Technik-Vize

"Pelinka wird einen guten Job machen"

Interview | 27. Dezember 2011, 16:55
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    foto: standard/newald

    Überzeugungsarbeit für das ORF-Gesetz im freiheitlichen Lager: Prantner, nun ORF-Technik.

SPÖ-Mann Niko Pelinka als Bürochef des ORF-Generals gelten die Proteste von Redakteurs- und Betriebsrat ebenso wie Thomas Prantner, künftig Vizedirektor in der ORF-Technik - Prantner bestätigt, er habe "auch keine Probleme mit FPÖ oder BZÖ"

STANDARD: Sie werden mit Jahreswechsel Vizedirektor in der technischen Direktion. Redakteursrat und Betriebsrat finden, das ist ein Posten, der a) nicht vorgesehen sei und den b) niemand brauche.

Prantner: Ich trete ja keinen völlig neuen Job an, sondern werde auch weiterhin sämtliche Aufgaben der bisherigen Onlinedirektion nunmehr in der technischen Direktion wahrnehmen. Dass ich diese Aufgaben bisher nicht unerfolgreich bewältigt habe, attestieren mir sogar Kritiker. Der wichtigste Erfolg war die Einführung der ORF-TVthek, die beim Publikum hervorragend ankommt und heute nicht mehr aus dem Medienangebot des ORF wegzudenken ist. Damit konnten wir neben zahlreichen Relaunches durch die beste Onlineredaktion des Landes - zur Sicherung der Marktführerschaft von ORF.at beitragen. Weiters sind die Teletext-Reform und die Umsetzung zahlreicher Neue Medien-Projekte zu erwähnen.

STANDARD: Ist die Onlinedirektion obsolet, wie ihre Abschaffung mit Ende 2011 signalisiert?

Prantner: Die Ernennung des Onlinechefs zum stellvertretenden technischen Direktor ist ein klares Signal, dass der so wichtige Zukunftsbereich Online auch weiterhin einen hohen Stellenwert in der Führungsebene des Unternehmens haben wird.

STANDARD: Der Redakteursrat erinnerte, dass ein Führungsjob für Sie Bedingung von FP-Stiftungsrat Norbert Steger war, Alexander Wrabetz zum General zu wählen. Das soll wohl heißen: Ihr Job ist ein reiner Politwunsch.

Prantner: Es ist keine Schande von Stiftungsräten unterstützt zu werden, vorausgesetzt Leistung und Kompetenz stimmen. Ich bin ja kein unerfahrener Neuling, sondern seit Jahrzehnten in unterschiedlichsten Managementfunktionen im Unternehmen tätig. Die Bestellung zum stellvertretenden technischen Direktor ist ein Vertrauensbeweis des Generaldirektors und dieses Vertrauen werde ich rechtfertigen.

STANDARD: Sie gelten, je nach Perspektive, als ein Verbindungsmann des ORF zum freiheitlichen Lager, wie etwa beim ORF-Gesetz, oder als höchstrangiger Vorposten der FPÖ, dann auch wieder des BZÖ, in den ORF. Erkennen Sie sich darin wieder?

Prantner: Ich gebe gerne zu, dass ich beim Zustandekommen der Zweidrittelmehrheit für das ORF-Gesetz 2010 versucht habe, bei Abgeordneten Überzeugungsarbeit im Interesse des Unternehmens zu leisten. Das war eine ganz zentrale Entscheidung für die wirtschaftliche Zukunft des ORF. Ich halte es für wichtig, zu allen Parteien eine gute Gesprächsbasis zu haben und habe daher auch keine Probleme mit FPÖ oder BZÖ.

STANDARD: ORF-Chef Alexander Wrabetz gab ihre Bestellung zum Vizedirektor zusammen mit einer Reihe anderer Personalia bekannt, die der Redakteursrat "unternehmensschädigend" nannte. Die wohl umstrittenste ist Niko Pelinka, bisher roter Fraktionschef im Stiftungsrat und Wrabetz' Wahlhelfer dort, als Büroleiter von Alexander Wrabetz. Sie haben früher die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing des ORF geleitet - hätten Sie Wrabetz zu dieser Wahl geraten?

Prantner: Generaldirektor Wrabetz braucht von mir keine Ratschläge, um seinen Büroleiter zu bestellen. Er hat das Recht, sich sein Team und seine engsten Mitarbeiter ohne Zurufe von innen oder aussen auszusuchen. Niko Pelinka ist ein Medienprofi, der mit Sicherheit einen guten Job machen wird.

STANDARD: Sie haben selbst überlegt, 2011 gegen Wrabetz als Generaldirektor zu kandidieren. Warum haben Sie davon abgesehen?

Prantner: Weil es sinnlos ist gegen einen erfolgreichen Amtsinhaber und haushohen Favoriten in ein aussichtsloses Rennen zu gehen.

STANDARD: Wie würden Sie ihr Verhältnis zu Wrabetz beschreiben?

Prantner: Wir haben ein völlig problemloses, friktionsfreies und positives Arbeitsverhältnis.

STANDARD: Wrabetz wollte Sie nach unseren Informationen in den vergangenen Jahren mehrfach zum Rückzug aus der Onlinedirektion bewegen. Wie haben Sie ihn denn davon abgebracht?

Prantner: Durch Leistung, Einsatz, unbestrittene Sacherfolge und durch meinen festen Willen, die volle Funktionsperiode von fünf Jahren als Onlinedirektor in der Geschäftsführung arbeiten zu wollen. Generaldirektor Wrabetz hat die Projekte der Onlinedirektion immer voll unterstützt.

STANDARD: Was tut ein stellvertretender Technikdirektor? Wie teilen Sie sich die Arbeit auf? Michael Götzhaber eher für traditionelle Technik, Sie nach fünf Jahren als Onlinedirektor für die neueren Medien?

Prantner: Direktor Michael Götzhaber ist Chef der Technischen Direktion, ich als sein Stellvertreter werde die Verantwortung für das Online- und Teletextangebot, für die neuen Medien und die ORF-TVthek haben.

STANDARD: Was haben Sie sich in den nächsten Jahren im neuen Job vorgenommen?

Prantner: Die Weiterentwicklung des ORF-Onlineangebots, den Ausbau der multimedialen Vernetzung von TV, Radio und Online und die offensive Umsetzung der Strategie, ORF-Content auf allen Plattformen.

STANDARD: Wie fühlen Sie sich bisher in der - rot geprägten - Technik aufgenommen?

Prantner: Diese parteipolitischen Punzierungen ganzer Direktionsbereiche entbehren jeder Grundlage. Ich kenne viele Mitarbeiter der technischen Direktion persönlich und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit ihnen.

STANDARD: Wo werden wir Sie in fünf Jahren im ORF sehen?

Prantner: Als stellvertretenden technischen Direktor, verantwortlich für den Bereich Online und neue Medien. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 28.12.2011/Langfassung)

Thomas Prantner (47) arbeitet seit den 1980ern im ORF, leitete etwa PR und Marketing, seit 2007 Onlinedirektor.

Zum Thema
Redakteure prüfen, ob ORF-Politjobs gesetzlich gedeckt - Pelinka-Posten wird ausgeschrieben

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 182
1 2 3 4 5
The Brain User
00
19.1.2012, 18:12
In dem besch*** ORF sind wirklich alle Farben vertreten...

Eine Schande!

nihil obstat
10
28.12.2011, 20:55

"habe daher auch keine Probleme mit FPÖ oder BZÖ."

Und das traut sich der laut sagen? Erstaunlich.

mirko burijan.
00
28.12.2011, 19:50
jaja, die blau-rot-verbinder im orf seit wrabetz.

Offline
02
28.12.2011, 16:31

Vielen Dank für dieses praktisch nichts sagende Interview.

planck
32
28.12.2011, 11:57
ORF-Praxis wird sich nicht ändern

...weil alle Parteien mitmischen.

Pluspunkte des ORF:
Für Ö1 und FM4, einige gute Dokus.

darkwing
00
29.12.2011, 10:41

Ö1 agree, wirklich ein Hörgenuss, aber FM4? Unaushaltbar, weil Werbung-HipHop-Werbung-Gelaber-Werbung-HipHop.....

Michael Aires
02
28.12.2011, 13:56
immer dieses FM4 gewäsch

so toll ist das nicht, weder die musik noch sonstiges gebrabbel.
wirkliches plus wär mal gscheite private sender nicht zu verunmöglichen.

Karl Kuketz
00
28.12.2011, 14:56

und was hörst du?

Michael Aires
01
28.12.2011, 15:47
auf jeden Fall kein österr. Radio...

suboptimal
 
04
28.12.2011, 11:45
ha ha … Ausschreibung

brauchen die versifften ORF-Löcher eh keine.

Amtsblatt: "Leitung des Büros GD": Pelinka-Job HEUTE ausgeschrieben
http://derstandard.at/132450140... eschrieben

*kugel*

planck
05
28.12.2011, 11:39
kommen die eigentlich zum Arbeiten auch

oder nimmt das Ränkespiel schon die ganze Zeit in Anspruch?

Vera Rschung
 
01
28.12.2011, 11:37
Blau/Roter Postenschacher in Reinkultur

Dabei posaunen Faymann & Co bei anderen Gelegenheiten (Schuldenbremse) unablässig, ein Zusammenspiel mit Freiheitlichen sei für sie aus Gründen der politischen Hygiene unzulässig.

Sobald es um fürstlich honorierte Machtpositionen und Günstlingswirtschaft geht, sind bei den Roten alle Prinzipien vergessen.

Niko Pelikan
04
28.12.2011, 11:35
So, damit ist der Information bestimmt genüge getan!

es ist mittlerweile alles gesagt und geschrieben. Somit bitte ich den Standard und seine Webplattform, die Berichterstattung über die neue ORF-Führung einzustellen und sich wichtigeren Themen der Medienlandschaft zu widmen.

Z.B. dem hier:
http://steiermark.orf.at/news/stor... s/2514829/

Vielen Dank für das allgemeine Verständnis,
lG
N.P.

99 Prozent - Pirat sein ist IN
04
28.12.2011, 11:29
zu ORF und dessen Angebot sag ich NEIN DANKE

Ein Sender der politisch geführt wird, kann unmöglich neutrale Politische Berichterstattungen bringen. Und zum schönreden brauch ich keinen ORF.

planck
00
28.12.2011, 11:42
Positiv denken: da ja alle Parteien mitmischen

kommt am Ende vielleicht ein neutrales Ergebnis raus.

Allerdings: sehr investigativ wird man eher nicht agieren.

Böse Tussi
03
28.12.2011, 11:24

*nurmehrkopfschüttel*

eins zwei drei
02
28.12.2011, 11:10

wenn ich mir die beiden vor augen führe und an meine gebührenzahlungen denke, weiß ich:

"meine spende lebt"

zumindest wird die arbeitslosenstatisik entlastet.

Ohne Gurt im Ionensturm
07
28.12.2011, 11:00

Pelinka der Medienprofi, das hat er wohl selbst nicht gewusst.

Angelika70
17
28.12.2011, 10:46

Wann werden/wurden Pranters und Pelinkas Job ausgeschrieben?
Kann man Klage erheben, wenn die Besetzung schon vor der Ausschreibung feststeht und gefeiert wird?

99 Prozent - Pirat sein ist IN
03
28.12.2011, 11:22
beim ORF nicht. Sonst überall pflicht.

Alfredo di Stefano
10
28.12.2011, 10:45

privatisieren

darkwing
05
28.12.2011, 10:31
"Pelinka wird einen guten Job machen"

Dieses vorauseilende gegenseitige Lobhudeln ist sowas von ekelig!!!
Schon klar dass der einen guten Job machen wird, das Job wurde ja extra für ihn geschaffen......herumhängen, auf wichtig machen und +6k pro Monat abkassieren - warum krieg ich nicht so einen Job? Hab genauso KEINEN Hochschulabschluss wie der Pelinka....

Dr. Usus Germanicus
00
28.12.2011, 16:30
Der Job ist nur für redwings, nicht für darkwings.

Andre Resestoiserl
03
28.12.2011, 10:31

Es muss für einen wahren Sozialdemokraten (Sozialisten) einen weltanschaulichen Tiefschlag bedeuten, in einen Topf mit diesem Josefstädter Bobotypen geworfen zu werden. Die Troika mit Rudas, Baxant und Pelikan beeinflussen einen intellektuell überforderen Faymann auf eine Art und Weise, die diesen maximal als Sprechpuppe erscheinen lässt.

Neues Spiel, neues Glück
04
28.12.2011, 10:29

Das Problem ist ja, dass alle Besitzer eines TV-Geräts diese Herren mit ihren Zwangsgebühren bezahlen müssen, und zwar unabhängig davon, ob man auch nur eine Sekunde ORF-Programme sieht oder nicht.

Dass im Jahre 2011 Millionen Österreicher ein absurdes System zur Versorgung von Politgünstlingen und Verwandten und Freunden von mächtigen ORFlern per Gesetz und unfreiwillig finanzieren müssen, ist eigentlich eine derartige Frechheit, dass einem die Luft wegbleiben könnte.

Das selbstgefällige Gelabere von Prantner, Pelinka und Co. zeigt, dass diese Herrschaften einfach nicht verstehen wollen oder können, warum es so nicht gehen kann. Alleine das disqualifiziert sie schon für das Wahrnehmen jedweder Führungsaufgaben. IM ORF und auch sonstwo.

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