Gesundheitsheitspolitik

Mitterlehner rechnet bei ELGA mit weiterer Verzögerung

26. Dezember 2011, 13:58
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    foto: hans punz/dapd

    "Ohne Einbeziehung der Ärzte ist das eine schwierige Angelegenheit."

Wirtschaftsminister zweifel an rascher Einigung mit Ärzten wegen bevorstehender Kammerwahl

Wien - Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) schließt offenbar nicht aus, dass sich das Gesetz für die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) noch einige Monate verzögern wird: Er glaube, die Angelegenheit werde sich insofern noch "ziehen", weil sich die Ärztekammer doch "schon relativ stark positioniert hat", im Frühjahr in der Ärztekammer Wahlen stattfinden und die Standesvertretung "daher die Position nicht unmittelbar verlassen wird". Man sollte aber auf jeden Fall versuchen, die Ärzte "mit ins Boot zu bringen", meinte Mitterlehner.

Das Thema ELGA sei auf nächstes Jahr verschoben worden, weil noch Gespräche mit der Ärztekammer stattfinden sollen, erklärte Mitterlehner. Es sei sinnvoll und wichtig, dass die Länder und auch der Hauptverband hinter dem Projekt stehen, "aber ohne Einbeziehung der Ärzte ist das eine schwierige Angelegenheit".

Kritik an Inseraten der Ärztekammer

Für den Minister hakt es nicht nur an der Ärztekammer, sondern auch an Problemen, wie man den Datenschutz und die Kosten festlege, wie er auf eine entsprechende Frage meinte. Es gebe eine Reihe von Problemen, die im Begutachtungsverfahren aufgetreten seien und die man lösen müsse. Grundsätzlich sehe man ELGA positiv. Mit der Ärztekammer solle möglichst Einvernehmen gefunden werden - Mitterlehner betont aber auch, dass man nur Spiegelressort sei und das Thema beim zuständigen Gesundheitsministerium liege.

Verwundert zeigte sich der Minister in Anspielung auf die Ärztekammer darüber, dass man sich, bevor es überhaupt Gespräche gegeben habe, in Inseraten negativ positioniert habe - "das habe ich für eine Problemlösung eher schwierig empfunden".

Mit ELGA sollen künftig Befunde und gesundheitsrelevante Dokumente gespeichert und für Ärzte (und andere Gesundheitsdienstleister) sowie die Patienten selbst per E-Card abrufbar sein. Geplant ist eine "Opt out"-Regelung: Wer nicht widerspricht, ist automatisch dabei. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 45
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Takeshi Kovacs
01
27.12.2011, 16:24
das geht mitterlehner

aber höchstens einen feuchten kehricht an....

Gimli
20
27.12.2011, 19:04

wieso? Er vertritt den Bürger. Und der dürfte kein Interesse an doppelt- und dreifach-Untersuchungen haben, die dieses System beenden würde. Die Ärzte verdienen natürlich gern.

Vorstadtmama
 
01
28.12.2011, 14:29

Doch ich habe sehr wohl ein Interesse daran, nochmal (und auch ein drittes Mal) untersucht zu werden, wenn ich eine zweite (dritte) Ärztemeinung einholen will.

Takeshi Kovacs
00
27.12.2011, 20:33
"Er vertritt den Bürger"

auweh!!

harri678
04
27.12.2011, 13:58
Als Informatiker ohne ethische Grenzen ...

... wär das Erste, was ich mit so einem Datensystem machen würde:

* Gesundheitsdaten mit vorhandenen personenbezogenen Daten von Finanzamt&Co verknüpfen,
* probabilistische Modelle bilden und
* Personen nach unterschiedlichen Kriterien klassifizieren.

Als Resultat soll dann z.B. rauskommen "Max Mustermann ist zu 95% Gesundheits-/Erbgutsklasse II, Krebs 1%, Herzerkrankung 70%, kumulierte Frühpensionswahrscheinlichkeit 45%, wählt zu 60% ÖVP, wird zu 5% im kommenden Jahr arbeitslos, Wutbürgerrisiko ++, usw.."

Wie brisant solche Aussagen sind, brauch ich nicht erwähnen. Technisch geht das alles, mit dem Beitrag wollte ich einfach mal den Teufel beim Namen nennen!

Vorstadtmama
 
00
27.12.2011, 09:48
..hier können sie sich einmal wirklich Zeit lassen..

Zentrale Datenbanken von Gesundheitsdaten sind wohl das Gefährlichste was man ins Netz stellen kann. Im übrigen schließe ich mich voll und ganz der Meinung von Denkorant anschließen.

Denkorant
06
26.12.2011, 20:40
Warum die Gesundheitsakten gestohlen werden und warum jeder davon betroffen sein wird. (Teil2)

Drittens: Kann man wirklich aus dem System aussteigen?

Selbst wenn 20% der Versicherten sich entschließen nicht mitzumachen, stehen noch immer 80% an Datensätzen zur Verfügung. Ein Arbeitgeber wird daher nur noch Gespräche mit potentiellen Mitarbeitern führen, wo er Daten zur Verfügung hat (ähnlich Versicherungen). Hier die Kernforderung: Unbedingt eine freiwillige Anmeldung und auf keinen Fall ein aufgezwängtes Abmeldungsverfahren!

Ach ja – sind Kinder bis zur Volljährigkeit Zwangsverpflichtet dabei zu sein?

Ein zurecht verärgerter Patient!

Denkorant
08
26.12.2011, 20:38
Warum die Gesundheitsakten gestohlen werden und warum jeder davon betroffen sein wird. (Teil1)

Erstens: Gestohlen wird, was wertvoll ist!

Wertvoll sind die Gesundheitsdaten weil jeder Arbeitgeber lieber gesunde als potentiell krankheitsanfällige Mitarbeiter beschäftigt. Wenn wir annehmen, dass ein Mitarbeiter einem Arbeitgeber 80.000€ pro Jahr kostet, lassen sich hierdurch schon Millionenbeträge an Einsparungspotential (in dem Fall für Arbeitgeber) berechnen. Hierbei sind Begehrlichkeiten von Versicherungen noch gar nicht berücksichtigt. Daher: Diese Gesundheitsakte ist hunderte Millionen von € wert.

Zweitens: Es gibt keinen absoluten Schutz!

Wie viele Mitarbeiter haben Zugang zu diesen hochbrisanten Daten (Systemverwalter)? Es reicht hier ein Mitarbeiter (mit Zugang) welcher erfolgreich bestochen oder unter Druck gesetzt wurde.

hot doc
04
26.12.2011, 18:55
gut so: verzögerung bringt zeit zum nachdenken.

nachdenken darüber, dass in deutschland und england die elga-kosten expolodiert sind, ohne bisher irgendeinen fassbaren nutzen erbracht zu haben.
darüber, dass es keinen einizgen nachweis dafür gibt, dass elga die betreuung und damit das behandlungsergebnis von kranken verbessert.
darüber, wo die wahren probleme unseres gesundheitssystems liegen, die man vordringlicher angehen muss.
darüber, wo man das für elga notwendige geld besser einsetzt, um ein soziales gesundheitssystem zu erhalten.

schade, ich hielt stöger anfangs für einen fähigen mann. jetzt wo er sich dumpf in ein prestigeprojekt verbeisst, das ihm ein sektionschef eingeredet hat (und das antisoziale effekte haben wird), weiss ich es besser, der mann ist eine niete.

Ich_wills_wissen
10
26.12.2011, 18:44
bitte legen Sie ELGA in die Hand von Profis

...diese vermisse ich in dieser Regierung!
Diese Regierung ist so mit Machterhalt beschäftigt, dass Sie gar nicht mitbekommt wie sie RECHTS überholt wird.
Aufwachen meine Damen und Herren - Österreich ist zu schön um es in die Hand der Rechten zu legen.
Da darf Düringers Wutrede nicht verwundern - er spricht vielen Menschen, welche diese Land lieben aus der Seele

Vorstadtmama
 
00
27.12.2011, 10:10
???Falsches Forum???

Oder meinen Sie mit den "Profis" die Hacker, die unsere Gesundheitsdaten verkaufen...?

Aguirre74
 
00
26.12.2011, 18:19

Dass die ÖVP Minister immer recht viele gute Ratschläge für andere Minister (meist SP-Minister) haben, aber im eigenen Ressort in der Regel nichts auf die Reihe kriegen (Landwirtschaftsministerium, Wissenschaft, Finanz, Justiz (!)...) ist schon auffällig.

Briefträger
20
26.12.2011, 17:06

Was mich eigentlich verwundert ist, dass die ÖVP glaubt in allen Ministerien, auch in diesen die sie nicht hat, mit- bzw. hineinredenzu müssen.
ELGA betrifft doch das Gesundheitsministerium und dieses ist doch in der Hand der SPÖ.

Interessierte1
00
26.12.2011, 17:25
...in diesem Falle sehe ich das

als Entgegenkommen des Landeskollegen (beide OÖ)an seinen Kollegen im Regierungsamt, der ja für ELGA plädiert und das jetzt schon nachhaltig lange UND bereits hohe Designgelder (übersetzt: Akzeptanzkosten bei Ländern) bezahlt hat nach dem Motto: wenn jeder was kriegt von den Allgemeingeldern, streubt sich keiner, die Kosten sind wurscht, weil Geld kann man drucken...

...die Ärzteschaft mauert angeblich...

...auch Dr. Schelling (Hauptverband) hat sich schon ins Zeug für ELGA gehauen...

EINE dringend notwendige Gesundheitsreform (Entflechtung) wurde dank Unwilligkeit und Inkompetenz (Copieright GD Eder-VOEST) NIE angestrebt und war bei der Besetzung lt. OÖ-SP-Haider so angestrebt und beabsichtigt...

locken
05
26.12.2011, 15:06
Warum werden die Krankenkasserzahler nicht befragt ????

minderleister
34
26.12.2011, 14:57
reiner eigennutz der ärztekammer

zulasten unseres gesundheitssystems

hot doc
00
27.12.2011, 17:58
also liefere ich die argumente: elga kostete den briten bisher 2,7mrd. pfund.

selbst wenn wir ärzte alle im großen stil betrüger wären, wie uns so manch simpler zeitgenosse unterstellen will:
diese summe müssen sie erst mal einsparen an "doppeluntersuchungen". so ein quatsch!

hot doc
00
26.12.2011, 18:55
soweit die propaganda,

und jetzt erklären sie ihren standpunkt.

thatslife
12
26.12.2011, 14:52
schon wieder so ein weichei minister

als ob wir nicht eh schon mit faymann, spindelegger, fekter, hosek, und noch ein paar, genug absolute weicheier in der regierung sitzemn haben die sofort den schwanz einzieghen sobald irgendetwas auch nur einen einzigen wähler verscheuchen würde.

warum können die jetzigen nicht allesamt auf nimmerwiedersehen verschwinden und solchen leuten wie voves und schützenhöfer platz machen. die ziehen auch was durch, egal ob wer dagegen protestiert oder sie selbst auch ein paar früher von parteinahen vereien erhaltene ehrungen wieder verlieren.

Interessierte1
01
26.12.2011, 15:09
...wie ich Ihnen in Ihrem Befund...

nur zustimmen kann...

Ich habe Mitterlehner lange beobachtet, beginnend als er noch in der WK seine Brötchen verdiente und sich dort - angeblich - mehrmals aus dem Fenster lehnte, gegen die Mehrheit der Bewahrer dort auftrat.

ABER: seit er als Wirtschaftsminister, die Subvention von Windrädern statt von anderen alternativen Energien förderte (2HJ/2010), ging es bergab...er betätigt sich ausschließlich als Keiler, der das unakzeptable niedere Leistungsniveau der Regierung, schön redet und sogar offen dazu steht ("wir verkaufen uns nur schlecht" ist seine meist verwendete Wortfolge)...

Dass BM Stöger mangels Kompetenz und jeglicher Bildung was durchsetzen kann, liegt klar auf der Hand...dass ELGA eine Chance ist, damit auch..

Der dicke Michl
00
26.12.2011, 15:39

Sie setzen offenbar höhere Bildung automatisch mit besserer Durchsetzungsfähigkeit gleich. Aus meiner Sicht ein Fehler. Höhere Bildung reißt lediglich gläserne Decken ein, sonst nichts. Man wird damit nur ein besserer Beamter. Und die sind nicht für ihre Managerqualitäten oder ihre politische Durchsetzungsfähigkeit bekannt.

Das zweite ist, dass Sie glauben dass der, der ganz oben sitzt, offenbar alles besser können muss als seine Angestellten - weil Sie annehmen, dass er alles selber macht. Das ist ein Trugschluss, dem nur Leute unterliegen die von Management keine Ahnung haben. Der Job des Ministers ist nicht, Studien zu schreiben und Analysen zu erstellen. Sein Job ist es, zu entscheiden. Und das kann man an der Uni nicht lernen.

Interessierte1
00
26.12.2011, 16:43
...Unterstellung...

aber gebe Ihnen Recht, damit wird man in so Foren ständig konfrontiert, mit der Fehlmeinung, dass

- ein Doktor (Arzt) oder ein Magister (Apotheker) Götter sind, die ÜBERALL Bescheid wissen

- dass ein Manager ein Alleswisser ist und somit ein vermeintlicher Lügendetektor...

Somit trifft Ihre Einschätzung, schätze mal, auf 60 % der Bevölkerung (40 % haben ZUMINDEST Maturaniveau) zu...

Tut leid, ich bin selbst Akademiker und aus der Branche, nicht Geschichte oder Psycho oder dergleichen UND habe persönlich kraft Amt die Führungsfähigkeit von Managern hinterfragen (müssen)...

LEIDER: liegen Sie verkehrt, wenn Sie meinen, dass mangelnde Bildung zu besserer Durch-setzungsfähigkeit führt...aber eine Hoffung für Ungebildete scheinbar

hot doc
00
26.12.2011, 18:48
ich werde mir von totschlagargumenten nicht das wort verbieten lassen.

immer diese unterstellung von den göttern in weiss, womit man uns aus dem spiel werfen will.
wir verstehen eher als selbsternannte gesundheitsexperten, wo die probleme und kosten im gesundheitssystem sind. leider haben wir als unsere vertreter leute, die weder auftreten, noch brillanz haben, um in der öffentlichkeit punkten zu können.

und glauben sie mir: unsere mittel für gesundheitsausgaben sind derzeit so beschränkt, dass wir vordringlich andere probleme lösen sollten, als das fragwürdige prestigeprojekt eines sektionschefs und seines wundergläubigen ministers mit 3stelligen millionensummen zu alimentieren.

Der dicke Michl
01
26.12.2011, 17:51

Bitte beachten: Ich habe geschrieben, dass ein höherer Bildungsabschluss nicht zwingend zu besserer Durchsetzungsfähigkeit führt. Daraus lässt sich NICHT ableiten, dass ein niedrigerer Bildungsabschluss zwingend zu besserer Durchsetzungsfähigkeit führt.

Außerdem muss man differenzieren: Von welcher Durchsetzungsfähigkeit spricht man? "Sich am Markt durchsetzen", z.B. als Kleinunternehmer, braucht andere Fähigkeiten als "sich als Manager", z.B. in einem Konzern, durchzusetzen. Da liegen Welten dazwischen. Beide Bereiche haben i.d.R. mit Personal zu tun. Während in ersterem Fall die Akademiker eher schlecht dastehen, stehen die niedrigeren Abschlüsse bei der zweiten Anforderung eher schlechter da. Das hat nichts mit "Hoffnung" zu tun.

Die Aufklärung
 
00
26.12.2011, 15:23
Lobbyismus

Dass BM Stöger, der die OÖKK nachhaltig saniert hat, keine Sachkompetenz hätte (sein Bildungsstand ist mir unbekannt) ist falsch und seinerseit nicht gerade kompetent.

Dass Mitterlehner ein Lobbyist seines Klientels ist, das ist auch bekannt und nicht neu. Fürchten doch die Ärzte die mit ELGA verbundene Transparenz ihrer versteckten Einkommens-Nähkästchen wie der Teufel das Weihwasser.

Mitterlehner arbeitet gegen die Interessen der Steuerzahler, Stöger, immerhin, dafür.

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