Chronologie des Konflikts

25. Dezember 2011, 11:10

Von der ägyptisch-britischen Eroberung zur Sezession des Südens

Khartum/Wien - Im Sudan geht der Konflikt zwischen dem arabisch-muslimisch geprägten Norden und dem christlichen und animistischen Süden, der zur Teilung des Landes geführt hat, auf die Kolonialzeit zurück. Seit der Unabhängigkeit des Landes tobte in dem vormaligen anglo-ägyptischen Kondominium fast ununterbrochen Bürgerkrieg. Ein kurzer Rückblick:

  • - Zwischen 1820 und 1875 erobert Ägypten (das nominell unter osmanischer Oberhoheit steht) den ganzen Sudan. Der Feldzug 1874/75 und der fehlgeschlagene Äthiopien-Krieg verursachen in Kairo einen Staatsbankrott. Britische Truppen besetzen daraufhin Ägypten.
  • 1881-85: Die islamisch-fundamentalistische Mahdi-Aufstandsbewegung erobert Khartum. Der als "Mahdi" (vom Propheten verheißener göttlicher Erlöser) verehrte Mohammed Ahmed wird zum unbestrittenen Herrscher. In seine Gefangenschaft gerät auch der Österreicher Rudolf Slatin (später Sir Rudolf Freiherr von Slatin Pascha), der nachmalige anglo-ägyptische Generalinspektor im Sudan. Nach dem Tod des Mahdi kehren die ägyptischen Truppen mit britischer Unterstützung zurück. 1898 werden die Mahdisten bei Omdurman von Feldmarschall Lord Kitchener besiegt.
  • 1899: Der Sudan wird nominell anglo-ägyptisches "Kondominium" - de facto aber wie eine britische Kolonie verwaltet. Die Briten verschärfen den Gegensatz zwischen dem stärker entwickelten Norden und dem Süden. Die Bevölkerung im Süden gerät unter den Einfluss christlicher Missionare. Die Schlüsselpositionen werden aber auch im Süden mit muslimischen Beamten aus dem Norden besetzt.
  • 1924: Niederschlagung von Aufständen der Unabhängigkeitsbewegung. Die Briten schließen daraufhin die Ägypter aus der Kolonialverwaltung aus.
  • 1941: Spaltung der Unabhängigkeitsbewegung in die religiöse Umma-Partei, in der die Mahdisten und der Feudaladel den Ton angaben, und die pro-ägyptische, bürgerlich-fortschrittliche Nationale Unions-Partei (NUP).
  • 1953: Nach dem Sturz von König Faruk schließen die neuen ägyptischen Militärmachthaber mit London ein Abkommen, das dem Sudan die Selbstbestimmung innerhalb von drei Jahren gewährt.
  • 1956: Der Sudan wird nach einem Referendum, in dem die Mehrheit gegen einen Anschluss an Ägypten gestimmt hat, unabhängig.
  • 1958: Die Armee unter Führung von General Ibrahim Abboud übernimmt die Macht und forciert die Islamisierung des Südens.
  • 1962: Beginn des Untergrundkampfes der Anya-Nya-Bewegung im Süden. Nach Massakern der Regierungstruppen fliehen über 100.000 Menschen nach Uganda.
  • 1964/65: Sturz der Militärdiktatur, Wahlen und Bildung einer Koalition aus Umma und NUP. Die Regierungsparteien zerfallen bald in mehrere Gruppen. Das parlamentarische System erweist sich als chaotisch.
  • 1969: Putsch von General Gaafar al-Numeiri, der mit ägyptischer Hilfe ein streng zentralisiertes Herrschaftssystem, basierend auf einer Einheitspartei, errichtet.
  • 1972: Das Abkommen von Addis Abeba soll den Nord-Süd-Konflikt beenden und dem Süden Autonomie einräumen. Es wird nicht eingehalten.
  • 1983: Einführung der islamischen Rechtsprechung auch für Nichtmuslime. Im Süden organisiert die "Sudanesische Volksbefreiungsarmee" (SPLA) unter Führung von John Garang den Widerstand.
  • 1985: Sturz Numeiris. Wahlsieg der Umma-Partei unter Sadek al-Mahdi, dem Urenkel des Mahdi, der mit der SPLA ein Friedensabkommen aushandelt, welches jedoch vom Parlament abgelehnt wird.
  • 1989: Putsch von General Omar Hassan al-Bashir, der eine Offensive im Süden startet. 1,5 Millionen sind auf der Flucht.
  • 1993: Die USA setzen den Sudan auf die Liste terroristischer Staaten.
  • 1996: Die USA schließen ihre diplomatische Vertretung in Khartum.
  • 1998: Die USA bombardieren eine pharmazeutische Fabrik bei Khartum, in der sie die Herstellung chemischer Waffen vermuten. General Bashir entmachtet den Islamistenführer und Chefideologen des Regimes, Hassan al-Tourabi (Turabi) (Er wird 2005 freigelassen, später unter Hausarrest gestellt).
  • 1999: Ölfunde im umkämpften Süden.
  • 2000: Wiederaufnahme diplomatischer Kontakte USA-Sudan.
  • 2002: Unter US-Vermittlung wird ein Waffenstillstand zwischen Khartum und SPLA ausgehandelt.
  • 2003: Beginn des Darfur-Konflikts. Aufstand blutig niedergeschlagen, 300.000 Tote, drei Millionen Flüchtlinge.
  • 2005: Vertreter der Regierung und der SPLA unterzeichnen in Nairobi (Kenia) ein Friedensabkommen zur Beendigung des Bürgerkriegs mit zwei Millionen Toten. Übereinkunft sieht die Ausarbeitung einer neuen Verfassung und umfangreiche Autonomierechte für den Süden vor - mit der Option auf ein Selbstbestimmungs-Referendum. Garang wird Vizepräsident und kommt kurz darauf bei einem Hubschrauberunglück ums Leben.
  • 2009: Haftbefehl des Haager Internationalen Strafgerichtshofes gegen Bashir wegen Kriegsverbrechen und Völkermordes in Darfur.
  • 2011: Selbstbestimmungs-Referendum im Süd-Sudan: Sezession und Gründung eines neuen Staates. Kämpfe zwischen nord- und südsudanesischen Truppen um die umstrittene ölreiche Region Abyei. Der Anführer der Darfur-Rebellen, Khalil Ibrahim, wird nach Armeeangaben bei einem Gefecht getötet. (APA)
Oddo Wolf
00
29.12.2011, 21:27
Völkermord-Mythos und Save Darfur - der große Schwindel. Wenn Menschen in Afrika wirklich helfen wollen, dann müssen sie aufhören, an die Save-Darfur-Betrüger zu spenden und anfangen, Rechnungslegung über die Dutzende von Milliarden westlicher Hilfe

... zu verlangen, die einen wirklichen Völkermord im äthiopischen Ogaden finanzieren. Das blutige Chaos, in dem die Provinz zeitweilig versank, wurde von der Bewegung »Save Darfur« instrumentalisiert, schreibt Mamdani. Die Kriegsbefürworter setzten alles daran, die US-Regierung zum militärischen Einmarsch zu bewegen. Darfur ließ sich für sie nur durch den Sturz der Regierung retten. »Save Darfur« verfügte über sehr viel Geld. Nicht ein Cent davon kam bei den Betroffenen an. Finanziert wurden ausschließlich PR-Agenturen, die wiederholt mit völlig an den Haaren herbeigezogenen Opferzahlen operierten, um Betroffenheit zu erzeugen.

www.steinbergrecherche.com/sudan.htm

kurt haenel
 
00
28.12.2011, 18:34

wäre doch was, wenn der Standard einmal darüber schreibt, wie die Araber die Schwarzen aus dem Nord-Sudan verdrängt haben....

Die kamen nämlich zunächst nur als Nomaden wobei sie die dort sesshaften Schwarzen wohlwollend tun liessen....

Wäre doch was, wenn der standard darüber eine Chronologie verfassen würde.

Katze in der Fensterbank
105
25.12.2011, 13:09
lulz

1996: Die USA schließen ihre diplomatische Vertretung in Khartum.
1998: Die USA bombardieren eine pharmazeutische Fabrik bei Khartum,....
1999: Ölfunde im umkämpften Süden.
2000: Wiederaufnahme diplomatischer Kontakte USA-Sudan.

kurt haenel
 
01
26.12.2011, 01:27
@ Katze in der Fensterbank

vr lauter hysterischem Kreischen gegen die USA haben Sie halt vergessen die Augen aufzumachen bzw. zu denken :

Wer zockt denn das Öl ab ? DIe USA ?

Heute gab's doch noch eine ander Meldung in der Nordsudan vom Südsudan Wegelagerungsgebühren fordert, die mit einer normalen Handelsbeziehung nicht zu tun haben:

Khartum stoppt Öl-Exporte wegen ausgebliebener Transitzahlungen in Höhe von 545 Millionen Euro.

Aber... kreischen Sie nur weiter

Magic Washroom
15
25.12.2011, 19:50

und nun erwähnen sie noch dazu, dass zwar die usa wieder ihre diplomatische beziehungen aufgenommen haben, aber china die macht im land hat und dabei zugesehen hat wie 300.000 menschen ermo0rdet wurden und jede resolution gegen den suda verhindert - wegen den ölfunden.

aber klar, bei manchen braucht nur das wort usa vorkommen und schon beginnen sie zu geifern. china kann dabei zusehen und aktiv unterstützen wie 300.000 menschen getötet werden, die erwähnen sie nicht einmal.

Oddo Wolf
41
25.12.2011, 21:03

Hundertschaften von US-Organisationen haben in die Unabhängigkeit des Südsudans investiert, nachdem Öl gefunden wurde.
Ol gibts vorwiegend im Süden. China ist im Besitz der Infrastruktur wie Pipelines, Oltanks und Verladestellen im Norden, Sie wissen, daß die westlichen Ölmultis im Süden darauf angewiesen sind.
Hätte China einen Stellvertreterkrieg gegen die USA führen sollen wie Russland in Afghanistan?

Magic Washroom
04
25.12.2011, 21:54

ja und? die truppen von bashir kommen aus den norden und china verhindert jegliche resolution gegen bashir und unterstützen ihm aktiv, so dass er bis jetzt 300.000 menschen ermordet hat.

und sie irren sich da, china hat große erdölfelder im süden des landes, cpnc - china national petroleum corporation, schauen sie selbst: http://upload.wikimedia.org/wikipedia... Oelgas.png china hat sogar die größten erdölfelder.

bitte informieren sie sich besser.

Magic Washroom
00
26.12.2011, 02:25

da haben die usa übrigens keine öl-felder, kanada, sudan, china, qatar, schweden, malaysia, österreich haben dort felder und china hat die flächenmäßigst größten felder.

Bernhard Marold
31
25.12.2011, 14:25
Ich glaube

Sie haben es auf den Punkt gebracht. Lass die sich doch gegenseitig niedermetzeln .... aber wenn's da Öl gibt sieht alles ganz anders aus. Da muss man aus "humanitären Gründen" eingreifen....

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