Fukushima

Atomkatastrophe: Bericht erhebt schwere Vorwürfe

26. Dezember 2011, 16:17

Versäumnisse von Betreiber Tepco und Regierung - Derzeit laufen nur noch sechs von 54 japanischen Atomreaktoren

Tokio - Eine von der japanischen Regierung eingesetzte Expertenkommission hat dem Atomkraftwerks-Betreiber Tepco schwere Versäumnisse vor und während der Katastrophe von Fukushima vorgeworfen. In einem am Montag vorgelegten Zwischenbericht wird aber auch das Krisenmanagement der Regierung kritisiert. Nach der Abschaltung eines Atomreaktors für Wartungsarbeiten laufen in Japan derzeit nur noch sechs der mehr als 50 Reaktoren des Landes.

Das Atomkraftwerk Fukushima war durch ein verheerendes Erdbeben und einen darauffolgenden Tsunami am 11. März schwer beschädigt worden. Die Zerstörungen in der Anlage lösten den weltweit schwersten atomaren Unfall seit Tschernobyl 1986 aus. Zehntausende Menschen wurden obdachlos, da ganze Städte wegen der radioaktiven Strahlung unbewohnbar wurden.

Auf Gefahren nicht vorbereitet

In dem Bericht werfen die Experten Tepco vor, die Gefährdung des Atomkraftwerks falsch eingeschätzt und Mitarbeiter nicht ausreichend ausgebildet zu haben. Tepco sei nicht auf eine 14 Meter hohe Tsunami-Welle vorbereitet gewesen, obwohl die Gefahr real gewesen sei. "Tepco rechnete nicht mit einer Situation, in der alle Stromquellen in mehreren Reaktoren wegen einer Naturkatastrophe gleichzeitig unterbrochen würden, und hat die Mitarbeiter nicht ausgebildet, darauf zu reagieren", kritisierten die Fachleute.

Tepco habe zudem falsch auf die Katastrophe reagiert, hieß es in dem mehr als 500-seitigen Bericht, für den 456 Beteiligte befragt wurden. Die Kernschmelzen und das Entweichen radioaktiven Materials hätten begrenzt werden können, wenn in den Reaktoren 1 und 3 früher Druck abgelassen worden und schneller Wasser zur Kühlung zugeführt worden wäre. Auch sei die Kommunikation zwischen den Einsatzteams mangelhaft gewesen. So hätten kleine Gruppen immer wieder Entscheidungen getroffen, ohne die Vorgesetzten darüber zu informieren.

Stresstests

Auch die Arbeit der Regierung wird in dem Bericht angegriffen, dessen Endfassung im Sommer 2012 veröffentlicht werden soll. Zwar hätten Wirtschaftsministerium und Atomsicherheitsbehörde beklagt, von Tepco nicht schnell genug Informationen über die Entwicklungen in Fukushima zu erhalten; zugleich seien aber keine Behördenvertreter in den Unternehmenssitz entsandt worden. Auch die Evakuierungsanweisungen der Regierung seien fehlerhaft gewesen: Die Bewohner einiger Gegenden, die ihre Häuser verlassen sollten, seien in Regionen gebracht worden, in denen die radioaktive Belastung nach der Katastrophe noch höher war.

Neuneinhalb Monate nach der Atomkatastrophe laufen derzeit nur noch sechs der insgesamt 54 Atomreaktoren des Landes. Der Stromversorger Kyushu Electric Power nahm in der Nacht auf Montag seinen Reaktor in Genkai im Südosten des Landes für vorgeschriebene Wartungsarbeiten vom Netz.

Auch die jetzt noch laufenden sechs Reaktoren müssen bis Ende Mai 2012 für Wartungsarbeiten abgeschaltet werden. Die mehrwöchigen Kontrollen sind alle 13 Monate vorgeschrieben. Vor dem Wiederanfahren müssen sie aufgrund der Atomkatastrophe von Fukushima sogenannte Stresstests bestehen. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 65
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Trollblume
20
28.12.2011, 13:18
Umstieg auf 'Erneuerbare' jetzt!

Auch Fukushima und Japan haben die Lektion gelernt - http://www.zeit.de/kultur/ku... -atomkraft

WBR
01
28.12.2011, 17:29
Nach Strohhalmen greifen?

Einen etwas ausführlicheren APA-Artikel gibt es hier:
http://derstandard.at/132450140... kraft-mehr

Der Gouverneur der direkt betroffenen Präfektur erklärt, in Zukunft auf Kernenergie verzichten zu wollen.
Fukushima ist eine von 47 Präfekturen Japans.
Kleiner als die Steiermark, etwa 2 Millionen Einwohner.

Die Bedeutung seiner Aussage ist entsprechend einzustufen.

Der aktuelle Regierungschef hat gegenüber seinem Vorgänger schon zurückgerudert und will sich auf keinen Atomausstieg festlegen. Wie wird das erst in ein paar Jahren sein, wenn mehr Gras über Fukushima gewachsen ist?

Vermutlich heisst es dann: Wir brauchen neue AKW, um die alten, unsicheren zu ersetzen.

Cuca Racha
 
00
27.12.2011, 14:11
human factor

Hier die Analyse der schweizerischen ENSI, v.a. interessant hinsichtlich der administrativen u. politischen Fehler.

www.ensi.ch/de/2011/0... -11032011/

et al.
 
00
27.12.2011, 15:50
Danke!

Flaschenpost
00
27.12.2011, 14:09
Fragen über Fragen...

Ein Tsunami an der Küste?
Ein Stromausfall in einem AKW, das ja jede Menge Strom erzeugen sollte?
Die sauberste Energieerzeugung ist gefährlich?

oder:

Warum sind Atomkraftwerke, im Gegensatz zu den saugefährlichen Mopeds, nicht versichert? Dann könnten sich die Japaner jetzt wenigstens eine neue Insel kaufen, im Mittelmeer stehen ja noch ein paar rum.

Trollblume
00
28.12.2011, 15:40

Und wer soll das versichern? Gott?

The man who sold the world
10
27.12.2011, 12:48

Endlich entsenden die USA einen Fachmann, um das Chaos in den Griff zu bekommen: http://www.der-postillon.com/2011/05/a... e-fur.html

Rongo
10
27.12.2011, 12:14
Is ja nicht schlecht,

Wenn alles steht - hahaha

krachbummente
31
27.12.2011, 11:47

ES HEISST NUKULAR!!!

Seine Durchlaucht
06
27.12.2011, 11:33
Atomkraftwerke brauchen keine Haftpflichtversicherung.

Warum auch. Es haftet im Fall des Falles eh der Steuerzahler.

cantanto
01
27.12.2011, 11:11
Atomkatastrophe: Bericht erhebt schwere Vorwürfe

Na , das ist jetzt aber wirklich überraschend....

Gary Grantscherbn
61
27.12.2011, 10:06

"Atomkatastrophe" titelt der liebe "Standard". Na ja....

Joe_Chip
02
27.12.2011, 14:04

naja wie sonst?

José Atento
08
27.12.2011, 09:57
Woher bekommt Japan jetzt den Strom?

Man sieht, es geht anscheinend auch mit viel weniger.

Stahl_____666
00
27.12.2011, 13:48
.

Zu 80 % aus Wärmekraftwerken, also Öl, Kohle, Gas und 10 % aus Wasserkraft.

Allerdings verbrauchen die Japaner auch 20 % weniger Strom als vor Fukushima.

Gary Grantscherbn
50
27.12.2011, 10:08

jede Stunde muss zuhause ein anderer radeln zwecks Stromproduktion. Beim Wechsel allerdings wird 14x verbeugt, daher steht zu jeder vollen Stunde in halb Japan alles.

Emil Sacklinger
 
05
27.12.2011, 09:35
ich versteh' das alles nicht

wo doch atomkraft todsicher ist.

(was bereits vor jahrzehnten unser verehrter herr altbundeskanzler bruno kreisky garantiert hat)

ifschleife
92
27.12.2011, 09:42
todsicher

im wahrsten sinne des wortes
(bringst sicher den tod)

und wer an kreisky glaubt - da war ja jesus noch realitätsnäher...

4simo
02
27.12.2011, 14:23

zwentendorf war ein schwarzes projekt!
auch wenn sich kreisky in dieser sache geirrt hat, die unterstützung der övp hat er nicht wegen der unsicherheit der atomkraft verloren, sondern weil er sie zur kanzlerfrage gemacht hat.
(man sollte halt nie 2 fragen in einer variablen abhandeln)
und kreisky hatte grenzen, aber auch größe
bei der heutigen riege der politiker, scheint nur die größe der begrenztheit unendlich zu sein.

bläh! bläh!
27
26.12.2011, 23:21

äh…die schalten alle ihre atomkraftwerke ab und die zivilisation geht trotzdem nicht unter?

na dann am besten gar nicht mehr einschalten…was passiert eigentlich, wenn ein kraftwerk den "stresstest" nicht besteht? fliegt es dann auch in die luft?

WBR
07
27.12.2011, 09:02
Ähnlich Deutschland

Etwa zwei Drittel des Stroms kamen schon vor Fukushima aus Kohle, Gas und Öl.
Kernenergie machte nur ein Viertel aus, der kleine Rest kam großteils aus Wasserkraft.

Jetzt werden halt die fossilen Kapazitäten stärker genutzt.

Es ist überhaupt nicht schwierig, auf Kernenergie zu verzichten. Schwierig ist es nur, wenn man gleichzeitig auch auf Strom aus fossilen Energieträgern verzichten will.

supermike
33
27.12.2011, 10:04
Und gerade auf den fossilen Anteil will man ja durch AKW`s verzichten

denn für CO2 Ausstoß muss man hohe Strafen zahlen und damit wird der Strom teuer.
In Japan hat man die AKWs wirklich fahrlässig positioniert und nicht auf Naturkatastrophen geachtet. Bei uns gibts keine Tsunamis deshalb ist Panik nicht angebracht - lediglich alte AKWs sollte man nach Ihrem Lebenszyklus auch vom Netz nehmen und gegen neue sicherere austauschen.

Deutschland ist ein Heuchler - die kaufen derzeit brav Atomstrom aus CZ zu. Und die Tschechen planen gerade neue AKW`s um Strom nach DE zu exportieren.

Atomkraft ist eine Übergangslösung keine Ideallösung.
Die Zukunft ist ein Mix aus Solar, Windkraft, Wasserkraft und Fussionsreaktoren.
Besonders interessant ist folgende Technology: http://rossifocardifusion.com/

4simo
00
27.12.2011, 14:25

leider, leider
wurde die zeit nicht genutzt um alternative energieformen zu erforschen
warat a bled
zumindest für die akw betreiber
gewinn geht an die privaten, den schaden müssen die steuerzahler aufräumen...
wie so oft...

Helmut Hromadnik21
 
11
27.12.2011, 10:57
............" vom Netz nehmen und gegen neue sicherere austauschen. ".......

Sicher ist nur der tod !

WBR
12
27.12.2011, 10:20
Besser noch: Generator an Wassermotor anschließen!

Mir ist schleierhaft, warum du an eine Zukunft von Solarenergie, Wind- und Wasserkraft glaubst, wenn du gleichzeitig auch an Rossis "Energieverstärker" glaubst.

Würde letzterer wirklich funktionieren, dann wären alle anderen Arten der Energiegewinnung obsolet.

Druckluftauto, Energieverstärker (bzw. "kalte Fusion"): Du scheinst eine Schwäche für Betrügereien zu haben.

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