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GNOME 3.3.3: Zentrale Neuerungen für den Linux Desktop

Andreas Proschofsky, 26. Dezember 2011, 12:38
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    GNOME Documents in der normalen Ansicht...

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    ... und im neuen maximierten Modus, bei dem einzelne Elemente platzsparend direkt in die Fensterzeile verlegt werden.

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    Das Desktop-Theme Adwaita hebt nun aktive deutlich stärker von inaktiven Fenstern ab.

Aktuelle Testversion verweist auf die weitere Zukunft - Von App-Menüs, bis zu Windows-Live-Support

Knapp vor den Feiertagen hat das GNOME-Projekt noch einmal einen aktuellen Schnappschuss für die kommende Generation des Linux Desktops veröffentlicht - und dieser bringt wieder einige signifikante Neuerungen mit sich. So kann GNOME 3.3.3 etwa mit einem neuen, besonders platzsparenden Modus für maximierte Fenster aufwarten.

Aufgeräumt

Bei diesem werden die wichtigsten User-Interface-Elemente direkt in die Titelzeile verschoben, womit weiterer Raum für den eigentlichen Inhalt geschaffen wird. Da dieser Modus gerade bei Anwendungen mit Menüzeile keinen wirklichen Sinn macht, muss er von einzelnen Programmen extra angefordert werden. Dies ist Teil der aktuellen Bemühungen neue GNOME3-Kernanwendungen mit einem konsistenten Design zu schaffen.

Menüs

Ein weiteres Puzzlestück hierfür ist die Unterstützung eines neuen Menüsystems für Anwendungen im grafischen Toolkit GTK+ selbst, das ebenfalls mit GNOME 3.3.3 sein Debüt gibt. Damit erhält der bisher weitgehend brach liegende App-Button im Top-Panel von GNOME Shell zusätzlichen Sinn, sollen hier doch die wichtigsten Menüeinträge zum Zugriff angeboten werden. Als 1:1-Ersatz für die bisherige Menüzeile ist dies allerdings nicht gedacht, im Normalfall sollen nur wenige und wirklich wichtige Einträge an dieser Stelle ihren Platz finden.

Disclaimer

Beide neuen Funktionen benötigen übrigens eine bisher noch nicht veröffentlichte Version des Fenstermanagers Mutter und der GNOME Shell, die diesen Release-Zyklus ausgelassen haben. Die restlichen Komponenten sind hingegen bereits als Pakete in GNOME 3.3.3 enthalten. Derzeit werden sowohl das App-Menü als auch der neue Maximierungsmodus lediglich von GNOME Documents genutzt, bis zur fertigen Version 3.4 wird hier aber wohl noch die eine oder andere Anwendung hinzukommen.

Boxes

Allen voran GNOME Boxes, das ja eine neue Komponente für die kommende GNOME-Generation bildet. Die auf einfache Benutzbarkeit ausgerichtete Lösung für Remote-Desktop und Virtualisierungsaufgaben hat in der aktuellen Entwicklungsversion ebenfalls signifikante Fortschritte gemacht, unterstützt nun beispielsweise deutlich mehr Betriebssysteme für den "Express Install".

Kontaktfreudig

Einem grafischen Redesign hat man die mit der aktuellen stabilen Release eingeführten GNOME Contacts unterzogen, Ziel ist es diese auch rein äußerlich weiter an die anderen GNOME3-Kernanwendungen anzupassen. Dazu gehört, dass jetzt alle Einträge "In-Line", also ohne eine neue Ansicht öffnen zu müssen, verändert werden können.

Theme

Apropos "neuer Look": Das Desktop-Theme Adwaita hat einmal zahlreiche Detailverbesserungen erfahren, sichtbar ist das vor allem daran, dass sich inaktive nun deutlich besser von aktiven Fenstern abheben. Auch der dunklen Variante des Themes hat man sich ausführlich gewidmet, und es gibt wieder ein "neues", je nach Tageszeit leicht unterschiedliches, Default-Wallpaper. Zudem gibt es jetzt deutlich schlankere Scroll-Leisten, die bisher zusätzlich gebotenen Scroll-Knöpfe hat man hingegen ganz entfernt.

Windows Live

Mit den GNOME Online Accounts hat man vor einigen Monaten einen zentralen Service für die Anbindung von Cloud-Services geschaffen, zum Start war dies allerdings auf Google-Angebote beschränkt. Nun kommt hier zusätzlich die Unterstützung von Microsofts Windows-Live-Service hinzu.

Portierung

Zu den vermischten Neuerungen gehört die weitgehende Portierung des Mail-Clients Evolution auf das aktuelle Konfigurationsduo GSettings/DConf. Beim Web-Browser Epiphany unternimmt man die ersten Schritte in Richtung des anvisierten Redesigns der Anwendung, Desktop-weit hat man die Unterstützung von Wacom Tablets deutlich verbessert.

Download

GNOME 3.3.3 steht wie gewohnt kostenlos in Form des Source Codes auf der Seite des Projekts zum Download zur Verfügung. Der aktuelle Entwicklungszweig soll am 28. März in das stabile GNOME 3.4 resultieren. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 26.12.11)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 45
1 2
Bastian Balthasar Bux
00
27.12.2011, 12:15
Schön wäre, wenn man das Top-Panel

wieder richtung 'bottom' bewegen könnte (user setting), wenn man das wollte. und ich will!
derzeit für mich das hauptargument GEGEN gnome3, sogar mit den mgse.
ich trage mich mittlerweile sogar mit dem gedanken nach jahren wieder zurück zu kde zu wechseln und hab mir dazu die opensuse live-cd mal runtergeladen. wenn das (kde) nur nicht so träge wäre ...

Tofix67
01
28.12.2011, 20:13
... unten wieso??

Als ich Linux und Gnome kennen lernte, habe ich sogar an meinem Arbeitsplatz (Windows Server 2003 über Linux-Clients) die Taskbar nach oben verschoben.
Es ist doch so, dass die meisten Programme ihre Bedienelemente oben und tendenziell links haben.
Auch Menüs sind dort zu finden.
So bleiben die Mauswege kurz!
Und das bei immer größer werdenden Bildschirmen :))

Gefährliches Halbwissen
01
28.12.2011, 22:02
Kann ich bestätigen ...

Ich habe mir die GS-Extension Window List ( https://extensions.gnome.org/extension... ndow-list/ ) installiert. Damit habe ich sogar im oberen Panel eine Taskleiste. Meine Maus verirrt sich nur mehr ganz selten zum unteren Bildschirmrand. :-))

Was ich aber in den letzten Wochen im derstandard-Forum gelernt habe ist, dass die Vorlieben der User extrem unterschiedlich sind (der eine will nur Shortcuts, der andere nur mit der Maus navigieren, etc, etc.)

Gefährliches Halbwissen
01
27.12.2011, 19:19

Wäre das Cinnamon Project geeignet? Siehe: http://www.omgubuntu.co.uk/2011/12/c... top-alive/

Oder vielleicht gibt es dafür auch schon eine GS-Extension ( https://extensions.gnome.org/ ) ... bin da aber nicht up-to-date.

fritz _van_tom
00
27.12.2011, 12:42

kde ist eigentlich nicht so träge, nur bei manchen distributionen. z.B. lieferte kubuntu ziemlich lange eine alte version von strigi aus, der einige wichtige bugfixes und geschwindigkeitsverbesserungen fehlten. als folge gab es von vielen usern beschwerden, dass die indizierung bei der desktopsuche von kde sehr träge ist (wahr sie früher auch, zu diesem zeitpunkt aber schon lange nicht mehr).
probier mal chakra-linux, ich bin sehr zufrieden damit.

außerdem bringt kde 4.8 einige verbesserungen in sachen geschwindigkeit, vor allem kwin läuft endlich sehr flüssig (bei mir mit den freien radion treibern).

aceFruchtsaft
00
27.12.2011, 20:30

Die Desktopsuche ist sowieso das erste, was man abdreht. Wozu soll das gut sein? :p

Bastian Balthasar Bux
00
27.12.2011, 12:49

naja, ich hab's mit einer os 12.1 probiert. und im vergleich zur linuxmint livecd ist die halt schon träge.
liegt aber vielleicht nur an der live-cd itself. ich werde mal ne testinstallation machen.
ein weiteres (für _mich_ relevantes) argument ist natürlich das domain-dropdown (login) bei opensuse. beim opensuse-gnome ist das ja ein opensuse spezifikum, wie das bei kde ist, weiss ich nicht.

AngelusNoctis
00
27.12.2011, 17:32
Treiber?

Ich würde es mal mit den ATI/Nvidia Treiber probieren :-P

Wie die KDE Dev's schon mehrmals sagten liegt das Problem an den Treibern und nicht an KDE SC. :-P

STiAT
00
27.12.2011, 09:33

Und diese Änderungen und neue APIs bei einem Bugfix-Release? In ner Minor würd ichs ja noch verstehen...

AngelusNoctis
02
27.12.2011, 10:21

Stable: 3.2
Dev: 3.3

3 > 2

4.x = major
x.3 = minor
x.x.4 = Bugfix

Use Linux
01
27.12.2011, 09:56

Gnome veröffentlicht nur 3.0, 3.2, 3.4,....

3.1, 3.2, 3.3, ... sind nur Entwicklungsversionen zwischen diesen Sprüngen.

Rufus 666
30
26.12.2011, 23:59
Na da fühle ich mich doch gleich in die 90er zurückversetzt.

bog standard old woman
02
26.12.2011, 23:12

Du meine Güte, ich hoffe, Andreas Proschofsky wird vom WebStandard fürstlich entlohnt - der Gute kommt ja aus dem (hervorragend) Testen gar nicht mehr heraus.

gerhard aigner
00
26.12.2011, 21:44
Gibts hier technologische Überschneidungen

mit dem Globalen Menü von Unity? Oder spießt sich das gar damit? Von mir aus könnens auch ruhig noch mehr zusammenziehen, denn selbst mit dieser Neuerung wird noch viel Platz verschwendet.

suka
01
26.12.2011, 22:36

Nein, keine. Das "globale Menü" von Unity ist ein "Hack", der die bisherige Menüzeile in das Panel verschiebt. Die App-Menüs sind ein neues API, das gezielt von Anwendungen angesprochen werden muss (und bei weitem nicht für so viele Einträge gedacht, alleine vom Aufbau her), von Haus aus ist da nur ein Quit-Eintrag zu finden, nicht mehr.

QUANTUM
11
26.12.2011, 18:49

geiles fensterthema, for allem ohne diese debilen fensterrahmen, ohne die windows nicht auskommen will, nur weil es fenster heisst.

Sir Harry....
10
27.12.2011, 01:34
Ich weiß nicht, was hier so geil sein soll.

Mir gefällt es überhaupt nicht. Ich will den Fensterrahmen als optische Abgrenzung sehr wohl haben.

Der allerorten zu beobachtende "Minimalismus" geht mir inzwischen auf den Geist. Ich war nie ein Fan von Microsoft. Aber wenn ich mir jetzt das ansehe, was hier geliefert wird, so ist mir Microsoft doch lieber.

Ich war und bin ein KDE-Benutzer. Habe den Einsteigern aber immer wieder Ubuntu und Gnome empfohlen. Das, was ich hier sehe, kann ich mit gutem Gewissen niemandem mehr empfehlen.

Lobo Merunga
01
26.12.2011, 19:19
Dafür hat die Titelleiste des

aktiven Fensters die gleiche Farbe wie die der anderen Fenster, bloß weil's hübsch ist. Besser arbeiten tut man damit nicht.

QUANTUM
00
27.12.2011, 06:04

arbeiten hängt von vielen faktoren ab. über geschmack lässt sich vortrefflich streiten. viele mögen biedermeierliches. viele nicht. bloss, warum darf ich's mir nicht umändern wenn ich will?

Lobo Merunga
00
27.12.2011, 22:32
Das ist keine Geschmacksfrage,

sondern es fragt sich, ob der User auf einen Blick das Fenster mit dem Fokus erkennt. Unabhängig von Gefallen oder nicht verschlechtert dieses Detail die Usability.

QUANTUM
00
28.12.2011, 07:45

sagt wer?

Monopoly mit Hut
00
28.12.2011, 13:45

Vielleicht die Ergebnisse von Usability-Tests?

QUANTUM
00
28.12.2011, 18:44

vielleicht sollte man usability-ergebnisse nicht blind einfach jemandem auf's aug drücken.

oder glauben sie zB apple-jünger haben die schlechtere usability?
nur weil m$ sich was in den kopf gesetzt hat muß es nicht gut sein, siehe den vista-absturz.

oder wollen sie mir erklären, dass es ausser dem farblichen focus des obersten balkens noch irgendwas weltbewegendes zwischen focus und nicht focus gibt?

Monopoly mit Hut
00
29.12.2011, 17:44

Üblicherweise sorgen stärkere Kontraste zwischen "aktiv" und "passiv" für eine bessere Usability als gleichartiges Aussehen von Bedienelementen.

Ich hoffe nur, dass JEDER GUI-Entwickler Usability-Tests macht und dessen Ergebnisse in seine Entwicklung einfließen lässt. Ich kann nur mutmaßen bzw. hoffen, dass das auch bei den Gnome-Entwicklern gemacht wird und deren Usability-Tests keine Verschlechterung ergeben haben.

Deine weiteren Aussagen kann ich hingegen überhaupt nicht verstehen:

* "apple-jünger haben die schlechtere usability" - Personen haben überhaupt keine Usability; es geht hier um eine Benutzeroberfläche mit guter bzw. schlechter Usability

* "siehe vista-absturz" - was hat Vista mit Gnome zu tun?

NONE
101
26.12.2011, 16:35

Die Entwickler müssen eben auch bei Laune gehalten werden.

Nach einer Zeit der "Stagnation" ist denen langweilig und da muss etwas neues her.

Am besten etwas das total anders ist, dann wird es von Anwendern auch als anders wahrgenommen.

Mittlerweile hoffe ich sehr das HTML5 + CSS diese komplette Idiotie gelangweilter Entwickler langfristig ersetzen werden.

Ich habe keine Lust meine Gewohnheiten alle paar x Monate zu ändern nur weil irgendwelchen verrückten Entwicklern langweilig ist. (Fairerweise muss ich sagen das ich weder KDE noch GNOME verwende. Den Umstieg auf KDE 4.x habe ich nicht verkraftet, GNOME 3 sowieso schon überhaupt nicht.)

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