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Das weite Gender-Land: Schule auf den Kopf gestellt

26. Dezember 2011, 18:04
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    foto: apa/hochmuth

    Heidi Schrodt: "Eine koedukative Schule, die wirklich alles auf den Kopf stellt."

Der kleine Unterschied ist nicht der einzige, der in der Schule große Folgen hat - Er ist aber einer der wichtigsten - In der Lehrerausbildung hat er bis jetzt keine zentrale Rolle gespielt - Das muss sich ändern, fordern Experten

Wien - Buben sind besser in Mathematik als Mädchen. Ja? Sind sie das? Bloß weil sie in Österreich bei drei von drei Pisa-Studien bessere Leistungen zeigten? In Litauen waren die Mädchen 2009 besser. Und in 16 von 38 OECD-Ländern rechneten die Schülerinnen gleich gut wie die Schüler.

Mädchen lesen besser - in 38 von 38 Pisa-getesteten OECD-Ländern. Aber: Zwischen ein bisschen besserer Leseleistung und einer Geschlechterdifferenz von einer ganzen Kompetenzstufe ist doch ein ziemlich weites Land für Fragen rund um das Geschlechterverhältnis in der Schule.

Bestes Beispiel sind die Naturwissenschaften. Es ist jenes Bildungsfeld, auf dem seit vielen Jahren und in vielen Ländern mit genderbewussten Unterrichtsmethoden gearbeitet wird, um speziell Physik und Technik für Mädchen attraktiver zu machen. Auf internationaler Ebene sind in den Naturwissenschaften keine einheitlichen Vorteile für Mädchen oder Buben erkennbar. Es gibt Länder, da sind die Mädchen vorn, in anderen die Buben. Zufall? So viel Zufall ist kein Zufall.

Es zeigt, wie bewusster Unterricht, der die Kategorie Geschlecht ins Auge fasst, geschlechtsspezifische Unterschiede in den Leistungen als "gemachte" aufzeigen und auch abbauen kann. Das setzt aber flächendeckendes Bewusstsein in der Lehrerschaft voraus, und an dem mangle es in Österreich, kritisiert die Vorsitzende der Initiative BildungGrenzenlos, Heidi Schrodt. Es gebe viele Lehrerinnen und Lehrer, die in ihrer Ausbildung nie mit dem Thema "Gender" konfrontiert worden seien.

"Ich orte Nichtvorhandensein", sagt die langjährige Direktorin der AHS Rahlgasse in Wien, wo sie sich viele Jahre mit dem Thema Gender in der Schule befasst hat: "Man muss es immer hineinreklamieren, egal, ob es Lehrpläne sind oder die Neue Mittelschule."

Diversität und Individualität

Für die neue Lehrerbildung fordert sie daher, dass "jeder neue Lehrer, jede neue Lehrerin Gender und Diversität im Lehrplan haben muss". Diversität als logische Weiterentwicklung der zweigeschlechtlich gedachten Schule, die sich bewusst macht, dass nicht nur kleine Mädchen und Buben, die mit unterschiedlichen Rollenbildern aufwachsen und konfrontiert sind, in der Klasse sitzen.

Diversity ist nichts anderes als das, was als "Individualisierung" von Schule diskutiert wird: "Jedes Kind soll in den Fokus genommen werden", erklärt Schrodt: "Mädchen ist nicht gleich Mädchen. Türkin ist nicht gleich Türkin. Und das Gleiche gilt für Buben."

Individualisierter Unterricht mache es zudem "viel leichter, auch auf die einzelnen Kinder in ihrer Unterschiedlichkeit einzugehen". Der Umgang mit Gender und Diversität bedeute, dass Lehrer etwa wissen, wie sie methodisch den Unterricht gestalten sollen, "dass er dazu beiträgt, dass dadurch Stereotype aufgebrochen werden".

Aus der Rolle trauen

Dazu gehört auch herauszufinden, was gut funktioniert. In der AHS Rahlgasse wurde etwa in der "Lernwerkstatt", einem vorwissenschaftlichen Pflichtfach in der 3. und 4. Klasse, ursprünglich in gemischten Klassen gearbeitet. Man habe aber die Erfahrung gemacht, dass sich getrennter Unterricht in dem Fach "sehr bewährt". "Sie haben sich dann doch mehr getraut, aus ihrer Rolle herauszukommen." Buben hatten plötzlich keine Scheu, ihre Chemiekenntnisse in einer Hautcreme zu beweisen. Neben den Mädchen in der Klasse ging das nicht so gut.

Von gänzlich nach Geschlechtern getrenntem Unterricht sei man mittlerweile "abgekommen", sagt Schrodt. Die deutsche Erziehungwissenschafterin Hannelore Faulstich-Wieland spricht von "Dramatisierung des Geschlechts", indem die Differenzen zwischen Mädchen und Buben überhaupt erst inszeniert werden und traditionelle Muster sogar verstärken.

Wo vor 20 Jahren noch mit reinen Mädchenschulen wie der feministischen Virginia-Woolf-Schule in Wien experimentiert worden sei, wäre es heute "wohl eher was, wo man sagt: Wir machen eine koedukative Schule, die wirklich alles auf den Kopf stellt und die Frage stellt, wie man dann Schule besser machen kann", sagt Schrodt.

Näher als eine auf den Kopf gestellte Schule ist die neue Lehrerausbildung. Und für die gelte: "Gender- und Diversity-Kompetenz ist in allen Master-Paketen" drin, betont der Vorsitzende der Vorbereitungsgruppe zur PädagogInnenbildung neu, Andreas Schnider, im Standard-Gespräch.

"Diversity-Kompetenz" der Pädagogen bedeute, mit Heterogenität, mit Unterschiedlichkeit in der Klasse, in der Schule umzugehen, etwa indem Mehrsprachigkeit von Kindern mit Migrationshintergrund positiv reflektiert und in den Unterricht eingebracht wird. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, Printausgabe, 27.12.2011)

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metalwoman
01

Nicht der Unterricht ist das Problem, sondern die gesellschaftlichen Erwartungen. Diese lernen Kinder schon lange vor dem Schuleintritt und sich davon abzuwenden, ist schwierig. Von mir wurde erwartet, eine tüchtige Hausfrau und Jungbäuerin zu werden, aber mit 18-19 Jahren kam ich drauf, ich will das gar nicht, sondern ich will lieber Diplomingenieurin in einem gaaanz schwierigen Männerberuf werden.
Klar, es gibt auch Mädchen, die in Frauenberufen glücklich und zufrieden sind, aber den anderen wünsche ich: einen großen Dickschädel, Durchhaltevermögen und ein paar Leute, die an sie glauben und helfen, alle Selbstzweifel zu beseitigen.

bycicle
00
ich glaub auch

dass es im schulsystem viel größere probleme als das gendern gibt. leider.

D/E
00
30.12.2011, 20:46
Dass in der Schule schon fast alles kopf steht,

ist der Frau Direktor i. R. natürlich nicht aufgefallen.

Was ist eigentlich die Pensionistinnenversion von "betriebsblind"?

Karl Buschina
00
29.12.2011, 19:52
Ein großer Unterschied.,.

Scientists have just discovered that the birth control pill has strange effects on a woman's memory. To explore this, they showed a group of women (half on the pill and half not) a film and asked them a bunch of questions about it afterward. What they found was that the women who weren't taking the pill generally had a pretty good eye for details. The others, however, tended to fumble along like toddlers in a pool made of Jell-O.

http://www.cracked.com/article_1... ry_p2.html

D/E
01
29.12.2011, 17:11
"Ich orte Nichtvorhandensein"

kann man zu vielem sagen.

Meistens fehlt die Ahnung.

Die wenigen an unserer Schule maturierenden Mädchen leisten im Beruf viel, sind erfolgreich und können trotzdem ein Leben als Frauen führen.

Leider überzeugen diese Vorbilder immer weniger Mädchen.

Alle Initiativen nach dem Muster FIT (Frauen in die Technik) sind wirkungslos verpufft.

Wahrscheinlich haben wir nicht brav genug gegendert.

3dGeist
00
28.12.2011, 15:35
Verkehrte Welt

In Israel kämpft die Politik gegen Geschlechtertrennung, bei uns will man sie Schritt für Schritt einführen.

Ernst Hirschmugl
 
13
28.12.2011, 14:38
Müssen Töchter besser sein ?

Von meinen 3 Kindern wurde jedes in seinen Talenten gefördert, in seinen Schwächen etwas angeschoben. So war meine zweite Tochter ein Rechengenie; ich war darum aber nicht enttäuscht.
So ab dem 14. Lebensjahr haben sich beide Töchter von Logikwissenschaften abgewendet, und sich mehr dem Schminken und Zettel-schreiben (heute wohl Handy-SMS) zugewendet, und mein Sohn (er war der Jüngste) die Töchter überholt. Ist Letzteres für Emanzen ein Problem?
Heute sind alle 3 beruflich in guten Positionen, mein Sohn als Dipl. Ing. mehr technisch, meine Töchter gleichwertig in Nicht-technischen Disziplinen. Ist auch das für Emanzen ein Problem ?

WK1404
02
28.12.2011, 13:21
Paradoxe Minderheitenhätschelung

Die Zahl der Frauen, die diesem Schwachsinn etwas abgewinnen können, hält sich in Grenzen. In England geben sich die Frauen auch nicht die Kugel, weil der kleine Unterschied (der hauptsächlich in der Medizin, in der Mode und im Schlafzimmer wesentlich ist) sprachlich nicht hervorgehoben wird. Sehen die armen Kreaturen, die durch sprachliche Monstrositäten glauben aufgewertet zu sein, irgendwo ein Unterwäscheplakat, so ist das aber auch wieder frauenverachtend; dann wiederum kommt die Sexismuskeule, alternierend mit den bösen Biologismen, wobei aber weiterhin biologistisch gefressen, gesch****n und gevö***t wird und man schon die Volksschulkinder dazu anfeuert. Kehrt jemals wieder die Vernunft ein?

Ernst Hirschmugl
 
01
28.12.2011, 14:42

dabei wendet sich die Unterwäsche-Reklame an Frauen, und Frauen sehen diese an, mit dem Aspekt, andere Frauen mit der Wäsche übertrumpfen zu wollen. Und dann reden die über Sexismus; sie sind es, die dem Sexismus Vorschub leisten, sowohl die Models, als auch die Käufer- und Trägerinnen.

Weit haben wirs gebracht
29
27.12.2011, 20:09

Es ist Bürgerpflicht bei jeder Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass diese Themen nicht der Wunsch der Mehrheit sind sondern nur einer verschwindend geringen Minderheit die auf ihren Platz verwiesen werden muß. Die Welt hat andere Probleme. Österreich auch. Es wurde dazu von uns allen viel zu lange geschwiegen.

keywords
30
27.12.2011, 23:02

die welt hat andere probleme als dass ein riesen teil des potentials der östereicherInnen brach liegt, weil männer z.b. nicht lehrer sein wollen und frauen z.b. nicht automechanikerinnen?

ich sehe darin einen enormen volkswirtschaftlichen schaden, da leute berufe ausüben, für die sie schlechter geeignet sind als für andere, weil sie stereotypen folgen.

sie haben recht, die welt hat andere probleme. aber kann sich österreich das leisten?

Mein Verteidiger gehört psychiatriert
05
28.12.2011, 13:03
Da liegt nix "brach".

Es gibt männliche Lehrer wie auch Automechanikerinnen. Dafür brauchen wir weder ein Frauenministerium noch zig-tausende "Frauenprojekte".

Übrigens: Österreich ist EU-Nettozahler (wenn auch ein hochverschuldeter). Das verdanken wir den tüchtigen Männern und Frauen dieses Landes und nicht den GenderQuotenDiversity-Esoterikern!

Der Wicht
 
00
28.12.2011, 12:31

Glauben Sie, wenn jemand etwas nicht sein will, aber es dann trotzdem lernen muss, dass er besser darin wird als jemand, der bereits von Kindesalter an Interesse an dieser Sache hat?

Hafniumcarbid
05
28.12.2011, 10:37
Am besten gefällt mir,...

...wie sich gelernte Sonderschulpädagoginnen (wenn wir bei Stereotypen sind!) wie Fr. H.-Hosek aufpudeln und mehr Frauen in der Technik fordern. Klar, die anderen Frauen sollen das machen, ihr selber wärs wahrscheinlich zu anstrengend, was?

Mein Verteidiger gehört psychiatriert
01
28.12.2011, 13:22
Sehr aufschlußreich ist zb. auch welche Studien

die tapferen Kämpferinnen der ÖH stets wählen: Gender Studies, Politikwissenschaften, usw.

Nie schafft es da eine Physikerin oder Informatikerin...

Chemist88
01
29.12.2011, 03:14
Die meisten Fraun

die gut in dem sind das sie tun wollen und brauchen das ganze ja auch nicht;-)

Die meisten meiner Kolleginnen halten diesen ganzen Genderwahnsinn für Blödsinn.

Hafniumcarbid
03
28.12.2011, 10:36
Jeder kann alles werden.

Egal of Frau oder Mann - sollte das noch nicht zu dir durchgedrungen sein.
Und dass Berufsentscheidungen "Stereotypen" folgen, will ich dir angesichts der Fülle an Frauen- und Mädchenmentoring- und Förderprogramme nicht wirklich abnehmen. Frauen werden ja mittlerweile mittels Quoten und sonstigen Maßnahmen sozusagen auf Händen in "männliche" Berufe bzw. Studien getragen. Trotzdem nimmt etwa in der Informatik in den ersten paar Semestern der Frauenanteil signifikant ab. Alles Stereotype? Bissl plumpe Schlussfolgerung, würd ich meinen. Männer und Frauen sind nun mal nicht gleich, so einfach ist das. Wären sie es, würde es ja keine Maßnahmen wie die oben erwähten geben. Gleichzumachen sind sie allerdings auch nicht, das müssen wir akzeptieren.

Weit haben wirs gebracht
23
27.12.2011, 23:22

Man kann sich ja mal durchrechnen, was all die Gender-Institute an den Unis, die unzähligen Gender-Beauftragten im öffentlichen Dienst und dergleichen mehr pro Jahr so kosten. Dass dabei genau Null produktive Leistung für die Gesellschaft entsteht, sollte sogar einem Grünen klar sein. Und genau das kann man sich nicht leisten - und darüber hinaus will sich das die Mehrheit auch nicht leisten, es wurde ihr von einer zugegeben sehr lauten und penetranten Minderheit aufs Aug gedrückt. Weder Frauen noch Männer haben irgendeinen Nerv für den Blödsinn.

ascafirithion
11
27.12.2011, 19:13
Gender änd Diversity

Leider ergibt 2xunnütz in diesem Fall nicht 0.

Dr. Ewald Hinterfotzig
11
27.12.2011, 18:10

Lächerlich, dass es immer noch Leute gibt, die denken Männer und Frauen wären wirklich gleich. Willkommen in der Realität: Das ist Unsinn.

General Cornwell
06
27.12.2011, 15:18
Für die richtigen Männer unter uns ist diese Genderbewegung ja geradezu ein Segen

im Hinblick auf die Partnerwahl.

Frauen wählen natürlich nachwievor aufgrund evolutionärer Muster - und nicht auf der Grundlage von ehrgeizigen Parteisekretären vom Spittelberg.
Gleichbleibende Nachfrage nach richtigen Männern bei extrem verknappten Angebot an solchen (durch die Tschänderei flächendeckende Entmännlichung) bewirkt also einen extremen Preisanstieg der übriggebliebenen Männern.

Kurz gesagt: die Frauen werden sich um den Mann alten Stils geradezu reißen...

Rosa Stahl
00
31.12.2011, 21:45

wenn sie mit "altem Stil" eine gesunde Mischung aus Ausbildung, beruflichem status, Benehmen, Familiensinn und Empathie meinen, dann sollen sich die Damen durchaus darum raufen...

Bernhard Marold
00
29.12.2011, 16:31
Ich weiss nicht, welche

Frauen Sie kennen, aber meine Erfahrung geht eher dahin, dass die Frauen (Verallgemeinerung - ich weiss) heute schon schlauer sind. Es sind eher die Männer, die es noch noch nicht gerafft haben. "Der liebe Gott schuf seinerzeit zu viele Frauenkenner, und hat langsam auch kein' Bock mehr auf diese Penner" Ina Deter

Karl Buschina
03
27.12.2011, 18:12
Da kann man sogar die Homos schätzen.,.Zwei Fliegen/Männer auf einen Schlag weniger Konkurrenz.

Und natürlich auch zwei übergebliebene Frauen mehr welche dann auf Gender jammern.

Der lachende Mann
03
27.12.2011, 15:30
Tun sie seit eh und je

Der Natur pfuscht man halt nicht ins Handwerk.

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