39-Jährige soll bei Angriff auf bosnisches Dorf mitgewirkt haben
Sarajevo - Die USA haben am Dienstag eine bosnische
Muslimin wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen während des
Bosnien-Kriegs an ihr Heimatland ausgeliefert. Rasema Handanovic wird
verdächtigt, an einem Angriff auf das südbosnische Dorf Trusina im
April 1993 teilgenommen zu haben, teilte die bosnische
Staatsanwaltschaft mit. Die 39-Jährige sei direkt nach ihrer Ankunft
am Flughafen Sarajevo in Gewahrsam genommen worden.
Bei dem Angriff auf Trusina starben 18 kroatische Zivilisten und
vier kroatische Kriegsgefangene, zahlreiche Menschen wurden verletzt.
Die Verbrechen wurden von der Spezialeinheit "Zulfikar" der
mehrheitlich muslimischen bosnischen Armee verübt, der Handanovic
angehörte. Sie soll persönlich an der Hinrichtung von drei Zivilisten
und von drei Kriegsgefangenen mitgewirkt haben.
Handanovic war direkt nach dem Krieg in die USA ausgewandert.
Örtlichen Medienberichten zufolge erhielt sie 2002 die
US-Staatsbürgerschaft. Ein anderes Mitglied der Spezialeinheit war
Anfang des Monats ebenfalls von den USA an Bosnien ausgeliefert
worden. Der Kommandant der Einheit wurde bereits im Februar 2010
festgenommen. (APA)