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Beit Shemesh - Israels Staatspräsident Shimon Peres hat seine Landsleute aufgerufen, religiöse Fanatiker in die Schranken zu weisen. Hintergrund ist der eskalierende Streit um die von ultra-orthodoxen Juden geforderte Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit. "Die gesamte Nation muss mobilisiert werden, um eine Mehrheit aus den Händen einer kleinen Minderheit zu befreien", sagte Peres am Dienstag laut der israelischen Tageszeitung Haaretz. Er rief dazu auf, an der für heute geplanten Demonstration gegen religiöse Fanatiker in Beit Shemesh, südwestlich von Jerusalem, teilzunehmen. Mehrere tausend Israelis folgten seinem Aufruf am Dienstag Abend.
"Kampf um das Wesen Israels"
Der Parlamentarier der linken Meretz-Partei, Nitzan Horowitz, bezeichnete die Debatte über die Rechte der Frauen als Kampf um das Wesen Israels. "Hier steht nicht ein einzelner Stadtteil oder eine bestimmte Buslinie auf dem Spiel, sondern der Charakter des Staates. Wird Israel ein fortschrittliches und demokratisches Land sein oder eine abgeschottete und rückständige Gesellschaft?", sagte der Politiker bei der Kundgebung. Demonstranten trugen Schilder mit Aufschriften wie: "Israel soll nicht wie der Iran werden" oder "Die Mehrheit bricht ihr Schweigen".
Vorgeschichte: Auseinandersetzungen mit Polizei
Mehrere hundert ultra-orthodoxe Juden hatten sich am Montag in Beit Shemesh gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Die Demonstranten hatten lautstark eine strikte Geschlechtertrennung im öffentlichen Leben gefordert. Dabei war nach Polizeiangaben ein Beamter leicht verletzt worden, mindestens sechs Demonstranten wurden vorübergehend festgenommen. Mehrere Polizisten und Journalisten waren Augenzeugen zufolge attackiert worden, Mülltonnen seien in Flammen aufgegangen.
Angriffe auf Kamerateams
Den Auseinandersetzungen war der Notruf eines Fernsehteams des Senders Channel 10 vorausgegangen. Das Team hatte am Montag in der Stadt einen Beitrag über Bildung gefilmt und war anschließend laut Polizeiangaben von protestierenden Haredi, also Angehörigen des ultra-orthodoxen Judentums, umzingelt worden. Einige Stunden zuvor waren Polizisten und Beamte ebenfalls von Haredi-Angehörigen umzingelt worden, während sie versucht hatten, Schilder auf einer Straße zu entfernen, die Männer und Frauen dazu aufriefen, unterschiedliche Gehsteige zu benützen.
Erst vergangenen Sonntag war ein Kamerateam von 200 Ultra-Orthodoxen angegriffen worden, als es Schilder filmte, die Frauen aufforderten, nicht vor der Synagoge stehen zu bleiben. Die Polizei verstärkt ihre Patrouillen in Beit Shemesh nun.
Für Dienstag wurde eine Kundgebung gegen die Ausgrenzung von und Gewalttaten gegen Frauen durch die Ultraorth-Odoxen angekündigt. Mehr als 10.000 Menschen werden erwartet, schreibt die israelische Tageszeitung Haaretz. Busse aus Tel Aviv, Jerusalem, Haifa und anderen Städten sollen weitere Demonstranten nach Beit Shemesh bringen, das Geld dafür stamme aus Spenden.
"Heute steht nicht nur unsere Polizei auf, sondern wir alle als Nation. Wir alle - Religiöse, Säkulare, Traditionelle - müssen den Charakter unseres Landes gemeinsam verteidigen gegen eine Minderheit, die die nationale Sicherheit gefährdet", sagte Präsident Peres weiter gegenüber Journalisten. Angesprochen auf die Ultra-Orthodoxen in Beit Shemesh, befand Peres: "Sie sind nicht grenzenlos mächtig (wörtlich "not the masters of the earth"), schreibt Ynetnews, ein Nachrichtenportal, das von der israelischen Tageszeitung Yedioth Ahronoth, betrieben wird.
Haredi machen in Israel rund zehn Prozent der Bevölkerung aus, in zehn Jahren soll sich ihre Anzahl verdoppeln. Eine ultra-orthodoxe Familie besteht im Durchschnitt aus sieben bis acht Kindern. Zwischen 60 und 70 Prozent der Väter gehen keiner Arbeit nach, sondern werden vom Staat finanziert und widmen sich dem Studium der Tora.
Frauenrechte
Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte am Sonntag daran erinnert, dass Israel eine "westliche liberale Demokratie" sei, in der für Diskriminierung kein Platz sei. Vielen geht die Vorgangsweise gegenüber den Ultra-Orthodoxen im Land nicht weit genug, der israelische Staat sei zu nachgiebig ihnen gegenüber, wenn es um Frauenrechte geht.
Die Ultraorthodoxen stellen sich gegen das Recht auf Gleichheit von Männern und Frauen und die Frauenrechte, auch wenn diese in der israelischen Verfassung festgehalten sind. In Buslinien etwa haben sie eine strikte Geschlechtertrennung durchgesetzt, die jedoch in jüngerer Zeit immer wieder von Frauen in Frage gestellt wurde. In israelischen Medien häuften sich daher zuletzt Berichte über Aggressionen gegen ultra-orthodoxe Frauen, die sich der Rangordnung nicht unterwerfen wollten.
Die Haredi-affine Zeitung Yated Ne'eman, in Besitz der United Torah Judaism Partei warf Netanyahu zur gleichen Zeit vor, seine "loyalen Partner zu verraten". Moshe Gafni, United Torah Judaism-Abgeordneter in der Knesset, dem israelischen Parlament, warnte den Premier ganz offen davor, ihn im Falle "mangelnder Unterstützung" bei den kommenden Wahlen nicht mehr zu unterstützen. (fin, derStandard.at, 27.12.2011)
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wenn du den artikel gelesen hättest, wüsstest du, dass es sich dabei nicht um einige hundert deppen handelt, sondern um bis zu 10% der bevölkerung.
dieser terror der radikalen gefährdet inzwischen die irsaelische gesellschaft und ihre werte.
also wenn das kein thema ist. über das der standard berichten soll, dann weiß ich nicht...
Wenn in jeder Straßen ein paar Hundert stehen, sind das aber auch mehr.
Jedenfals hat das Problem der radikalen Religiösen inzwischen auch in Israel ein Ausmaß angenommen, dass demokratie- und gesellschaftsgefährdend ist. Daher ist es wohl höchst an der Zeit, darüber zu berichten.
die wenigen hundert gehören aber zu einer 10% großen bevölkerungsschicht, das tun die paar hanseln bei uns (hoffentlich) net. das is der unterschied.
die ultraorthodoxen sind a problem, so wie alle religiösen fanatiker. hab mir nen haufen dokus angeschaut zu dem thema, da hebst dann schnell mal ne augenbraue.
Syriens Assad hat nie behauptet die Super Demokratie in ME zu seinl Israel jeden Tag. Also wird
IL nach anderen Maßstäben gemessen. Seit 2 Dekaden schaukelt sich das hoch, Wir haben das Migrantenproblem zu lösen Israel das Haredim Problem. Quizfrage - was ist leichter lösbar ?
Das Verhältnis zwischen Ultraorthodoxen und Staat ist wohl ein zentrales Thema der israelischen Staatsdoktrin.
Wenn sich hier eine grundlegende Änderung abzeichnet ist das durchaus berichtenswert.
Wenn Sie persönlich dagegen sind dieses Thema nicht auf die vordersten Seiten zu bringen können Sie aber dazu beitragen:
ganz einfach nicht posten!
Denn umso mehr Postings ein Thema bringt umso prominenter wird es platziert.
in die 50er und 70er war es um einiges schlimmer, dass problem ist, dass journalisten keine ahnung von geschichte haben.
in die 50er waren zehntausende ultraorthodoxe auf der straße, ebenso in den 70ern.
israel ist seit der zeit bei weitem säkulärer geworden.
Zwar will die Hamas, dass langfristig einen solchen gemeinsamen Staat, in dem alle, gleich welcher Religion oder Herkunft, gleichberechtigt leben. Aber ob sie bereit ist, dazu getrennte Gehsteige und Geschlechtertrennung in öffentlichen Nahverkehrsmitteln in Kauf zu nehmen, ist eher unwahrscheinlich.
Glauben diese ganzen Fanaten - egal ob Juden, Moslems, oder Christen - wirklich, dass es ihren Gott, den Schöpfer des Universums und der Zeit, irgendwie juckt, welchen Gehsteig die Weibchen des Homo Sapiens-Affen benutzen, oder ob dir vom Scheitel bis zur Sohle in Textilien eingepackt sind.
Die Herrschaften sollen sich mal überlegen, wieso ihr Schöpfer sie splitternackt aus den Mu$chis ihrer Mamas in die Welt flutschen lässt - und wieso er ihren Mamas nur einen Ausgang angelegt hat, für Mädchen und Buben.
Ich fürchte, die Bürgerlichen werden nie lernen, dass sich aus taktischen Gründen - nämlich um an die Macht zu kommen - mit den Rechten zu verbünden *immer* zum Desaster führt.
(Dzt. HU, zuvor AT; ES: mal sehen; und das vorige Jhd. ist sowieso voll von Lehrbeispielen, aus denen genau die nichts lernen, die sie zu verantworten haben.)
Wenn in Israel von Anfang an mehrheitlich solche Menschen gelebt hätten, wären die längst alle verhungert. Nur in ihrer Fantasie, hat man den Palästinensern das Land weggenommen, das Israel heute ist. 70% des Landes waren unfruchtbar, es gab kaum Infrastruktur und die wenigen Ansiedlungen hatten bestenfalls Dorfcharakter.
Das einzige, was radikal war, war ihr ueberlebenswille - und das war gut so!
Woher kamen dann die mehr als 750.000 Flüchtlinge und die zig-tausenden Toten? Es waren die Bauern, die das Land über Jahrtausende nachhaltig(!) bewirtschaftet haben, mit ihren Kindern, Frauen und Alten. Wie überall auf der Welt war auch hier die ländliche Bevölkerung stock konservativ, jedenfalls alles andre als radikal, gingen Problemen eher aus dem Weg als das sie den Konflikt suchten. Genau das wurde ihnen zum Verhängnis.
und 65% von ihnen blieben auch innerhalb des Mandatsgebiets. Die meisten wurden von den arabischen Truppen vertrieben, um nicht in die Kampfhandlungen zu kommen oder Platz für eine bessere Aufstellung der Truppen zu bieten. Nur eine Minderheit wurde von israelischen Truppen vertrieben.
Ihre zigtausend toten sind laut palästinensischen Angaben etwa 12.000, eine Zahl, die von Historikern stark bezweifelt wird, weil es keinerlei Aufzeichnungen oder dementsprechende Begräbnisstätten gibt.
Aber eigentlich bin ich nicht ihr Rechercheur, zumindest für Wiki sollt's doch sogar bei ihnen langen.
Und zum Verhaengnis wurde ihnen der glaube an die Versprechungen der arabischen Brüder.
1. Die Flüchtlingsströme entstanden ab dem 29.11.1947, da war es bis zum Eingreifen der arabischen Truppen noch über ein halbes Jahr hin.
2. Natürlich stammen sie aus dem Mandatsgebiet, woher denn sonst?
3. Zu den 750.000 kommen noch diejenigen hinzu, die es nicht bis zur Grenze schafften. Später kamen weitere dazu.
4. Warum gibt es keine Begräbnisstätten? Weil Isr keine Beweise wollte und deshalb über die verscharrten Leicheberge Wälder gepflanzt hat. Die Orte sind dennoch gut zu erkennen, weil die Bäume nicht in die Gegend passen und weil immer wieder einfach so in der Gegend Mauerreste der ehemaligen Ortschaften gänzlich funktionslos herumstehen. Dort braucht man nur zu graben.
ihre aktuelle Quelle ist die Seite der Deutsch-palästinensischen Gesellschaft, die für mich keine glaubhafte Quelle ist, weil ausschliesslich ihre Interessenten vertretend. Aber offensichtlich war ihnen Wiki zu objektiv.
2. Stammten aus dem GESAMTEN Mandatsgebiet, also auch aus jenen Gebieten, die ohnehin den Palästinensern gehört hätten und aus denen sie nicht hätten flüchten müssen.
3. und 4. fällt in den Bereich der Mythen, Märchen und Dolchstoßlegenden. Es gibt keinerlei ernstzunehmende historische Erkenntnisse, dass diese Behauptungen auch nur das geringste mit der Realität zu tun haben.
Die Aufgeregtheit der werten Online-Gemeinschaft geht da ein bisserl ins Leere: Beit Shemesh ist in Israel ein absoluter Sonderfall und mit seinen 80.000 Einwohnern wohl die Hochburg der Orthodoxen in dem Land. In den 50er Jahren war Beit Shemesh auch mal der geografische Nukleus der Likud-Bewegung von Menachem Begin. Jedenfalls: daraus auf das Gefüge in der israelischen Gesellschaft schließen zu wollen, ist ein bisschen so, als würde man das Bierzelt, in dem St. Rache seine Reden hält, zu einem Spiegel der österreichischen Seele erklären. Und das will doch keiner.
Fundimaenner und auch Fundifrauen gibt es ebenso unter Atheisten. Versuchen ebenfalls ständig, mich zu missionieren und zu bekehren... Trage ich Lewis, dann bin ich ein Kommerzialist. Höre ich Metallica, dann bin ich ein Sexist. Esse ich einen Burger, dann bin ich ein Faschist. Lese ich einen Arthur Conan Doyle, dann bin ich blöd weil Schundliteratur. Geb ich ihnen einen auf die Nase, dann lasse ich mich leicht provozieren. Na ja, jedem kann man es auch nicht recht machen.
Das wissen sie auch, denn sie praktizieren es ja täglich…
Wer seinen Staat als den „Staat der Juden“ aufbaut, was ja etwas anderes ist als ein jüdischer Staat, kann keine der jüdischen Strömungen ausschließen. Also bespucken sie sich gegenseitig. So wie alle anderen sowieso.
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