Überwachung

28C3: Kritik an der "Liebesaffäre" zwischen Diktatoren und IT-Firmen

27. Dezember 2011, 14:53
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    foto: dpa

    Hacker am 27C3

Westliche Staaten unterstützen Repressionen autoritärer Regime

Mit dem Verkauf von Spionage-Software unterstützen westliche Staaten nach Ansicht des Netzexperten Evgeny Morozov die Repressionen autoritärer Regime. Die Hersteller von Überwachungs-Systemen scheuten nicht den Verkauf an Länder wie Syrien oder Iran, sagte er am Dienstag beim Jahreskongress des Chaos Computer Clubs (CCC) in Berlin. Der größte Hackerverein in Europa diskutiert bis Freitag über Netzpolitik, Datenschutz und Überwachungstechnologie und stellt technische Systeme wie Handys und Websites, aber auch Industrieanlagen auf den Prüfstand.

Diktatoren und westliche Technologie-Unternehmen hätten eine "heimliche Liebesaffäre"

Diktatoren und westliche Technologie-Unternehmen hätten eine "heimliche Liebesaffäre", sagte Morozov in der Eröffnungsrede des Kongresses. Morozov verglich die Programme mit Waffen: Ein Exportverbot funktioniere nur, wenn es global gelte, sagte der Weißrusse, der an der amerikanischen Stanford-Universität forscht. Er plädierte für eine Außenpolitik, die den Einsatz von Überwachungs-Software berücksichtigt.

Der CCC sieht sich selbst in einer wichtigen gesellschaftlichen Rolle. CCC-Sprecher Frank Rieger betonte die exponentiell wachsende Bedeutung von Technologie in der heutigen Zeit. Die Aktivitäten der Hacker-Community seien daher nicht nur eine Spielerei - "wir sind im Zentrum der gesellschaftlichen Entwicklung".

Staatstrojaners

Staatliche Spionage-Software wird auf dem Kongress auch weiter eine Rolle spielen. Der CCC hatte in den vergangenen Monaten mehrere Versionen des in Deutschland eingesetzten Staatstrojaners analysiert und war zum Schluss gekommen, dass diese gesetzeswidrige Funktionen enthielten. Der Club werde einen Forderungskatalog für den Umgang mit staatlicher Schnüffel-Software aufstellen, sagte CCC-Sprecherin Constanze Kurz der Nachrichtenagentur dpa im Vorfeld des Kongresses.

"Behind enemy lines"

Das Motto des CCC-Kongresses lautet "Behind enemy lines" (Hinter feindlichen Linien). Es beziehe sich auf die zunehmende Diskussion über "Cyberwar", erklärt CCC-Sprecherin Kurz - also die Fortsetzung kriegerischer Auseinandersetzungen im Internet. Zudem spiele es darauf an, dass viele Hacker sich in einem rechtlichen Graubereich bewegten.

Ausverkauft

Die Tickets für den Kongress waren bereits im Vorfeld ausverkauft, es gibt nur noch kleine Kontingente für Tagesbesucher. Ein großer Teil der 100 Vorträge wird aber per Livestream im Internet zu sehen sein, sofern die Verbindung steht. Zudem organisieren Hackergruppen in 26 deutschen Städten Live-Übertragungen. Bei Twitter tauschen sich die Kongressbesucher unter dem Schlagwort (Hashtag) "28C3" aus. (APA)

Honzo1122
00

Auch in Syrien wird westliche Technologie eingesetzt.

Erwin Wolfram
02
28.12.2011, 01:35
...

ich seh keinen unterschied zum westen... schade...

Christoph Lechleitner
01
27.12.2011, 18:30
Erster nach 4h

Still hier.
Ich glaub' alle üblichen Poster sind selber hier ;-))
MfG aus Berlin

monoton
01
28.12.2011, 07:57

sie sind hier im standardforum, dh hier schlagen sich die leute lieber die köpfe bei ios vs android vs winmob ein.
schöne grüße nach berlin

horli
01
27.12.2011, 19:06
BundesInkompetenz

leider kein Ticket bekommen, aber per Live Stream dabei :-)

Unglaublich dilletantisch und inkompetent die Poltitik in D in Sachen Bundestrojaner.
Wenn das in Sachen Finanzpolitik auch so ist, dann gute Nacht....

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