Saxo-Bank-Teamchef unterstellt seinem ehemaligen Schützling und dreifachen Tour-Zweiten mentale Schwächen
Köln - Bjarne Riis Teamchef des Radrennstalls Saxo Bank hat dem dreifachen Tour-de-France-Zweiten Andy Schleck mentale Schwächen bescheinigt und einen zukünftigen Erfolg des Luxemburgers bei der Großen Schleife in Frage gestellt. "Er wird sein großes Ziel, den Sieg bei der Tour, vielleicht niemals erreichen. Er ist nicht ernsthaft genug", sagte Riis der dänischen Tageszeitung Ekstra Bladet.
Riis war von 2005 bis 2010 Teamchef von Schleck bei Saxo-Bank und dessen Vorgänger-Team CSC. Schleck fährt in der kommenden Saison mit seinem Bruder Frank beim neuen Team RadioShack-Nissan.
Schleck habe laut Riis zwar alles, was es brauche, um das größte Radrennen der Welt zu gewinnen. Er sei in den entscheidenden Momenten jedoch nicht in der Lage, das Letzte aus sich heraus zu holen. "Villeicht ist ihm bisher alles zu leicht gefallen", sagte Riis, der dem 26-Jährigen aber einen Reifeprozess zutraut.
Nach Meinung des Tour-Siegers von 1996 sind Schlecks vermeintliche mentale Defizite jedoch nicht dessen größtes Erfolgshindernis. "Sein Problem ist, dass er in der Zeit von Alberto Contador fahren muss. Und er denkt, dass er ihn nicht schlagen kann", sagte Riis, der seinen Kapitän und dreimaligen Tour-Sieger auf eine Ebene mit den Legenden Eddy Merckx und Bernard Hinault stellt. "Alberto ist in allen Bereichen perfekt. Er hat Talent, eine einzigartige Präsenz auf dem Fahrrad, arbeitet hart und fokussiert. Ich habe noch nie einen so talentierten Fahrer gesehen", sagte Riis. (sid)