Markt-Turbulenzen

Hedgefonds werden von Eurokrise ausgebremst

27. Dezember 2011, 17:23

Gerade der davor noch gefeierte John Paulson hat sich mit Wetten auf Bankaktien verspekuliert

Die Turbulenzen an den Märkten haben 2011 viele Hedgefonds auf dem falschen Fuß erwischt. Gerade der davor noch gefeierte John Paulson hat sich mit Wetten auf Bankaktien verspekuliert.

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Wien - Die Hedgefondsbranche hat 2011 Federn lassen müssen. Zwischen Jänner und November haben die spekulativen Anlagevehikel im Schnitt 4,4 Prozent verloren, so der Branchendienst Hedge Fund Research. Die Fonds, die sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzen, konnten sich damit dem Sturm an den Kapitalmärkten, der den Weltaktienindex MSCI World knapp zehn Prozent fallen ließ, nicht entziehen. Die Hedgefondsindustrie, die rund 2000 Milliarden US-Dollar verwaltet, enttäuscht damit viele ihrer Investoren, die diese Vehikel kaufen, um unabhängiger von den großen Anlageklassen Aktien und Anleihen zu sein.

40 Prozent der institutionellen Anleger sind mit den Erträgen der Hedgefondsinvestments unzufrieden, wie die Analysten von Preqin, einer international tätigen Beratungsfirma für alternative Investments, in einer aktuellen Umfrage feststellen. Das ist mehr Frust als etwa 2008, als die Kreditkrise auch zu einem drastischen Anschwellen der Pleiten in der Hedgefondsindustrie führte.

Gleichzeitig konnte die Industrie ihre hohen Gebühren auch trotz der aktuellen Krise bewahren. In der Branche gilt die Formel "2/20", also zwei Prozent Managementgebühr und 20 Prozent Gebühr auf die erwirtschafteten Gewinne. Etablierte Fonds verlangen deutlich mehr.

Dabei sagt der Erfolg in der Vergangenheit wenig über die zukünftigen Erträge aus. Die Wetten von Hedgefondsmilliardär John Paulson sind dafür symptomatisch. Paulson machte 2008 und 2009 mehrere Milliarden Dollar Gewinn, denn er setzte auf das Platzen der Immobilienblase in den USA. Der Erfolg in der Kreditkrise lockte immer mehr Investoren an, heute verwaltet seine Firma Paulson & Co. mehr als 30 Milliarden Dollar. Sein Vermögen beläuft sich mittlerweile laut aktueller Schätzung des Magazins Forbes auf 15,5 Milliarden Dollar.

Doch 2011 war ein sehr schlechtes Jahr für Paulson. Mit Wetten auf steigende Bankaktien ist der 55-Jährige eingefahren, denn die Eurokrise hat Banktitel weltweit abstürzen lassen. So hat etwa die Bank of America seit Jahresbeginn rund 60 Prozent an Wert verloren. Zudem hat der Hedgefondsinvestor mehr als 500 Millionen Dollar mit der Aktie des chinesischen Forstunternehmens SinoForest verloren. Vorwürfe bezüglich geschönter Zahlen hatten die Aktie auf einen Sinkflug geschickt.

Absturz und Aufstieg

Der Advantage Plus Fonds aus dem Hause Paulson & Co. hat laut Medienberichten seit Jahresbeginn mehr als 50 Prozent verloren, der Flaggschifffonds Advantage immerhin mehr als 35 Prozent.

Natürlich gibt es auch Fonds, die im schwierigen Kapitalmarktumfeld 2011 stark zulegen konnten. So haben einige Hedgefondsmanager gewarnt, dass die Entwicklung in China nicht nachhaltig sei. Einige wenige haben zu dieser These Produkte lanciert, die gegen China wetten. Angesichts des massiven Kreditbooms in den vergangenen Jahren setzt etwa der Schotte Hugh Hendry darauf, dass einige japanische Zulieferer in Probleme kommen, wenn sich Chinas Wachstum abkühlt. Laut Informationen von Investoren hat der China-Fonds von Hendry's Hedgefondsunternehmen Eclectica Asset Management dieses Jahr 52 Prozent zugelegt. (sulu, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.12.2011)

Kommentar posten
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slartibartfaß der Umwandler
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gleich enteignen diese sauu. zum leben hat er ca 15,4 milliarden zuviel.

DirtyHarry
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ja, der kommunismus war so menschlich und erfolgreich...

johhint
00
29.12.2011, 14:26
30 mrd. verwaltetes volumen

und 15,5 mrd. vermögen ?! da drängt sich jetzt ein ganz eigenartiges bild auf - zusammenhänge sind ganz sicher nur zufällig. die formel 2/20 trägt da vermutlich auch nett dazu bei.

wieso fällt mir so schwer, jetzt mitleid zu haben?

diesen affen sollen ihre abstrusen konstrukte mal so richtig um die ohren fliegen !

José Atento
00
29.12.2011, 02:07
Wenn es nach dem Durchschnitts-Standardleser geht

kann man an den Börsen ganz locker und ohne Arbeit reich werden.

DEi Realität zeigt, dass nicht einmal ein Profi wie Paulson das dauerhaft kann.

DirtyHarry
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Durchschnitts-Standardlesen, meinen auch, dass die neue österreichische Aktienkursgewinnsteuer Milliarden in die Staatskasse spült.

José Atento
00
Haha, ja, ab April wird ja von den Aktionären erstmals fest abkassiert.

Na da bin ich schon gespannt, wieviel das heuer einbringt ;-)

Ich schätze fast Null.
ATX letztes Jahr -35%. Die Aktionäre, die nicht in USA investiert waren, haben geblutet.
Die kommenden Jahre werden an den Börsen kaum etwas bringen.
Wer sollte als Österreicher (Privater) noch Aktien kaufen?
Die Wiener Börse ist einmal tot.

Die Dümmsten sind einfach Politiker, die die falschen Dinge zur falschen Zeit tun. Hauptsache es wirkt populistisch.

Kapitalismus Luege
00
28.12.2011, 08:55
gerade noch gefeiert ...

2x auf rot gesetzt, dann ist aber schwarz gekommen.

ich werf' schnell noch 1€ in den einarmigen Banditen, weil jetzt hab' ich schon 300.000 verloren, und irgendwann ist jetzt der Jackpot fällig.

Trugschluß des Spielers ist der Fachausdruck dafür.

Android1337
01
28.12.2011, 05:54
Ich dachte immer, die Reichen werden automatisch immer reicher

Und jetzt sowas...

José Atento
00
29.12.2011, 02:08
Es geht doch darum

die Reichen auszusackeln und die Schuldner zu retten. DAS nennt man Sozialismus.

DirtyHarry
00

Die Schuldner zu retten kann doch nicht das Ziel sein.
Niemand hat diese gezwungen sich einen Kredit aufzunehmen.

Politisch unkorrekt
01
28.12.2011, 08:35
Keine Panik, irgendwann kommt sicher ein Hedgefondsrettungspaket. Sind ja alles kleine Sparer dort.....

Perkun
00
28.12.2011, 02:08
Kein Mitleid

Mitleid mit den Hedge-Geier.
Aber, bitte, was soll das denn dann werden...

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
00
28.12.2011, 00:52
Die Hypothese der Markteffizienz bewahrheitet sich wieder..

In einem halbwegs effizienten Markt kann man auf lange Sicht durch "Spekulationsgeschaefte" (soferne man keine Insider -Information hat, aber da geht man in den USA in sehr vielen Faellen ins Gefaengnis) nicht mehr als der Markt verdienen.
Die meisten der active managed hedgefunds - wo halt bedeutungsvolle masters of the universe mit ihren Anungen den Ton angeben - sind langfristig schlechtere Anlagen als reine Index-funds (wo eben nur ein Aktienindex - wie S&P 500) simuliert wird. (Dies ist im wesentlichen darauf zurueckzufuehren, dass bei ersteren das managment laenge mal breite abcashed..)

Also erzeugt dieser Artikel ein gewisses Schmunzeln.

Podolski36
00
27.12.2011, 21:46
Und tschüss!

Ist doch fein, wenn diese miesen Zocker, die der Realwirtschaft den Boden unter den Füßen wegziehen, jetzt selbst ordentlich auf die Pappn fallen!

Johoomirsanschowiedado
03
27.12.2011, 19:33
ABSCHAFFEN!

Weg mit den Gesindel!

franz ugs
162
27.12.2011, 21:33
Gell, der Neid ist ein Hund?

Mal überlegt, wie viel Steuern in absoluten Beträgen so ein "Gsindel" bisher schon gezahlt hat?
Und wie viel haben Sie bis heute gezahlt?

emma48
00
28.12.2011, 09:14
wenig bis gar keine....

denn wer mit solchen Vehikeln spielt hat seine kohle NICHT in AT geparkt?

ich fände es super wenn das sanieren in AT da beginnen würde wo keinerlei Handwerk vorhanden ist die Steuer auf 75% angehoben wird und echte Handarbeit mit max. 15% Steuer auskommt. Uiuiuiu da wird es aber rot hageln......

Feyjama
01
28.12.2011, 08:26

Warren Buffet bezahlt laut eigenen Angaben weniger Steuer als seine Putzfrau.

Und das findet er ungerecht, ich übrigens auch.

Android1337
00
28.12.2011, 08:59

Kennen Sie den Unterschied zwischen relativ und absolut?

Feyjama
00
28.12.2011, 10:27

ja, und

Android1337
00
28.12.2011, 10:55

Buffet zahlt sicher zigtausend Mal so viel USD Steuern wie seine Putzfrau.

Feyjama
00
28.12.2011, 14:47

das aber nur wenn man davon ausgeht, das die Putzfrau nicht in einer Firma arbeitet, die ihrerseits ja auch wieder Steuern bezahlen würde.

Android1337
00
28.12.2011, 17:33

lol

CEEIT
04
27.12.2011, 23:58
Nur zur Info:

Alle großen Fondsgesellschaften, Banken und Konzerne zahlen zwischen 0 und 3% Steuern. Viele sind sogar Netto-Empfänger.

99 von der FTSE100 versteuern zumindest zum großen teil auf den Kanalinseln.

Es fließen mehr USD zwischen den USA und Karibik-oasen als zwischen den USA und der EU.

etc........

Johoomirsanschowiedado
01
27.12.2011, 23:36
Wie viele Steuern er bezahlt hat?

... ich schätze mal anteilig wesentlich weniger als ich. Würden Sie das gut finden?

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