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Juli
Maßband für den Klimawandel
Gottfried Kirchengast von der Uni Graz erforscht satellitengestützte Messsysteme, um damit den Klimawandel zu untersuchen. Er und seine Kollegen entwickelten nun eine Methode, die es erstmals möglich macht, Treibhausgaskonzentrationen in der Erdatmosphäre über längere Zeiträume hinweg sehr genau zu erfassen. Sie bedienen sich dabei Mikrowellen- und Infrarotlaser-Signalen, die zwischen Sender- und Empfänger-Satelliten in einer Höhe von einigen hundert bis zu 1500 Kilometern schwingen. Auf ihrem Weg verändern sich die Signale. Aus den Differenzen lesen die Wissenschafter die Konzentrationen von CO2, Methan, Lachgas, Ozon und Wasserdampf ab. Ganz nebenbei liefert das System auch Informationen über Temperatur, Druck, Feuchtigkeit und Wind. Erst im November testete die europäische Raumfahrtagentur Esa das Grazer Verfahren auf den Kanarischen Inseln. Mit Erfolg: Die ersten Live-Daten wurden aufgenommen.
Bildung beeinflusst Fertilität
Am 31. 10. 2011 erblickte der siebenmilliardste Erdenbürger das Licht der Welt. Diesem Ereignis widmete das Science bereits im Juli eine Spezialausgabe: Wolfgang Lutz, Leiter des Wittgenstein Center for Demography and Global Human Capital, sowie Samir K. C. vom Institute for Applied System Analysis (IIASA) kamen darin zu einem Ergebnis, das dem Laien einleuchtet, wissenschaftlich allerdings noch nicht bewiesen war: Die Bildung der Frauen hat den größten Einfluss auf die Geburtenrate, den wirtschaftlichen Erfolg und die Entwicklung eines Landes. So würden in Äthiopien Frauen ohne Schulbildung etwa sechs, Frauen, die wenigstens bis zum 15. Lebensjahr eine Schule besucht haben, nur zwei Kinder gebären. "Trotzdem gehen nur zwei bis drei Prozent der internationalen Entwicklungshilfe in die Grundschulbildung", sagt der Demograf. Und weiter: In den nächsten Jahrzehnten werde Österreich nicht konkurrenzfähig bleiben, wenn sich die Bildungsstruktur nicht verbessere.
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