Milizen sollen in Armee und Polizei integriert werden
Tripolis - Die libysche Übergangsführung hat die früheren Aufständischen, die gegen das Regime von Muammar al-Gaddafi gekämpft haben, aufgefordert, sich im Jänner registrieren zu lassen, um ihre allfällige Eingliederung in die Sicherheitskräfte zu prüfen. Das diesbezügliche Programm sei aber nicht als "Belohnung" aufzufassen, erklärte Innenminister Fawzi Abdelali am Montag in Tripolis. Die Revolutionäre ("Thowar") müssten sich entscheiden, ob sie der Armee oder der Polizei beitreten oder staatliche Hilfen für private Projekte in Anspruch nehmen wollen.
Die Registrierung soll nach Angaben von Verteidigungsminister Osama al-Jouili vier Wochen dauern. Anschließend werde man unter Berücksichtigung vorhandener Kenntnisse und Fähigkeiten über weitere Ausbildungsmaßnahmen entscheiden; dazu gehörten auch Training und Schulungen im Ausland. Dies werde zu einer Aufwertung der unter dem früheren Regime vernachlässigten regulären Streitkräfte führen, sagte der Minister. 25.000 Ex-Rebellen sollen vom Innen- und 25.000 vom Verteidigungsministerium aufgenommen werden. Der regierende Übergangsrat hat laut Analyse der "International Crisis Group" keineswegs die Kontrolle über das kriegszerstörte nordafrikanische Land. Mehr als 125.000 Libyer sollen unter Waffen stehen.
Der mächtige Kommandant der früheren Aufständischen in Misrata, Fraj al-Soueilhi, hatte zuvor scharfe Angriffe gegen den Übergangsrat in Tripolis gerichtet und die Forderung erhoben, dass die "Thowar" mindestens "40 Prozent" der Ratsmitglieder stellen müssten. (APA/AFP)