28,42 Prozent. Nicht enthalten sind auch die Landesenergieversorger von Wien, Niederösterreich und Tirol, an denen der Bund keine Anteile hält, wohl aber jene von Kärnten (KELAG), Salzburg (Salzburg AG) und Oberösterreich (Energie AG).

Ebenfalls aufgelistet wird vom Rechnungshof, wie viel Geld die Staatsfirmen für Zusatzpensionen aufwenden. Demnach machten die Zahlungen im Vorjahr 522,34 Mio. Euro aus. Davon profitiert haben 25.409 Personen - durchschnittlich waren es also 20.557 Euro pro Person. (APA)

Kommentar posten
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Erdkabel-Salzburg
01
29.12.2011, 16:19
887.517 Euro für Anzengruber?

Laut Geschäftsbericht erhält der Verbund Chef dieses Gehalt.
Der gleiche Anzengruber der den Bürgern in Salzburg weismachen will dass eine Verkabelung der geplanten 380KV-Freileitung aus Kostengründen nicht machbar wäre.
Welch ein Hohn für die Betroffenen Bürger denen eine mögliche Entwertung Ihres Besitzes zugemutet wird.
Aber Hauptsache die Manager der Staatsbetriebe und Verbund und APG (Heuschrecken) verdienen sich eine goldene Nase.

Anaxagoras
00
29.12.2011, 15:18
Bei der Leistung unseres Kanzlers müßte er eigentlich.....

....eine Vergütung bezahlen,dass man ihn überhaupt beschäftigt.

Frédéric B.
00
29.12.2011, 13:39
Leistungsprinzip?

Irre Gehälter? Wos wor de Leistung?
"Kucken" wir mal ins restliche Europa und die (kapitalistische) Welt, wo die "wahren Parasiten" noch viel mehr "absahnen":
http://www.zeit.de/wirtschaf... 9#comments

Frédéric B.
00
29.12.2011, 13:02
Wer stoppt diese Mafia?

Es ist doch absurd zu sagen, dass die "guten" Leute ohne diese Supergehälter nicht so viel arbeiten oder ins Ausland abwandern würden. Und das Verantwortungsargument ist wohl auch lächerlich, wenn man so häufig miterlebt, dass Versagen, welches in Finanzmiseren endet, schließlich auf die Steuerzahler abgewälzt wird und die Verantwortlichen weiterhin Boni, Golden Handshakes etc. kassieren. Wer rechtfertigt das vor dem Gemeinen Bürger und wie?

entering the 21th century
00
29.12.2011, 11:18
1+1

1
"Staatsmanager sahnten in Krisenjahren ab..
Spitzenreiter bei den Vorstandsgehältern ist der Stromkonzern Verbund. Dort verdienten die vier Vorstände 2010 durchschnittlich 721.800 Euro."
+
1
...zum geplanten Gas-Dampfkraftwerk in Klagenfurt:
"Negative Auswirkungen auf Gesundheit, CO2 Belastung, Klima, Energiebilanz, Richtlinien des Kyoto-Protokolls wurden beim Gutachten nicht berücksichtigt. Das GDK ist überdimensioniert, 6% der erzeugten Energie reichen aus, um Klagenfurt zu versorgen, die restliche Energie die erzeugt wird, soll teilweise nach Italien verkauft werden, da der Strompreis dort über dem österreichischem liegt."
Quelle: http://www.fossilausstieg.at/doku.php?... klagenfurt

A.d.Reihe: Macht euch doch selbst ein Bild

Anaxagoras
00
29.12.2011, 15:24
Im internationalen Vergleich sind die Gehälter der österreichischen.....

....Manager so mickrig, dass die wahren Eliten um unser Land einen großen Bogen machen. Häufig ist es teurer, einen Mann mit sparsamen Gehalt einzustellen. Daher kommt auch unser subalternes Ansehen im Ausland.

entering the 21th century
00
und ...

... denken Sie, dass das das richtige System ist in dem wir wirtschaften?

annea
02
29.12.2011, 10:21

So. Und mit welchem Argument wird jetzt Strom und Co permanent teurer? Und mit welchem Argument werden die Familienbeihilfe und das Kindergeld prinzipiell nicht einmal der Inflation angepasst? Um wieviel mehr muss ein Manager arbeiten, damit sein 600.000er-Gehalt gegenüber dem eines seiner Mitarbeiter mit ca 35.000 gerechtfertigt ist? Und kommts mir jetzt nicht mit der "Verantwortungs"-Keule. weil wenn diese Herrschaften Mist bauen, bekommen sie ihre Abfertigung und der Staat darf wieder herhalten. Unglaublich, wäre interessant durchzuirechnen, wieviel Stron günstiger sein könnte, wenn mindestens 3,5 Verbund-Vorstandsgagen direkt dem Strompreis gegengerechnet werden würden.

annea
00
29.12.2011, 14:46

gut, dann direkt hinein in die Bildung und ins Sozialsystem mit dem Geld, damit wäre alle geholfen :)

Android1337
00
29.12.2011, 10:57

Die KWH Strom wäre ungefähr um 0,000002 Euro günstiger. Da in so kleinen Einheiten nicht gerechnet wird, wäre sie genauso teuer wie heute.

m0nk
00
29.12.2011, 10:14
bitte einfach die managergehälter an die gehälter von in der branche tätigen facharbeiterInnen angleichen

so einfach wäre das zu lösen - alles andere ist nicht einzusehen und auch nicht gerecht!

Andreas W
13
29.12.2011, 10:09
Ein paar von denen haben zumindest ein Studium abgeschlossen!

Ganz im Gegensatz zu Faymann, Kurz, Pelikan, wie weit is eigentlich die Rudas?

Inhaltlich ist zu sagen, dass nicht die geradezu lächerlichen 20% mehr der letzten drei Jahre das Problem sind, sondern die Realtion zu den niedrigsten Einkommen; wenn der normale Arbeitnehmer nur mehr ein Hundertstel eines Managers, dessen Tag aber auch nur 24h hat, bekommt, dann stimmt was nicht - es zeigt nur die Wertlosigkeit der Mehrheit der Menschen, die nur noch Sklaven der Wirtschaft sind!

hm tata
01
29.12.2011, 10:07
die gehälter der manager

gehen mir ähnlich am nerv wie der grellrote reklamehintergrund auf der startseite ;(((
fehlt nur noch, dass die startseite blinkt und zuckt wie eine pornoseite.

ino
00
29.12.2011, 10:07
Frage

hat der Michaelis in einem halben Jahr 669.000 verdient oder kriegt sein nachfolger dasselbe? ich frag nur, weil der michaelis wurde damals von mannesmann abgeworben und man hat argumentiert, dass man dem eine ordentliche gage bieten muss, sonst kommt er nicht.

beyrer hingegen ist ein kleines würstl aus der IV, der muss doch froh sein wenn er 1/10 kriegt.

Der große Mann
10
29.12.2011, 10:00

Richtig abgezockt haben uns dieses Jahr auch die vielen kleinen Metaller mit mehr als 4!!!!!! % Lohnplus!

AEIOU1000
00
29.12.2011, 09:48
wetten dass nix passiert. Mia san ja in Austria!

Der Waehlerwille
 
00
29.12.2011, 15:07
mhmh .. und wo ausserhalb Austrias passiert was entsprechendes?

jo eh, oida!
02
29.12.2011, 09:43
Staatsmanager sahnten in Krisenjahren ab

und in den anderen Jahren?

TrueFalse
22
29.12.2011, 09:36
Hoffentlich krachts bald

Dann werden die Parasiten merken, dass man Geld nicht fressen kann

Der Waehlerwille
 
00
29.12.2011, 15:08
Die Hoffnung auf den Zusammenbruch ist eine Hoffnung auf Mord und Totschlag ...

... und immer zum Schaden der Kleinen.

Waldorf and Statler
 
00
29.12.2011, 10:11

False.

Der gemeine Bürger wird dies dann merken. Die Leute mit 700k im Jahr werden, wenn sie das Geld geschickt angelegt haben, keine solchen Probleme bekommen.

Frédéric B.
00
29.12.2011, 12:56
Allerdings richtig

es ist doch naiv zu glauben, dass die Top-Verdiener nicht auf ein wirkliches Krisenszenario vorbereitet wären, oder ein wirtschaftlicher Niedergang ein großer "Gleichmacher" wäre. Sich das zu wünschen ist nicht nur naiv sondern ****.

microwave
06
29.12.2011, 09:13
Da sollte man zuerst fragen wer vergibt solche Verträge?

Diese werden entweder von der Politik genehmigt oder von den Aufsichtsräten die ebenso aus diesen Reihen befüllt werden und von der Materie keine Ahnung haben und nur mit-schmarotzen.
Natürlich sollte ein Manager entsprechendes Gehalt bekommen. Er muss aber auch eine gewisse Haftung übernehmen und somit wirklich Verantwortung tragen. Fährt man ein Unternehmen in den Abgrund haftet nahezu immer die Allgemeinheit und die Manager erhalten ihre Gagen weitergezahlt. Gibt es am Jahresende Gewinne (oder auch nicht) werden natürlich noch zusätzliche Boni ausbezahlt. Da fühlt sich logischerweise jeder normale Arbeiter vera..... .

jimmydean
02
29.12.2011, 09:37
die gehälter der aufsichtsräte

orientieren sich natürlich an den gehältern der vorstände... ich glaube es wäre nicht schwer, um den halben preis ebenfalls fähige leute zu finden, nur würden sich dann die aufsichtsräte selbst ins fleisch schneiden...

aiuto
01
29.12.2011, 09:46
Sie haben recht,...

das passiert halt überall, wo sich Leute selbst direkt oder indirekt ihre Entlohnung beschließen können....
und da wird der Aufsichtsrat, der eigentlich kontrollieren sollte zur reinen Farce.

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