"Kein Feilschen mehr"
Gaza - Die Drohung des israelischen Regierungschefs
Benjamin Netanyahu, keine Verhandlungen mit einer palästinensischen
Regierung zu führen, an der die Hamas beteiligt ist, sei ein "großer
Sieg des palästinensischen Widerstandes", erklärte Hamas-Sprecher
Sami Abu Zuhri am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Gaza. "Dass
die Besatzungsmacht wegen der palästinensischen Versöhnung (zwischen
der Hamas und der Fatah von Präsident Mahmoud Abbas) von weiteren
Verhandlungen absieht, ist ein großer Sieg des palästinensischen
Widerstandes". Das "Feilschen" höre damit auf, sagte Abu Zuhri
anlässlich des dritten Jahrestages des Beginns der dreiwöchigen
israelischen Gaza-Offensive mit der Bezeichnung "Gegossenes Blei",
bei der im Dezember 2008 und Jänner 2009 mehr als 1400 Palästinenser
getötet und über 5000 verletzt worden waren.
Die Hamas sei im Dienste der "Einheit des palästinensischen Volkes
gegenüber der israelischen Okkupation" fest entschlossen, zum
Gelingen der Versöhnungsvereinbarungen mit der Fatah beizutragen,
betonte der Sprecher. In der vergangenen Woche hatten sich Präsident
Abbas und Hamas-Chef Khaled Mashaal in Kairo auf ein neues
provisorisches Leitungsorgan der Palästinensischen
Befreiungsorganisation (PLO) geeinigt, in dem auch die Hamas
vertreten ist. Der Nahost-Friedensprozess ist seit 2010 durch die
Weigerung Israels blockiert, den Siedlungsbau im besetzten
Westjordanland einzustellen.
Die jüngste Erklärung Mashaals, dass sich die Hamas auf den
"friedlichen Volkswiderstand" gegen Israel konzentrieren wolle, ist
unterdessen in Gaza teilweise auf Kritik gestoßen. Mehrere
Hamas-Funktionäre hatten sich gegen einen Verzicht auf den
bewaffneten Kampf ausgesprochen. (APA)