Deutscher Richter: Kino.to zu nutzen ist strafbar

27. Dezember 2011, 13:47
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Amtsgericht Leipzig stellte fest, dass sich User illegaler Streaming-Plattformen strafbar machen

Bisher galt das Ansehen von illegal im Web als Stream zur Verfügung gestellten Filmen als rechtliche Grauzone. Im Verfahren gegen das Film-Portal kino.to hat das deutsche Amtsgericht in Leipzig nun jedoch festgestellt, dass sich auch die User strafbar machen, berichtet der Branchendienst Meedia.

Massenhaft Straftaten

Demnach verstoße auch Streaming "dem Grunde nach" gegen das Urheberrecht. Laut Richter Mathias Winderlich würde bei der Nutzung eines Streams eine Verbreitung und Vervielfältigung der Inhalte stattfinden. Denn dabei würden Inhalte heruntergeladen, wenn auch zeitlich begrenzt. Das ist in Deutschland verboten. Auf Portalen wie kino.to würden somit massenhaft Straftaten begangen. Die rechtliche Verfolgung dürfte aufgrund der zahlreichen User jedoch sehr schwierig sein.

Nicht so in den Niederlanden

In anderen Ländern sieht es mit der Strafbarkeit von Downloads und Streams anders aus. So hat das niederländische Parlament nun gegen einen Gesetzesentwurf gestimmt, nach dem der alleinige Download von Filmen und Musik als illegal gelten sollte. Auch in Österreich ist das Streamen von geschützten Inhalten nicht illegal, sofern Filme nicht heruntergeladen und wieder verbreitet werden.

Haftstrafen

Kino.to ist unter dieser Adresse mittlerweile nicht mehr erreichbar. Vier ehemalige Mitarbeiter sind inzwischen unter anderem zu Haftstrafen verurteilt worden. Am härtesten traf es dabei einen ehemaligen Betreiber der Seite, der kürzlich zu drei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt worden war (der WebStandard berichtete). (red)

  • Das Ansehen von Streams auf illegalen Film-Seiten ist laut dem deutschen Amtsgericht Leipzig strafbar
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    Das Ansehen von Streams auf illegalen Film-Seiten ist laut dem deutschen Amtsgericht Leipzig strafbar

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