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Der Kapitalismus ist gescheitert. Das sagt zumindest die europäische Linke. So lässt sich der Untergang des "Gegenmodells", des "real existierenden Sozialismus" im Sowjetreich, leichter verschmerzen.
Die Sowjetunion ist vor 20 Jahren zerfallen. Junge Leute können sich meist nicht vorstellen, wie das vorher war. Der "real existierende Sozialismus" war nicht nur eine furchtbare Gewaltherrschaft, sondern auch ein Patentrezept für Armut, Rückständigkeit und Stillstand.
Der frühere deutsche Kanzler Helmut Schmidt hatte die Sowjetunion als ein "Burkina Faso mit Atomraketen" bezeichnet (afrikanischer Staat, heute wie damals eines der ärmsten Länder der Welt). Er lag nicht weit daneben. Im Zentrum von Moskau trug jeder Zweite ein (leeres) Einkaufsnetz mit sich, für den Fall, dass es irgendwo irgendwas etwas zu kaufen gibt. Die wenigen Geschäfte waren meist leer, nur manchmal gab es unangekündigte Lieferungen, meist aus "Bruderländern", bei denen man blitzschnell zuschlagen musste. Egal was, es wurde gekauft, man konnte alles problemlos weiterverkaufen.
Nur an einem herrschte kein Mangel: Alkohol. Links im Geschäft eine Vitrine mit ein paar grünlichen Wurststangen, rechts eine Wand voll Wodka. Davor saßen im Rinnstein oft zwei Männer, einander völlig fremd, die ein paar Rubel zusammengelegt hatten, um eine Literflasche Wodka zu kaufen und an Ort und Stelle zu leeren. Das machte kein gutes Bild, so errichtete man in den Parks Trinkkioske mit einem blickdichten Bretterzaun herum.
"Ernteausfälle", in Wirklichkeit der Strukturfehler der "kollektiven Landwirtschaft", zwangen zum Import von riesigen Mengen von US-Getreide. Die sowjetische Raumfahrt erzielte gewisse Erfolge, sowjetische Geschirrspüler flogen bei Inbetriebnahme auseinander. Der Moskauer Großflughafen wurde von Deutschen und Türken gebaut, aus der UdSSR kam der Sand für den Zement. Die Sowjetunion lebte von Öl und Gas, von Industriespionage in riesigem Ausmaß und von einem gewaltigen Unterdrückungsapparat, der nicht zuließ, das irgendwer die elende Realität offen ansprach. Halbwegs angemessen lebten nur die höheren Funktionäre von Partei und "Sicherheitsorganen", aber ihr Lebensstandard entsprach etwa dem eines Facharbeiters bei Mercedes.
Das Russland von heute ist ganz anders und doch wieder nicht. Es lebt immer noch von Öl, Gas und Unterdrückung. Es ist trotz Öffnung zum Westen technologisch nach wie vor unterentwickelt. Die Lebenserwartung der russischen Männer ist mit 58,7 Jahren wieder auf Sowjetniveau. Die große Masse ist nach wie vor arm. Die Führungsschicht ist allerdings obszön reich, und es ist immerhin eine gut ausgebildete Mittelschicht entstanden. Die rebelliert jetzt gegen den Stillstand, der durch Putin verkörpert wird. Die Demonstranten werden immerhin nicht zusammengeschossen.
Im Russland von heute existieren Elemente des Raubtierkapitalismus mit gelenkter Staatswirtschaft und autoritärem bürokratischen Regime nebeneinander. Ob das reicht, dass es das heutige System in 20 Jahren noch gibt? (Hans Rauscher, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.12.2011)
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ich empfehle eine reise durch die usa, dort kann dann der herr rauscher sehen, dass das modell des kapitalismus genau die gleichen auswüchse hat. dort kann ich zwar theoretisch alles überall und jederzeit kaufen oder überall hin in den urlaub fliegen und jede information jederzeit beschaffen, viele können sich diese dinge halt einfach nicht leisten und können's nicht. das soll nichts relativieren, nur den "sozialismus" der su als ungerechtes armutssystem darzustellen ohne eine relation zur armut im heutigen kapitalismus oder auch im kapitalismus der 80er herzustellen, ist journalistisch einfach nicht richtig.
mindestens zweidutzendmal in den USA und habe mich gründlich umgesehen. "genau die gleichen auswüchse" ist Blödsinn. Der Kapitalismus hat Auswüchse (die in den eltzten Jahren viel schlimmer geworden sind), aber der "real existierende Sozialismus" war ein Auswuchs an sich.
was sie im artikel anprangern ist die armut, die leeren einkaufssackerln, die schlechte versorgung. heute kann sich in den usa zwar theoretisch jeder versorgen, wer jedoch arm ist - sogar die working poor - hat eben pech gehabt. von mir aus einigen wir uns darauf, dass der "real existierende sozialismus" (ich würde ihn so nicht bezeichnen) der SU ein "auswuchs an sich" war. aber die antwort konnte der kapitalismus nie geben, schon gar nicht der amerikanische. am ehesten noch das europäische modell der sozialen marktwirtschaft, das nach zerfall der SU in resteuropa (skandinavien ausgenommen) stück für stück zerstört wurde, um den wirtschaftsstandort nicht zu gefährden...
freigeschalten wird
verhungert die Politik (oder in dem Fall) der Kapitalismus...
koennen schon, nur stimmt es nur bedingt. Der Kapitalismus laesst dich grundsaetzlich in Ruhe, du muszt nicht mitspielen, was das Problem der Linken ist. Die kann nicht liberal sein da sie ja der Auffassung ist, der Staat haette sich um seine Buerger zu kuemmern. So haben jetzt ausgerechnet die Gruenen eine fanat. NR als Chefin. Hinzu kommt, dasz sie sonst auch noch ein enormes Problem an Trittbrettfahrern haetten
Woran fehlt es wirklich? Ich sage es euch.Es fehlt Ihm an einem global denkenden Apparat zwischen den Schultern:
http://derstandard.at/plink/132... 4/24149865
Da stellt sich gleich die Frage mit:
Globalisierung - Deindustrialisierung - Derregulierung
Peak oil Ver*rsche u destruktive mittlere Osten Politik
Ausserdem liegt hier unsere Zukunft-in Autarkie!:
www.advantage.at/default.a... &ARid=4552
lichtdurchfluteter Stockwerksbau (statt E10 Schrott)
www.humus-derfilm.at/interviews.html
neuer ökolog. ertragreicher Anbau
http://de.wikipedia.org/wiki/Wind... 6sterreich
etwas Windkraft
...Biomasse,Wasserkraft(ev. noch Norwegen)
Europa lebt von Forschung-Wahr ist-die destruktive Teichpolitik fährt uns in den Boden
U die wahre Sozi Abkehr vom individuum...
spüren wir heute schon in der US u auch hier über scheinheilige Vereine wie common purpose u global society...Think Tanks welche die Sozipolitik vorrantreiben -unter Ausnutzung von Umweltblames u im Namen des Weltfriedens. Wahrhaftig l*cherlich
Sie hinken also auch hier komplett hinterher u fabulisieren von der Vergangenheit anstatt dass sie die falschen Wege im Hier u Jetzt erblicken.
die eigentliche, selten vor-gestellte änderung ist im denken. wir kritisierten die unterdrückung der freien meinung, erklären aber im selben atemzug: "vorsicht, die märkte werden nervös" oder "Du musst Dich eben besser verkaufen". Wir haben das rätesystem veräppelt und heute werden entscheidungen blitzartig von handverlesenen leuten getroffen, die keiner dazu legitimiert hat ("rettungsschirme"). Wir sagen "die gingen am eigenen system zugrunde" und machen die augen zu vor den rissen in unserem. Woran der ostblock letztlich scheiterte war sein bankrott in sachen perspektive, glaubwürdigkeit, respekt gegenüber den menschen. ein schelm, wer da parallelen sieht...
Ohne die Sowjetunion verteidigen zu wollen, muss aus meiner Sicht angemerkt werden:
Wirtschaftsspionage wird von Staats wegen und von geneigter privater Seite auch (und sicher nicht in geringem Ausmaß) im goldenen Westen betrieben (ich halte das für vom "System" im Wesentlichen unabhängig).
Ein anderer Aspekt des Vorher: ein Gegensystem, dass Westeuropa eine halbwegs soziale Marktwirtschaft bzw. Gesellschaftsordnung aufgezwungen hat, seit Untergang des Gegensystems wird massiv in Richtung "Raubtierkapitalismus" umgebaut.
Nun teilen die Russen die Illusion mit uns, dass ein Kreuzerl alle paar Jahre neben einer komischen Abkürzung Mitbestimmung und Demokratie bedeuten.
...daß ständig die totalitären Diktaturen der Sowjetunion, Nordkoreas, Kubas, etc....als Sozialismus bezeichnet werden, selbst von Intellektuellen wie Rauscher. Nur weil die entsprechenden Regimes das behaupteten.
Wenn ich behaupte, ich wäre ein Butterbrot, werde ich dann auch als solches wahrgenommen?
Die Nachteile des real existierenden Sozialismus kann man selbst heute noch in der EU sehen:
Die Einkommen sind dort am niedrigsten, die Arbeitslosigkeit und die Schulden dort am höchsten, wo am stärksten besteuert wird, wo es die größte Gewerkschaftsmacht gibt, wo es die größten Beamtenheere gibt, wo man das meiste Geld für Pensionen und Sozialleistungen ausgibt.
Die höchsten Einkommen und die niedrigste Arbeitslosigkeit und die niedrigsten Schulden gibts dort wo die Privatwirtschaft vergleichsweise die größte Rolle spielt.
Die Anreizsysteme des Kapitalismus funktionieren eben.
...und in der Slowakei herrscht seit der Einführung der Flattax Vollbeschäftigung mit Einkommen weit über dem Niveau der Schweiz oder so....
Und alle Bürger sind dort privat versichert, die Krankenhäuser privat, modern und ohne Geldsorgen. Es gibt weder rassistische noch sonstige Diskriminierung, Pensionisten haben privat toll vorgesorgt und die Wirtschaft boomt unglaublich...
Alle sind glücklich wegen der niedrigen Flattax und freuen sich über ihr hohes Einkommen und die tollen Arbeitsbedingungen.
Und in Österreich dagegen herrschen Armut und größte Einkommensunterschiede, weil wir unter der Steuerlast leiden, die Staatsausgaben fließen vorwiegend in den Beamtenapparat und Sozialausgaben sind ungerecht verteilt...
...allerdings nur für bankdirektoren, die ihre banken in die pleite führen und für die dann der staat (böse! sozialistisch!) milliarden aufwenden muss um sie zu retten.
ebenfalls die höchsten einkommen haben die manager des total effzienten privatisierten bahnnetzes, das regelmäßig nur der benutzen kann, der bereit ist höhere prämien für seine lebensversicherung in kauf zu nehmen, so "sicher" ist das bahnfahren dort seit es privatisiert ist.
um diese tollen leistungsträger so gut zu bezahlen muss man halt opfer bringen. daher hat GB folgerichtig die ungleichste einkommensverteilung im ganzen eu-raum. wirklich ein nettes land...
Sehr richtig. Die wenigsten sind sich dessen bewusst, dass der Kapitalismus (heutzutage jedenfalls) in seiner Reinform kein System ist, sondern einfach nur das, was automatisch entsteht, wenn man kein besonderes System (einschließlich staatliche Regulierung usw.) einführt. Der Kapitalismus ist praktisch der Dschungel. Aber das ist eher nur Semantik.
Sie schreiben, als ob das über 70 Jahre SU der Dauerzustand gewesen wäre. Das stimmt aber nicht.
Leere Regale gab's während 2-3 Jahren, davor und auch danach hat niemand gehungert.
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