Schüler erkunden Witterungsphänomene - Bereits 4.500 Wetterfotos auf "MeteoPICS"
Wien - Starkregen, Stürme, Hagel: Von Meteorologen werden solche
Ereignisse ausführlich mit Messdaten dokumentiert, Bilder davon gibt es aber nur
selten. Dieses Manko beheben will das seit zwei Jahren laufende
Schulforschungsprojekt "MeteoPICS". Dabei laden sowohl Schüler als auch Hobby-Wetterforscher
Fotos von Wetterphänomen hoch und stellen Fragen dazu, Wissenschafter
kommentieren die Bilder. Mit dem wissenschaftlichen Erfolg des Projekts, das
Ende Juli 2012 ausläuft, zeigt sich die Zentralanstalt für Meteorologie und
Geodynamik (ZAMG) schon jetzt hochzufrieden.
Einzigartiges Projekt
Das laut ZAMG österreich- und europaweit einzigartige Projekt soll zum Aufbau
einer umfassenden Datenbank dienen. "Das Fotoarchiv wächst täglich. Seit
Projektbeginn wurden rund 4.500 Wetterfotos von 650 Schülern und 2.000 Fotos von
außerschulischen Nutzern auf die Website www.meteopics.eu hochgeladen", so
Birgit Ramsauer von der ZAMG.
Lokale Wetterereignisse würden zwar sehr genau gemessen, doch Bildmaterial
dazu fehle. Fegt etwa ein Sturm über einen Salzburger Ort, werden zwar Fakten
wie Windstärke oder -richtung festgehalten. "Doch Bilder beispielsweise über die
Schäden, die der Sturm in der Region angerichtet hat, gibt es keine", so
Ramsauer. Da kommen die Nutzer ins Spiel: Ihre "qualitativ überaus hochwertigen"
Beiträge ergänzen die automatisierten Messdaten auf anschauliche Weise und
sorgen für eine gute Dokumentation extremer Phänomene. Wissenschafter erhalten
aktuelle Informationen über die Auswirkungen des Wetters, sie kommentieren die
Fotos und erklären, was sich da eigentlich abgespielt hat.
Auszeichnung für die besten Fotos
Derzeit machen beim Projekt, das vom Direktor der Zentralanstalt, Michael
Staudinger, ins Leben gerufen wurde, 16 Schulen mit. Der Einstieg als
Projektpartner für Schulen, öffentliche wie private Institutionen,
Outdoor-Sportler, Alpinisten oder sonstige Naturliebhaber ist aber jederzeit
möglich. Die besten zwölf Schülerfotos werden jährlich in den vier Kategorien
aktuelle Wetterereignisse, Wetterwissen, Klimaänderung sowie Wetterschäden
ausgezeichnet. Die Gewinner wurden vor kurzem von Wissenschaftsminister
Karlheinz Töchterle ausgezeichnet.
Das Projekt wird im Rahmen des Programms "Sparkling Science" vom
Wissenschaftsministerium gemeinsam mit der ZAMG durchgeführt. In dem Programm
zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung arbeiten Wissenschafter gemeinsam mit
Jugendlichen an aktuellen Forschungsvorhaben. (APA)