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Profi-Kochansagen ans internationale Finanzkapital: Michael Häupl empfiehlt Fleischlaberln mit Erdäpfelsalat
Nicht erst seit Alfred Gusenbauers missglückter Kanzlerschaft, doch seit dieser mit Aplomp, ist jeder Arbeiteraristokrat in Österreich ein höchstdekorierter Feinschmecker.
Man erinnert sich gerade noch dunkel an die Gründung jenes ominösen Clubs 45 durch sozialdemokratische Amtsträger 1973. Bereits damals trieb die Genussfreude der Genossen an der Seite des Décadent Udo Proksch mörderisch-sinnliche Blüten.
Was ist das gegen heute?
Um den Anspruch auf klassenkämpferisches Brutzeln, Braten und Blanchieren vor Jahresende noch einmal kräftig aufzupflanzen, erhalten dieser Tage die Mitglieder der Wiener SPÖ einen Kalender mit politisch korrektem Küchenwissen zugesandt. Titel: "Die besten Rezepte für Wien 2012".
Randvoll mit Inseraten
Die Parteipublikation ist randvoll mit Inseraten parteinaher Unternehmen und Organisationen. Da gibt es eine Sozialbau AG, die "mehr als ein Dach über dem Kopf" anbietet; eine adrette Samariterin, der angeblich Gutes zu tun "gut tut"; eine Bank, die versichert, dass das "Leben voller Höhen und Tiefen" sei, und quasi im Gegenzug eine Versicherung, die "unsere Sorgen haben" will.
Österreich, du hast es besser! Da gibt es eine Bank, die behauptet, "mitten im Leben zu stehen"; und heimische Wirtschaftstreibende, die mindestens "größer denken für Wien"; und da fragt eine Baugenossenschaft frei von der Leber, ob denn der Mensch in Gestalt des Wiener Sozialdemokraten überhaupt noch eine Wohnung braucht.
Denken, wohnen, wohlfühlen ... Ach was! Die Frage, die in Wien alle bewegt, heißt doch: "Was schlemmen wir heute?" Wenn der Wiener Sozialdemokrat nicht das Beste aus dem Bestehenden herausholt, warum sollte er kämpfen? Hat nicht schon Friedrich Engels Jenny Marx ins Album geschrieben: "Auffassung vom Glück: Château Margaux 1848"? Na, eben!
Da gut zu tafeln erklärtermaßen das Beste ist, was die Wiener SPÖ 2012 auf die Agenda setzt, beginnt der Reigen der besten Rezepte gleich mit "Fleischlaberln à la Häupl", einem Gustostückerl des Langzeitvorschmeckers der Partei. Der sozialdemokratische Bürgermeistermagen empfiehlt für den dazugehörigen Kartoffel-, Pardon: Erdäpfelsalat "kleinere rote Zwiebel klein zu schneiden".
Vorwärts - und nicht auf ...
Aber Achtung, im Februar wartet die SPÖ-Kulinarik den urgesunden Inkareis Quinoa mit Kürbis und Melanzani auf - und dafür dürfen dann die "roten Zwiebel in nicht zu kleine Stücke geteilt werden". Wieder ganz à la Häupl verhält es sich beim Kräutersalat im Juni: "kleine rote Zwiebelstücke schneiden", bitte!
Kleinklein, nicht zu klein, kleiner, ... - Jetzt haben wir es endlich kapiert! Nicht um die Größe geht es beim Großen Wiener Zwiebelschipseln, sondern um die Parteifarbe.
Völker, hört die Signale! Die lukullischen Gaumenfreuden sind die neuen Plattformen für Chancengleichheit. "Mitreden. Mitmachen. Mitschneiden" lautet das Motto im neuen Jahr. - Und hier die stärksten Imperative der geballten Profi-Kochansagen aus der Parteizentrale ans internationale Finanzkapital:
01 Der Wiener Sozialdemokrat schreckt gekochte Fisolen gnadenlos in Eiswasser aus der Hochquellwasserleitung ab.
02 Um Waldboden zu erhalten, ein taktisches Zugeständnis an die Grünen KoalitionspartnerInnen im Rathaus, zerreibt der Wiener Sozialdemokrat im Induktionsbackofen getrockneten Pumpernickel zu Pulver. Woher im März frische Pilze kommen sollen, wird zwar im "besten Rezept" für den Monat nicht verraten. Dafür aber, dass sich Waldgeschmack für Ökos auch mit Gundelrebe, Schafgarbe, Olivenkraut oder Steinpilz-Thymian simulieren lässt.
... die Zwiebeln vergessen!
03 Der Wiener Sozialdemokrat besitzt ein Feigenblatt. Da kann man in dieser Welt nichts machen. Aber der Wiener Sozialdemokrat weiß sein Feigenblatt auch zu benutzen: um im Schmortopf Feigen (!) zu überdecken.
04 Der Wiener Sozialdemokrat kauft - auf zum letzten Gefecht - Fleisch im einem Fachgeschäft, also einer "Fleischerei, oder Ähnliches". Der Fleischerei ähnliche Fachgeschäfte sind meiner Meinung nach Apotheken, Gemüseläden, Musikaliengeschäfte.
05 Sollte er keine österreichischen Fleischteile aus dem Simmental bekommen, erwirbt der Wiener Sozialdemokrat also in Apotheken, Gemüseläden oder Musikaliengeschäften "amerikanische Fleischteile". Auch diese nämlich bieten - Sonn' ohn' Unterlass - "sehr gute Fleischqualität".
06 Der Wiener Sozialdemokrat bestreut seinen Marillenschmarrn seit den Zeiten von Victor Adlers Oma mit Staubzucker. Der jährliche "Massenaufmarsch" am 1. Mai ist schließlich bitter genug.
07 Falls der Wiener Sozialdemokrat keinen Kräutersalat zur Verfügung hat, darf er Rucola nehmen.
08 Der Wiener Sozialdemokrat kennt sehr schöne Fremdwörter in der Küche. Zum Beispiel "emulgiert" er eine "Brandade" mit Olivenöl. Mischen tun nur Hackler in der Mischmaschine, und Püree löffeln Kinder.
09 Für Saltimbocca alla romana - irgendwo muss ja der San Daniele Schinken hin - benötigt der Wiener Sozialdemokrat Safran aus Pannonien, - falls er dieses Land mit Google-Maps findet.
10 Der Wiener Sozialdemokrat beherrscht die hohe Kunst des Unter- und Übergießens. Er übergießt zum Beispiel ein schmorendes Kalbsschulterscherzl im Dezember immer wieder mit dem eigenen Saft, und untergießt es, falls erforderlich, mit etwas Wasser. Abwechselnd, nicht gleichzeitig.
11 Der Wiener Sozialdemokrat zerdrückt einen Saibling, der zunächst zehn Stunden lang in kaltem Wasser quellen musste, mit seinen starken Proletarierarmen zu Kartoffelpüree-Konsistenz.
12 Der Wiener Sozialdemokrat kann die U-Bahn-Zeitung durch seinen megadünnen Apfelstrudelteig lesen.
13 Der Wiener Sozialdemokrat benutzt seit der Novemberrevolution 1918 für die Panier nur gleichkörnige Semmelbrösel von der Kaisersemmel.
14 Der Wiener Sozialdemokrat klopft das panierte Schweinskarree zwischen beöltem Zellophan dünn, dass es in der offenen Designerwohnküche nur so spritzt.
15 Das Schweinsschnitzel des Wiener Sozialdemokraten muss immer über den Tellerrand ragen.
WOLFGANG KOCH (52) ist Schriftsteller in Wien und verfasst seit 2006 den "Wienblog" der Berliner "tageszeitung" (www.taz.de/blogs/wienblog).
Daer will Häupl auch die Steuern erhöhen, damit in Wien keine Unzufriedenheiten das sorglose System von Nehmen und Nehmen stören. Brot und Spiele und ein GKK die alles zahlt und gut gangen is!
Die SPÖ hat keine anderen Sorgen ausser wie man sich den Wanst vollstopft. Und darin ist die Partei (v.a. in Wien) Meister.
Den wieder zunehmenden sozialen Unterschieden wird nur noch mit der plumpen Forderung nach Steuererhöhungen begegnet, nicht begreifen wollend dass sich die Rahmenbedingungen generell ändern.
Der SP ist Ihre "Klasse" und auch die Arbeiter abhanden gekommen ;-) und neue Wählerschichten zu erarbeiten ist den Roten offensichtlich zu schwer, kein Wunder mit dem Ballast den man umherschleppt. Viel leichter erscheint es eben den Leuten Sand in die Augen zu streuen und die Welt auf kulinarische Probleme zu reduzieren.
Aber das führt eben zu Beliebigkeit.
hallo laura
gute steuerideen :
1) 1000 EUR pro Jahr je Kilo über optimalem Körpergewicht
2) Facebooksteuer: jeder bestätigte Fakeaccount mit 1000 EUR pro Monat besteuert
3) stamperlsteuer: offiziell geschluckte schnapserl werden mit 10 EUR je Stamperl besteuert
4) IQ Steuer: jeder NR-Abgeordnete wird einem IQ-Test unterzogen und muss 1000 EUR pro Jahr gemäß dem Grad der Idiotie für unterdurchschnittliche Intelligenz abliefern. sorry hc.
ein paar gute ausgabeneinsparungen:
1) keine öffentliche Ausgaben für PR und Marketing
2) Bürgermeister brauchen keine Dienstautos, Fahräder und Öffis genügen
3) 1. Maisteuer: wer dort nix redet und nur winkt, muss 1000 EUR einzahlen
bumm. der häupl wird sich ausbluten. endlich gleichheit.
... zeugt auch nicht gerade von geistiger Qualität.
Ob's den Leuten passt oder nicht - er tut derzeit das richtige. Nämlich nix.
Wenn Rot, Schwarz und Grün also so weitermachen, dann wird das unser nächster Bundeskanzler.
Man muss sich aber keine Sorgen machen, bisher gab es in dieser Partei noch niemanden der es sich herausgenommen hat der Justiz zu sagen wer in U-Haft zu nehmen ist oder nicht.
...der den STANDARD noch im Mai 2011 als
> "Sozialdemokratische Zeitung" < bezeichnet hat.
Sich aber im Dezember nicht zu schade ist, genau in dieser "Partei"zeitung seinen schon in der Springer-TAZ
abgedruckten Schmarrn ( um kulinarisch zu bleiben!)
nochmals veröffentlichen darf.
hat's auch für schriftsteller in sich (häufig auch an sich). sehr bissig, trotz plompierter zähne, setzt er sich mit Aplompen auseinander. der rest sei schweigen. schon seltsam was sich in einer selbsternannten qualitätszeitung so findet........
...was Rezepte für Fleischlaberln, Wiener Schnitzel, Marillenschmarrn und Apfelstrudel mit Freunderln und deren Wirtschaft zu tun haben?
Ärgert Sie die oftmalige Verwendung von "rotem" Zwiebel?
Oder sind Sie Hungerkünstler?
ausser dem, dass sp-politik von solidarität faselt und die vp von gerechtigkeit.
sie tun aber beide dasselbe: sackeln die steuerzahler ungeniert aus, bedienen sich und ihre freunderl schamlos und machen schulden, dass die nächsten 77 generationen aus dem zinseszinszahlen nimmer raus kommen.
gegenwart vermurxt, zukunft verpfändet
wähler verarscht, verkauft und geschändet
das ist politik nach art des hauses vp-sp
lustig samma, duuuulieeeeh!
na und die fpö? die saan jo noch viel ärger.
ja, leider.
das macht ja die griechische tragödie perfekt: was immer wir tun, um unseren zustand zu ändern, es führt in die katastrophe!
da müssen wir durch.
... Schweinsbraten (mit ministerialer Empfehlung) für die "Leistungsträger" und Wursthautsuppe (aus der Klosterküche des Klubs zum Hl. Engelbert) für "Sozen" und andere Bekehrungsbedürftige.
Ganz einfach.
Dr. Heinz Anderle, Freigeist
sie vergessen, dass die jetzige spö-herrschaftsriege um rudas und co. versucht, sich jung, gesund, dynamisch ... etc., etc., zu geben - und innereien sind nun mal in der menge, die jetzt gebraucht würde, ungesund ...
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