GNOME 3.3.3: Zentrale Neuerungen für den Linux Desktop

26. Dezember 2011, 12:38
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Aktuelle Testversion verweist auf die weitere Zukunft - Von App-Menüs, bis zu Windows-Live-Support

Knapp vor den Feiertagen hat das GNOME-Projekt noch einmal einen aktuellen Schnappschuss für die kommende Generation des Linux Desktops veröffentlicht - und dieser bringt wieder einige signifikante Neuerungen mit sich. So kann GNOME 3.3.3 etwa mit einem neuen, besonders platzsparenden Modus für maximierte Fenster aufwarten.

Aufgeräumt

Bei diesem werden die wichtigsten User-Interface-Elemente direkt in die Titelzeile verschoben, womit weiterer Raum für den eigentlichen Inhalt geschaffen wird. Da dieser Modus gerade bei Anwendungen mit Menüzeile keinen wirklichen Sinn macht, muss er von einzelnen Programmen extra angefordert werden. Dies ist Teil der aktuellen Bemühungen neue GNOME3-Kernanwendungen mit einem konsistenten Design zu schaffen.

Menüs

Ein weiteres Puzzlestück hierfür ist die Unterstützung eines neuen Menüsystems für Anwendungen im grafischen Toolkit GTK+ selbst, das ebenfalls mit GNOME 3.3.3 sein Debüt gibt. Damit erhält der bisher weitgehend brach liegende App-Button im Top-Panel von GNOME Shell zusätzlichen Sinn, sollen hier doch die wichtigsten Menüeinträge zum Zugriff angeboten werden. Als 1:1-Ersatz für die bisherige Menüzeile ist dies allerdings nicht gedacht, im Normalfall sollen nur wenige und wirklich wichtige Einträge an dieser Stelle ihren Platz finden.

Disclaimer

Beide neuen Funktionen benötigen übrigens eine bisher noch nicht veröffentlichte Version des Fenstermanagers Mutter und der GNOME Shell, die diesen Release-Zyklus ausgelassen haben. Die restlichen Komponenten sind hingegen bereits als Pakete in GNOME 3.3.3 enthalten. Derzeit werden sowohl das App-Menü als auch der neue Maximierungsmodus lediglich von GNOME Documents genutzt, bis zur fertigen Version 3.4 wird hier aber wohl noch die eine oder andere Anwendung hinzukommen.

Boxes

Allen voran GNOME Boxes, das ja eine neue Komponente für die kommende GNOME-Generation bildet. Die auf einfache Benutzbarkeit ausgerichtete Lösung für Remote-Desktop und Virtualisierungsaufgaben hat in der aktuellen Entwicklungsversion ebenfalls signifikante Fortschritte gemacht, unterstützt nun beispielsweise deutlich mehr Betriebssysteme für den "Express Install".

Kontaktfreudig

Einem grafischen Redesign hat man die mit der aktuellen stabilen Release eingeführten GNOME Contacts unterzogen, Ziel ist es diese auch rein äußerlich weiter an die anderen GNOME3-Kernanwendungen anzupassen. Dazu gehört, dass jetzt alle Einträge "In-Line", also ohne eine neue Ansicht öffnen zu müssen, verändert werden können.

Theme

Apropos "neuer Look": Das Desktop-Theme Adwaita hat einmal zahlreiche Detailverbesserungen erfahren, sichtbar ist das vor allem daran, dass sich inaktive nun deutlich besser von aktiven Fenstern abheben. Auch der dunklen Variante des Themes hat man sich ausführlich gewidmet, und es gibt wieder ein "neues", je nach Tageszeit leicht unterschiedliches, Default-Wallpaper. Zudem gibt es jetzt deutlich schlankere Scroll-Leisten, die bisher zusätzlich gebotenen Scroll-Knöpfe hat man hingegen ganz entfernt.

Windows Live

Mit den GNOME Online Accounts hat man vor einigen Monaten einen zentralen Service für die Anbindung von Cloud-Services geschaffen, zum Start war dies allerdings auf Google-Angebote beschränkt. Nun kommt hier zusätzlich die Unterstützung von Microsofts Windows-Live-Service hinzu.

Portierung

Zu den vermischten Neuerungen gehört die weitgehende Portierung des Mail-Clients Evolution auf das aktuelle Konfigurationsduo GSettings/DConf. Beim Web-Browser Epiphany unternimmt man die ersten Schritte in Richtung des anvisierten Redesigns der Anwendung, Desktop-weit hat man die Unterstützung von Wacom Tablets deutlich verbessert.

Download

GNOME 3.3.3 steht wie gewohnt kostenlos in Form des Source Codes auf der Seite des Projekts zum Download zur Verfügung. Der aktuelle Entwicklungszweig soll am 28. März in das stabile GNOME 3.4 resultieren. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 26.12.11)

  • GNOME Documents in der normalen Ansicht...
    screenshot: andreas proschofsky

    GNOME Documents in der normalen Ansicht...

  • ... und im neuen maximierten Modus, bei dem einzelne Elemente platzsparend direkt in die Fensterzeile verlegt werden.
    screenshot: andreas proschofsky

    ... und im neuen maximierten Modus, bei dem einzelne Elemente platzsparend direkt in die Fensterzeile verlegt werden.

  • Das Desktop-Theme Adwaita hebt nun aktive deutlich stärker von inaktiven Fenstern ab.
    screenshot: andreas proschofsky

    Das Desktop-Theme Adwaita hebt nun aktive deutlich stärker von inaktiven Fenstern ab.

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