Laut Armee-Angaben - JEM-Chef Khalil Ibrahim habe Präsident Al-Bashir stürzen wollen
Khartum - Die sudanesische Armee hat nach
eigenen Angaben den Anführer der wichtigsten Rebellengruppe in Darfur
getötet. Dies berichtete die sudanesische Nachrichtenagentur SUNA am
Sonntag. Für den Tod Khalil Ibrahims von der "Bewegung für
Gerechtigkeit und Gleichheit" (JEM) gab es zunächst keine unabhängige
Bestätigung. JEM war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu
erreichen.
Sein Tod wäre ein schwerer Rückschlag für die JEM-Rebellen, die
für mehrere große Angriffe im Sudan verantwortlich waren. Er war erst
kürzlich nach dem Fall des Regimes von Muammer al-Gaddafi aus dem
libyschen Exil zurückgekehrt.
Wollte in den Südsudan
Ibrahim sei in den frühen Morgenstunden im Staat Nord-Kordufan bei
dem Versuch getötet worden, in den Südsudan zu gelangen, teilte die
Armee mit. Nach Angaben eines Sprechers war die Gruppe auf dem Weg in
die Hauptstadt Khartum, um einen Umsturz der Führung von Präsident
Omar al-Bashir zu versuchen. In der Region war es in den vergangenen
Tagen mehrmals zu Zusammenstößen gekommen, bei denen auch Zivilisten
ums Leben kamen.
Mit dem Fall von Gaddafi verlor JEM einen wichtigen Unterstützer.
Die sudanesische Regierung hatte die Rebellen beschuldigt, für das
libysche Regime zu kämpfen. Im vergangen Jahr hatte JEM ein
Friedensabkommen mit der Regierung unterzeichnet, aber die Rebellen
brachen die Friedensgespräche kurz darauf wieder ab. Als Grund
nannten sie neue Regierungsangriffe in der Provinz Darfur.
In der westlichen Region Darfur kämpfen nicht-arabische
Aufständische seit 2003 gegen die Zentralregierung in Khartum. Nach
Angaben der Vereinten Nationen starben seitdem bis zu 300.000
Menschen. Die Regierung spricht von 10.000 Toten. (APA/Reuters)