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Sie hatten Wissensdrang und forschten. Sie hatten ein Ziel - und verfolgten dies beharrlich. Sie zogen unerschrocken und unbeirrbar los, sei es auch an die Kriegsfront ... 48 Biografien von Frauen in heilenden und pflegenden Berufen vereint der Band "Heilende Frauen". Liebevoll gestaltet und ergänzt mit umfangreichem Bildmaterial und zahlreichen Dokumenten wollen die Porträts an ein Stück Medizingeschichte erinnern, das oft vergessen scheint, und an Frauen, die vielfach im Kleinen und Verborgenen wirkten.
Die Autorin Annette Kerckhoff zeichnet einen langen und harten Weg für Frauen nach: Wie sich junge Frauen wehrten und den Zugang zum Medizinstudium erkämpften - bisweilen auch ein anderes Geschlecht annahmen -, bis Ärztinnen, Chirurginnen und Professorinnen Jahrhunderte später schlussendlich zur Selbstverständlichkeit werden. Es sind Geschichten von Erfolgen, von Mut und Hartnäckigkeit, aber auch von Niederlagen und bitteren Demütigungen, von fehlender Anerkennung und schlechter Bezahlung.
Das Buch reicht vom Leben der Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert, über die erste promovierte Ärztin Deutschlands im 18. Jahrhundert (Dorothea Erxleben) und über vielfach selbstlose Krankenschwestern bis hin zu den ersten fünf Medizin-Nobelpreisträgerinnen im 20. Jahrhundert. Unter dem Titel "Wir alle brauchen Vorbilder" richtet Kerckhoff den abschließenden Blick auf die Alternativmedizinerin Veronica Carstens und auf die Ärztin Monika Hauser, die für ihren Einsatz gegen sexualisierte Kriegsgewalt und die Enttabuisierung von Vergewaltigungen als Kriegsmittel vielfach ausgezeichnet wurde; im Jahr 2008 auch mit dem Right Livelihood Award (dem Alternativen Nobelpreis). Ein Buch, das immer wieder dezidiert dazu ermutigen und bestärken will, den eigenen Weg zu gehen... (red)
Annette Kerckhoff.
Heilende Frauen.
Ärztinnen, Apothekerinnen, Krankenschwestern, Hebammen und Pionierinnen der Naturheilkunde.
Mit einem Vorwort von Marianne Koch.
160 Seiten / 25,70 Euro.
Elisabeth Sandmann Verlag, München 2010.
ISBN 978-3-938045-47-3.
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