Beispielloser Ansturm

Gold glänzte 2011 wie nie

27. Dezember 2011, 12:50
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    foto: apa/uwe anspach

    Zeigte sich 2011 nur ein kurzer, heftiger Goldrausch, oder wird der Preis für das gelbe Edelmetall weiter steigen?

Die Angst vor der Inflation trieb den Preis für das Edelmetall mit 1.920 Dollar je Feinunze zum bisherigen Höchststand

Frankfurt - An den Finanzmärkten herrschte 2011 mehr als einmal die nackte Panik und Anleger stürmten in vermeintlich sichere Anlagehäfen. Vor allem Gold stand bei vielen verängstigten Investoren ganz oben auf den Kaufzetteln. Im Spätsommer erreichte die Flucht in das gelbe Edelmetall den vorläufigen Höhepunkt. Anfang September kostete die Feinunze (etwa 31 Gramm) 1.920 Dollar (1.470 Euro) und damit so viel wie noch nie. Dann folgte im Herbst das vorläufige Ende einer beispiellosen Rekordjagd. Auch wenn der Goldpreis zuletzt kräftig zurückfiel, zeigt sich Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank überzeugt: "Der Goldpreis kommt wieder."

Antriebsfeder

Über weite Strecken des Jahres sahen Experten die Furcht vor einer hohen Inflation als stärkste Antriebsfeder für den Goldpreis. Die Sorge einer schleichenden Entwertung der Ersparnisse habe Investoren zeitweise in Scharen in die vermeintlich risikoarme Anlageform Gold getrieben. Zudem ließ die Schuldenkrise in der Eurozone die Anleger ähnlich wie nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers vor drei Jahren erneut in den Abgrund blicken. Bis zum September waren Investoren fieberhaft auf der Suche nach "sicheren Häfen" für ihr Geld.

Dann folgte seit September eine Schwächephase und der Goldpreise fiel zurück bis an die Marke von 1.600 Dollar. Fachleute sehen die Ursache unter anderem in der angespannten Lage vieler großer Investoren im Zuge der Euro-Schuldenkrise. "Zuletzt suchten die Investoren Liquidität", erklärte Experte Weinberg den Preisrutsch. Dennoch: Das Edelmetall bescherte den Besitzern über die vergangenen fünf Jahren eine stolze Rendite von etwa 170 Prozent.

In den Sommermonaten waren es vor allem jüngere Anleger, die die Flucht ins Gold antraten. Laut einer Umfrage, die das deutsche Forsa Institut im Sommer im Auftrag des Magazins "Stern" erstellte, brachte erstaunliches zutage: Nur 22 Prozent der Goldkäufer waren über 60 Jahre alt. Dagegen lag der Anteil der 30- bis 44-Jährigen etwa doppelt so hoch. Auch Aussagen von Goldhändlern zeigen, dass viele Käufer von Gold erstaunlich jung sind. Die Jungen kennen die Risiken, die beim Kauf des gelben Edelmetalls drohen, sagte ein New Yorker Händler. Sie scheuen aber noch mehr die Risiken, die schon immer in Aktien oder seit jüngstem auch in Staatsanleihen stecken.

Erstmals sorgte der Goldboom aber auch in der breiten Bevölkerung für einen beispiellosen Ansturm auf das gelbe Edelmetall. Innerhalb weniger Monaten änderten sogar die deutschen Innenstädte ihr Erscheinungsbild. Riesige Plakate an den Fassaden von Juwelierläden mit Aufschriften wie "Goldankauf", "Zahngold, Schmuckgold", "Bargeld sofort" waren seit den Sommermonaten kaum noch zu übersehen.

Glücklich konnten sich diejenigen schätzen, die Gold bereits über viele Jahre gehortet hatten. Während die Börsenkurse seit Beginn der Finanzkrise vor drei Jahren mehr schlecht als recht liefen, lieferte das Edelmetall immer wieder enorme Renditen. Kaum zu glauben: In wenigen Tagen wird der Goldpreis das elfte Jahr in Folge mit Preissteigerungen abgeschlossen haben. Eine nahezu beispiellose Bilanz.

Schlangen an den Bankschaltern

In den Boomphasen wurde das Gold zeitweise sogar knapp und es bildeten sich Schlangen an den Bankschaltern. Findige Geschäftsleute sorgten schnell für Abhilfe. Auf Flughäfen und Bahnhöfen tauchten Goldautomaten auf. Reisende mit dem nötigen Kleingeld oder mit Kreditkarte können so schnell kleine Goldbarren kaufen. Und der Einfallsreichtum der Goldhändler kennt kaum Grenzen. Zuletzt tauchten bereits erste Goldautomaten in exklusiven Lokalen deutscher Großstädte auf.

Eine Frage treibt die Anleger an den Finanzmärkten und die Besitzer des gelben Edelmetalls um: Zeigte sich 2011 nur ein kurzer, heftiger Goldrausch, oder wird der Preis für das gelbe Edelmetall weiter steigen und nach elf glanzvollen Jahren vielleicht sogar das Dutzend voll machen? Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Prognosen deutscher Banken: Einen ähnlichen Goldboom wie 2011 wird es im kommenden Jahr wohl nicht mehr geben. Aber es gibt nach wie vor zahlreiche Gründe, die für einen steigenden Goldpreis sprechen. An erster Stelle steht die weiter extrem expansive Geldpolitik der weltweit führenden Notenbanken und die damit verbundene Sorge vor einer steigenden Inflation. (APA)

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Peugeot206
00
Gold ist die beste Anlageform...

wenn man's nimmer wieder sehen will :-)

http://derstandard.at/132548552... forumstart

peace & love
00
28.12.2011, 13:41
Das Edelmetall bescherte den Besitzern über die vergangenen fünf Jahren eine stolze Rendite von etwa 170 Prozent.

da von 'rendite' zu sprechen, ist ein wenig gewagt. aber die inflation prallt sicher ab.

supermike
21
28.12.2011, 11:31
Die Verlierer des kommenden Finanzcrashs sind die Sparbuchbesitzer

Deshalb: maximal 10.000 - 20.000 € auf Konten / Sparbüchern lassen und den derzeit günstigen Goldkurs ausnutzen und gängige Handelsmünzen wie Philharmoniker oder MapleLeaf kaufen.

Wer mir nicht glaubt kann recherchieren wer in den letzten Jahrzehnten bei Währungsreformen in anderen Ländern verloren hat - es waren nicht die Leute die vorher ihr Geld in Gold / Silber gewechselt und dann in die neue Währung rückgewechselt haben.

Wer seine 10 Schilling Münze aus 925èr Silber behalten hat, konnte sich über einen Materialwertzuwachs von ca. 500% freuen - beim Wechsel auf Euro hat man kräftig verloren.....

ravenna
00
28.12.2011, 11:23

Ob man es noch einmal erleben darf, dass ein Gold-Artikel die für Österreich relevante Situation - und zwar die in EURO - beschreibt?

peace & love
10
28.12.2011, 13:42
nicht hier ...

... aber im web:

hartgeld.com (eher grenzwertig)
acting-man.com (eher seriös)

ravenna
10
29.12.2011, 08:43

Man dürfte aber eigentlich auch erwarten, dass es irgendwann irgendjemand bei der APA bzw. der sich selbst "Qualitätszeitung" nennenden Zeitung behirnt.

peace & love
00
29.12.2011, 11:07
vergessen Sie's.

der mainstream berichtet nicht über 2%-phänomene. wenn das dort steht, ist jeder zug abgefahren.

ich hab' noch was gefunden:

http://www.goldseiten.de/content/d... ryid=16640

chrilly donninger1
10
28.12.2011, 11:19
Chrilly's Gold Report

Ich gebe jeden Monat einen gratis Gold-Report heraus. Dieser kann unter c.donninger@wavenet.at bestellt werden.
Der Report richtet sich primär an Laien, wird aber auch von Profis gern gelesen. Er beschäftigt sich aus der Sicht eines Quants (Börsen-Statistikers) skeptisch-nüchtern mit den Ereignissen an der Börse und ihre Auswirkungen auf den Goldpreis.

chrilly donninger1
00
28.12.2011, 12:18
Lieber Rotstrichler

als geborener Contrarian freu ich mich über jedes Rotstricherl. Ich weiss dann: Meine kritischen Gold-Betrachtungen stören die Gold-Gläubigen. Das ist der Sinn der Beiträge.
Mein absoluter Höhepunkt als Forums-Poster sind 43 Rotstricherl.

chrilly donninger1
00
28.12.2011, 10:54
Gold ist ein etwas heller glänzendes Kupfer

Der Gold- und Kupferpreis sind seit Ende August hoch korreliert. Wobei die Performance von Kupfer seither etwas besser ist.
Gold ist in letzter Zeit ein ordinäres Commodity geworden. Das kann sich wieder ändern. Man weiss das an der Börse ja nie. Aber momentan ist es nachweislich ein gewöhnliches Commodity mit leicht unterdurchschnittlicher Performance.

ravenna
00
28.12.2011, 11:24

Na dann weisen Sie das einmal nach.

chrilly donninger1
00
28.12.2011, 11:41
Ganz simpel

Man braucht sich nur die Performance des Gold ETFs GLD und des Kupfer ETFs JJC anschauen (man kann auch die jeweiligen Rohstoffpreise nehmen, aber für die ETFs habe ich die Tick-Daten).
Und daraus eine gewichtete Korrelation berechnen
(es werden neuere Werte etwas höher gewichtet als alte). Die Korrelation beträgt zur Zeit +0.63. Sie steigt seit September kontinuierlich an.
Das ist ein üblicher Wert für die Korrelation zwischen Commodites.

ravenna
00
28.12.2011, 12:12

Genau. Und weil in der Wiener Innenstadt die Geschwindigkeit eines Ferraris geradzu sensational mit der eines Reisebusses korreliert, ist ein Ferrari ab sofort ein Reisebus!

chrilly donninger1
00
28.12.2011, 12:26
Vom Standpunkt der Fortbewegung

in der Wiener Innenstadt ja.
Wobei laut Auskunft eines befreundeten Autonarren ein Ferrari überhaupt nicht zum Fahren gedacht ist.
Das ist ein Objekt, dass man am besten in der Garage hegt und pflegt.
Als Quant in einem Hedge-Fond ist für mich die Bewegung der Preise, die Volatilität und ihre Relation die einzig relevante Grösse.
Alles andere ist mystischer Klimbim. Der Klimbim ist nur interessant, wenn er sich auf die Preise auswirkt. Was im Moment nicht der Fall ist.

chrilly donninger1
00
28.12.2011, 10:43
Die Veranlagung in Gold

geht seit Ende August zurück. Speziell die grossen Hedge-Fonds haben ihre Bestände stark reduziert. Auch in den gemischten Commodities-Indezes wird Gold 2012 geringer gewichtet werden.
http://www.kitco.com/reports/K... 11222.html

Es ist ein altes Phänomen dass Laien in Märkte einsteigen wenn die Profis schon reduzieren.
Wenn wer sagt, der Goldpreis wird nächstes Jahr steigen oder fallen, ist er entweder ein Lügner oder ein Trottel.
Die Vorhersage von Börsekursen ist der neue Stein der Weisen. Das Ergebnis all der Bemühungen ist: Es geht nicht.

ARO5
02
28.12.2011, 11:20

Unsinn, natürlich wird der Goldpreis nächstes Jahr steigen oder fallen.

chrilly donninger1
00
28.12.2011, 11:48
Die Prognose "er wird steigen oder fallen"

ist natürlich richtig.
Ich meine Prognosen, die von einer der beiden Alternativen ausgehen. Z.B. prognostiziert der Mann von der Commerzbank im Artikel steigende Preise.
Analysten sind am Umsatz beteiligt. Er bekommt einen Bonus wenn die Commerzbank mehr Goldprodukte verkauft.
Im Zweifelsfall entscheidet er sich daher für die Richtung, für die sich für ihn auszahlt.

chrilly donninger1
00
28.12.2011, 11:33
Es haben auch die Südkoreaner ihre Bestände

im August erhöht.
Der Goldbestand der Zentralbanken ist heute allerdings eine relativ bescheidene Grösse.
Momentan sind die Ströme:
Die grossen ETFs verkaufen. U.A. auch deswegen, weil sie das Geld woanders dringend brauchen. Stichwort "Credit-Crunch".
Es sind aber auch Fonds ausgestiegen, weil ihnen die Sache zu unsicher wurde. Z.B. hatten wir im Sibyl-Fond 10% Gold. Das haben wir im August auf Null reduziert.
Wenn Gold in Commodity-Indezes reduziert wird, halten die Index-ETFs ebenfalls weniger Gold.
Die Kleinanleger und Notenbanken kaufen. Wobei bei den Kleinanlegern vor allem die neuen Mittelschichten in Indien und China dominieren.

Tom Duplex
00
28.12.2011, 10:40
So oder so

beim Kauf von Gold oder anderer Edelmetalle bekommt man eine Ware.
Das ist der Unterschied!

chrilly donninger1
02
28.12.2011, 10:49
Und was tut man mit dieser Ware?

Der einzig mir bekannte Nutzen von Gold stammt von Onkel Dagobert. Der nahm jeden Tag ein Bad in seinen Goldmünzen und hatte sichtliches Vergnügen daran.
Nüchtern betrachtet ist Gold nutzlos und verursacht nur Lagerkosten. Sein Wert ist der Mythos vom sicheren Hafen.

Dramaqueen
00
27.12.2011, 18:21
...und Ron Paul möchte zum Goldstandard zurückkehren!

chrilly donninger1
01
28.12.2011, 10:57
In der US-Politik laufen mehr Wahnsinnige

herum. Wobei sich letztendlich aber immer die halbwegs normalen Kandidanten durchsetzen.

Thomas turnbichler
43
27.12.2011, 18:01
Kein Wunder und die Aussichten?

Solange es den Euro noch gibt, wird auch der Goldpreis steigen. Erst wenn die Europäer den Mut und die Kraft finden, wieder auf eigenstaatliche währungen und demnach ihren Länder entsprechende marktwirschaftliche Situation anzupassen, wird die Goldhause vorbei sein. Mein Anlagetip ist ganz einfach, solange Gold kaufen, solange es den Euro noch gibt.

Piefke in Tirol
00
28.12.2011, 11:01
Wohl zum Höchstpreis eingekauft? :-))

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