Speed-Team

Berthold fordert Realismus

27. Dezember 2011, 15:31

Herren-Cheftrainer zu den Leistungen des Abfahrtsteams: "Müssen mit den Träumereien aufhören" - Italiener im ersten Training von Bormio voran

Bormio - Vor dem dritten Saison-Rennen am Donnerstag in Bormio warten die österreichischen Abfahrer noch auf den ersten Sieg. Mit der bisherigen Ausbeute von zwei dritten Plätzen durch Hannes Reichelt (Lake Louise) und Klaus Kröll (Beaver Creek) kann Herren-Cheftrainer Mathias Berthold aber dennoch sehr gut leben. "Die Leistungen in den bisherigen zwei Abfahrten lasse ich mir nicht schlecht reden. Wir können mehr, aber das war okay", meinte Berthold.

Der Vorarlberger stellt sich der hohen Erwartungshaltung in Österreich, fordert aber von den Medien und den Fans mehr Realismus. "Wir müssen mit den Träumereien aufhören, dass wir jede Abfahrt gewinnen. Man darf auch nicht vergessen, dass wir mit der jüngsten Mannschaft von allen am Start stehen", sagte Berthold, der mit seinem Trainerteam Jung-Abfahrer wie Max Franz (22 Jahre), Joachim Puchner (24), Matthias Mayer (21), Johannes Kröll (20), Otmar Striedinger (20) oder Manuel Kramer (22) in die Rennen schickt.

"Max Franz fährt eine Hammer-Saison"

"Es ist sehr erfreulich, dass einige Junge aufzeigen. Max Franz fährt zum Beispiel eine Hammer-Saison", betonte Berthold, dessen Speed-Team seit dem Ende der vergangenen Saison ohne das zurückgetretene Aushängeschild Michael Walchhofer, der in Bormio erstmals als Mentor für die Jungen im Abfahrtsteam fungiert, auskommen muss. Der junge Kärntner Franz landete trotz sehr hoher Startnummern in bisher allen fünf Speed-Bewerben der Saison in den Top-30, der Höhepunkt war Rang fünf im Gröden-Super-G.

Härter ins Gericht geht Berthold dennoch mit dem Großteil der Super-G-Mannschaft, die in den bisher drei Saison-Bewerben jeweils das Podest verfehlt hat. "Mit den Leistungen im Super-G bin ich absolut überhaupt nicht zufrieden. Die Mannschaft hat deutlich mehr Potenzial, das weiß jeder einzelne Athlet. Wir haben sensationelle Teilzeiten, Leute wie Reichelt versauen es sich aber durch dumme Fehler", erklärte Berthold, der seine zweite Saison als Chef der ÖSV-Herren absolviert.

Beim nächsten Super G am 20. Jänner in Kitzbühel erwartet sich Berthold deutlich mehr. "Wir müssen eben im Super-G besser trainieren, technisch besser werden und die Fehlerquellen ausmerzen." (APA)

Ergebnisse vom ersten Training für die Weltcup-Abfahrt der Herren in Bormio am Dienstag auf der "Stelvio"-Piste: 1. Matteo Marsaglia (ITA) 2:01,49 Min. - 2. Peter Fill (ITA) +0,07 Sek. - 3. Patrick Küng (SUI) 0,14 - 4. Adrien Theaux (FRA) 0,21 - 5. Didier Cuche (SUI) 0,47 - 6. Klaus Kröll (AUT) 0,52 - 7. Vitus Lüönd (SUI) 1,07 - 8. Erik Guay (CAN) 1,14 - 9. Bode Miller (USA) 1,15 - 10. Didier Defago (SUI) 1,16. Weiter: 16. Hannes Reichelt (AUT) 1,70 - 18. Georg Streitberger (AUT) 1,75 - 23. Manuel Kramer (AUT) 2,01 - 25. Joachim Puchner (AUT) 2,11 - 26. Mario Scheiber (AUT) 2,19 - 33. Romed Baumann (AUT) 2,72 - 37. Matthias Mayer (AUT) 3,20 - 40. Johannes Kröll (AUT) 3,38 - 44. Max Franz (AUT) 4,49 - 48. Björn Sieber (AUT) 4,90 - Markus Dürager (AUT) 5,49

Anmerkung: Stephan Keppler (GER) hatte mit 2:01,15 Minuten zwar Bestzeit markiert, aber dabei ein Tor ausgelassen.

tomcat13
00
interessant

dass heute 21/22 jährige als jung bezeichnet werden.

tatsächlich ist der durchschnittliche sieger in einem weltcuprennen heute 29. in den 70er war das durchschnittsalter bei 21/22.

Anaxagoras
00
28.12.2011, 12:25
Realismus ist in Österreich ein Ding der Unmöglichkeit.

Herbert Reinsch
10
28.12.2011, 11:02

>Wir müssen mit den Träumereien aufhören, dass wir jede Abfahrt gewinnen.<
eh nicht jede, aber eine wär halt schon nett!

erasmus magnifico
02
28.12.2011, 12:22

Gemessen an Aufwand, Aufmerksamkeit und Budget (zumindest doppelt so viel wie Schweiz) sind die Ergebnisse der ÖSV-Herren ein Desaster. Siege kann man nicht planen, aber die Dichte in der Spitze.

des is mei extra
01
28.12.2011, 10:10

DiCo raus!

-Lucien-
30
27.12.2011, 20:35

Berthold raus!

Ein Skitrainer aus Indien würde mehr Erfolg haben, als dieser selbsternannte Wunderwuzzi!

Wir sind die Guten!!
00
28.12.2011, 08:52
wirklich sehr lustig

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