Kritik an Russland-Wahl

Putin sagt "njet" zu Forderungen der Opposition

27. Dezember 2011, 12:55

Kritik an der Opposition

Moskau - Nach den Massenprotesten vom Wochenende hat der russische Regierungschef Wladimir Putin einer Überprüfung der Ergebnisse der Parlamentswahlen eine strikte Absage erteilt und scharfe Kritik an der Opposition geübt. "Die Dumawahlen sind abgeschlossen", sagte Putin am Dienstag in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache vor Anhängern. "Eine Überprüfung steht nicht zur Debatte." Möglich sei lediglich der Weg über die Gerichte. Es war Putins erste öffentliche Reaktion auf die Proteste gegen die Staatsführung, zu denen am Samstag in Moskau rund 100.000 Menschen zusammengekommen waren.

Zugleich warf der Regierungschef der Opposition vor, die Parlamentswahl "delegitimieren und abwerten" zu wollen. "Sie haben kein einheitliches Programm, keinen Weg, wie sie ihre Ziele erreichen können - die wiederum auch nicht klar sind - und keine Leute, die etwas Konkretes erreichen könnten", sagte Putin. Daher sei die Opposition dazu übergegangen, den Verlauf der Wahl schlechtzureden. Bei der Wahl am 4. Dezember hatte Putins Partei "Geeintes Russland" trotz erheblicher Stimmenverluste ihre absolute Mehrheit verteidigt. Die Opposition wirft ihr Wahlfälschung vor und fordert Neuwahlen.

Die Opposition befürchtet zudem Wahlfälschungen bei der Präsidentschaftswahl im kommenden März, bei der Putin antreten wird. Putin sagte dazu, "Andeutungen", wonach Wahlfälschung drohe, müssten eingestellt werden. "Ich als einer der Kandidaten brauche keine Tricks", betonte Putin. "Ich will den Willen und das Vertrauen der Menschen."

Opposition für Putin "unfähig"

Putin warf der Opposition am Dienstag zudem Unfähigkeit vor. "Das Problem ist, dass sie kein einziges Programm haben", sagte der Premier bei einer Veranstaltung der Gesamtrussischen Volksfront, einer Sammlungsbewegung seiner Unterstützer für die Präsidentschaftswahlen im März. "Die haben viele individuelle Programme, aber kein gemeinsames. Sie haben auch keinen klaren Weg, auf dem sie ihre Ziele erreichen wollen, die zudem unklar sind. Und es gibt keine Leute, die in der Lage wären, irgendetwas Konkretes zu tun."

Der Regierungschef, der nach der Präsidentenwahl am 4. März wie schon von 2000 bis 2008 im Kreml das höchste Staatsamt bekleiden will, sprach sich für einen offenen Konkurrenzkampf aus. Wichtig seien Transparenz und Objektivität der Präsidentenwahlen, sagte Putin.

"Ich will selbst, dass diese Wahlen maximal transparent sind. Und ich möchte, dass das allen klar ist. Ich will mich auf die Willensbekundung des Volkes stützen können, auf Vertrauen", betonte Putin.

Nach der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Parlamentswahl vom 4. Dezember hatte Putin angeregt, die künftigen Voten mit Web-Kameras zu überwachen. Er forderte nun noch eine Debatte darüber, wie eine glaubwürdige Wahl organisiert werden könne. (APA/AFP)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 28
1 2
Molodez
13
28.12.2011, 11:19
Es ist ja lächerlich eine Wahl für 110 Nio. Wähler neu abzuhalten, weil es einzelne Unregelmäßigkeiten gegeben hat.

Das Wahlergebnis spiegelt durchwegs den Willen des Volkes wider.

Nur weil ein paar vom Ausland finanzierte Krawallmacher künstlich skandalisieren um ihre Judaslohn zu erhalten, muss man das nicht noch zusätzlich aufblasen.

Putin ist sicher gut beraten, die Finanzierung und die Kommunikation der sogenannten NGOs und der außerparlamentarischen Figuren wie Akunin oder Nawalny zurückverfolgen zu lassen.

Raptor Jesus
01
28.12.2011, 02:19
So wie ich das beurteile, war weniger Putin und mehr die Lokalpolitiker an den Manipulationen beteiligt

die sich dadurch einen Karrieresprung erhoffen.
Das sagt jetzt nichts positives über Putin aus da er seine Partei der Gauner und Diebe nicht unter Kontrolle hat.
Ihm die alleinige Schuld zu geben halte ich für höchst gefährlich, da es seinen politische Gegnern in die Hände spielt.
Seine Beseitigung wird dann zwar Jubel auslösen, aber den Sumpf nicht austrocknen.

Red Core
11
28.12.2011, 11:38

putin ist für den westen eine bedrohung deshalb finanzieren sie die oppositionen und versuchen somit putin zu stürzen. hier geht es auch um den iran und syrien da russland die beiden unterstützt und somit eine blockade für den westen darstellt würden sie es schaffen putin loszuwerden haben die dan keine probleme dort einzumarschieren. deshalb diese ganzen verzweifelten versuche vom westen die regierung von putin zu stürzen.

Liburna
02
27.12.2011, 21:41
nonanet

Dass die russische Opposition unfähig ist, braucht es nicht die Aussage eines Putin. Er bemüht sich eh damit sie ihre Unfähigkeit einsieht.

Red Core
01
27.12.2011, 19:44

also ich weis nicht wen der westen solche leute wie nawalny unterstützt der in der rechten szene in russland viel rumkommt muß hier irgendwas nicht stimmen.oder die westlichen politiker sind sehr verzweifelt.

NONE
61
27.12.2011, 16:06

Putin ist so oder so ein Auslaufmodell.

Peacefaktor
310
27.12.2011, 14:51
was mir komisch vorkommt:

Putins Partei schneidet schlechter ab, als vorhergesagt und soll beschissen haben?
Bei der Wahl läuft es wie bei uns: man geht in einen Raum, dort sitzen Vertreter jeder Partei, dann zeigt man seinen Ausweis, bekommt Kuvert und Stimmzettel, geht in die Wahlkabine, macht seine Kreuze, wirft das Kuvert ein, nimmt seinen Pass und geht. Danach wird von allen Anwesenden Parteimitgliedern ausgezählt...

Für mich ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich entweder um schlechte Verlierer handelt oder es eine ausländisch gesteuerte Demo ist ( daher auch die englischen Plakate?)

Auch über die zahlreichen pro Putin-Demos wird hier nichts berichtet. Das nährt den Verdacht auf übliche westliche Propaganda.
Leider.

jovanotti_for_president
00
28.12.2011, 07:49
Ein Wahlverlust ist nicht per se ein Ausschlussgrund für Manipulation

Wie es aussieht sind nicht nur die westlichen Medien der Überzeugung,dass es Unregelmässigkeiten gab:
http://www.zeit.de/politik/a... nrechtsrat

http://www.european-exchange.org/fileadmin... ubarew.pdf

Siehe 2.Absatz bei "Bewertung der Wahlgesetzgebung".
Abgesehen davon werden Parteien nur dann zur Wahl zugelassen,wenn sie 50.000 Mitglieder aufweisen können & man erreicht Mandate nur mit landesweit 7%.
Kein Wunder,dass es da einige "schlechte Verlierer" gibt,die sich vom Dekomkratieprozess ausgeschlossen fühlen.

Ausländisch gesteuert?Eine vom CIA organisierte Demo?
Könnte es sein,dass die 100.000 protestierenden Russen wirklich faire & transparente Wahlen wollen?

NONE
05
27.12.2011, 16:06

Das der Westen extrem anti-russisch berichtet ist korrekt.

Es ist aber genauso korrekt das Putin ein Machtmensch ist der sich an der Macht halten möchte koste es was es wolle.

p c2
02
27.12.2011, 20:53
Es ist aber genauso korrekt das Putin ein Machtmensch ist der sich an der Macht halten möchte koste es was es wolle.

ist das etwas aussergewöhnliches bei der spezie politikerInnen?

Peacefaktor
12
27.12.2011, 18:52
Machtmensch sicherlich:

wer von all denen, die sich da wie dort um diese Posten streiten sind keine Machtmenschen?

Würde alles tun, um an der Macht zu bleiben?
weiß ich nicht. Gibt sicherlich auch da Grenzen.

Ich habe aber nur Verdachtsmomente für mich, dass alles auch ein bisserl anders sein könnte aufgezeigt und nicht von feststehenden Tatsachen gesprochen. Aber es gibt mittler Weile Hinweise auf Verbindungen zum Westen, Geldflüsse, Unterstützungen, etc., was untersucht werden sollte.
Putin ist im Westen sehr unbeliebt, weil er den Jezinwahnsinn beendet hat, und Leute wie Soros und Brzinski sind ziemlich russophob.
Es ist schade, dass man wenig ausgewogene Berichte bekommt.

Hofzwerg
90
27.12.2011, 14:50
was soll er ander sagen, der herr vom KGB ?

D.S.1
14
27.12.2011, 15:58

Interessant: Das Klären von vermuteten Wahlfälschungen durch Gerichte ist also ein Spezifikum des KGB.
Wer soll das sonst klären, außer den Gerichten? Das Weiße Haus (in Washingtion), oder wer? Oder gar DerStandard.at?

Hofzwerg
01
27.12.2011, 18:48
@D.S.1

sie haben nichts verstanden

D.S.1
00
28.12.2011, 09:03

und was genau hätte ich verstehen sollen?

Hofzwerg
10
30.12.2011, 08:12
ihre antwort sagt alles

Jimmy Neutron
41
27.12.2011, 14:34

"Möglich sei lediglich der Weg über die [Anm. des Posters: der von Putin kontrollierten] Gerichte." So so.

D.S.1
13
27.12.2011, 16:02
über die Gerichte...

ist so in einem Rechtsstaat, nur in einer Diktatur wie den USA ist das anders, wo der Kandidat mit der niedrigeren Gesamtstimmenzahl gewinnt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C... aaten_2000

Jimmy Neutron
00
27.12.2011, 21:39

Und inwiefern soll die Supreme Court Entscheidung der US Präsidentenwahl von 2000 ein Gegenbeispiel der Rechtsstaatlichkeit liefern? [Kopfschüttel...]

D.S.1
00
28.12.2011, 09:09

"Da die Mehrzahl der Richter am Supreme Court von republikanischen Präsidenten ernannt wurde, war bereits des Öfteren Kritik an der Objektivität der Entscheidung des Gerichts laut geworden."

Jimmy Neutron
00
28.12.2011, 12:05

Gut, und sind die Richter in Russland nicht vom Kreml bestimmt?

D.S.1
01
28.12.2011, 12:26

Höchstrichterkandidaten können vom Präsidenten vorgeschlagen werden. Der sogenannte Bundesrat (zweite Kammer neben der Staatsduma) entscheidet, wer genommen wird.-

hart_aber_fair
09
27.12.2011, 14:10

obwohl mehr purin anhänger als gegner auf die strassen gehen, liest man in keiner zeitung von unterstützungs veranstaltungen. millionen menschen haben putins partei ihre stimme gegeben und demonstrieren gegen diese angebliche "opposition" die ihnen ihre bereits abgegebenen stimmen nehmen will. aber kein bericht davon, nirgends...

Red Core
40
27.12.2011, 13:27

putin wird die präsidentschafts wahlen gewinnen mit fairen mitteln natürlich wird hier dan im westen behauptet er habe geschummelt wie immer.oder ist es dem westen lieber die kommunisten würden an die macht kommen also wen das passiert werden sie andere parteien verbitten und gorbatschow verhaften dan folgt eine neu gestaltung der sowjetunion.die nationalisten wen die gewinnen werden sie jegliche nicht russen aus russland rauswerfen oder ermorden das gleiche betrifft auch die opposition ich glaube die würde noch was schlimmeres erwarten foltern einsperren und dan eventuell ermorden lassen.

BMA
00
28.12.2011, 18:14
Wenn du das Geschreibsel

"die kommunisten würden an die macht kommen also wen das passiert werden sie andere parteien verbitten und gorbatschow verhaften dan folgt eine neu gestaltung der sowjetunion.die nationalisten wen die gewinnen werden sie jegliche nicht russen aus russland rauswerfen oder ermorden"

ernst meinst, tust du mir leid.

Has du das Programm der KPRF überhaupt gelesen?
Wenn sie so radikal wären, hättens schon längst ein Revolutions-Untergrundkampf geführt.
Und noch ein mal für ganz Kopflose: Schirik ist kein Nationalist - er tut nur so als wäre er einer.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 28
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.