Eingeschleppte Parasiten

Malaria-Erreger kam mit den Sklavenschiffen nach Südamerika

27. Dezember 2011, 16:16

Vergleichende genetische Analyse zeigte: das Plasmodium falciparum stammt aus Afrika

Washington - Eine langjährige Kontroverse um die Ankunft des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum in Amerika dürfte mit der Veröffentlichung aktueller Forschungsergebnisse beendet sein: Eine vergleichende genetische Analyse konnte zeigen, dass der Parasit, der die gefährliche Malaria tropica auslöst, mit dem Sklavenhandel von Afrika nach Südamerika gelangt ist. Die Studie wurde  in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS") präsentiert.

Bisher waren sich Forscher uneinig, ob der Erreger erst mit der europäischen Auswanderung und dem afrikanischen Sklavenhandel nach Südamerika kam, oder auf sehr viel ältere Ursprünge zurückgeht, wie ältere Beweismaterialien nahelegen.

Für ihre Studie analysierte das Forscherteam um Erhan Yalcindag von der Universität Montpellier Malaria-Erreger in infizierten menschlichen Blutproben. Diese stammten unter anderem aus dem Afrika südlich der Sahara, dem Mittleren Osten, Südostasien und Südamerika. Die Forscher bestimmten die genetische Verwandtschaft der Erreger und fanden Belege für einen afrikanischen Ursprung von Plasmodium falciparum in der Neuen Welt.

Zwei Hauptstränge

Außerdem entdeckten die Forscher zwei genetische Hauptstränge des Parasiten in Südamerika: einen nördlichen und einen südlichen. Die Autoren, die ihre Studie in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften veröffentlichten, vermuten, dass die beiden Stränge unabhängig voneinander während des Sklavenhandels eingeschleppt wurden. (APA, red)

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