Mama mag man eben

23. Dezember 2011, 19:16
  • Die Unbeschwertheit währt nur kurz: "La prima cosa bella" handelt von einer Familie, die zerbricht.
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    foto: polyfilm

    Die Unbeschwertheit währt nur kurz: "La prima cosa bella" handelt von einer Familie, die zerbricht.

Rückbesinnung auf die Commedia all'italiana: Paolo Virzis Film "La prima cosa bella" erzählt ein komisch-sentimentales Mutter-Sohn-Drama

Wien - Die Beziehung des italienischen Mannes zu seiner Mutter ist in der Regel eine äußerst innige. "Mamma", das ist der Busen, an den man sich in der Not drückt, und sie kocht mit Sicherheit die beste Pasta. In Paolo Virzis neuer Tragikomödie La prima cosa bella ist die Beziehung Brunos (Valerio Mastandrea) zu seiner Mutter allerdings verzwickter. Nicht einmal die Nachricht, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt sei, kann ihn am Anfang des Films dazu motivieren, ihr einen Besuch abzustatten.

Den Ursachen für dieses Verhalten geht der Film mit einer Serie von Rückblenden nach, die in die Kindheit des ausgebrannt wirkenden Schullehrers führen. Die Eifersucht von Brunos Vater führt schon früh zum Scheitern der Ehe seiner Eltern. Anna (Micaela Ramazzotti) muss sich allein mit den Kindern durchschlagen - in den 1970er-Jahren ist die lebenslustige Frau, die sich von ihrer Lage nicht erdrücken lässt, damit eine Besonderheit.

Virzi, dem mit der Prekariatskomödie Tutta la vita davanti 2009 ein Überraschungserfolg gelungen ist, versucht in La prima cosa bella sowohl der Perspektive der Mutter wie auch jener der Kinder gerecht zu werden. Wo diese mit Männerbeziehungen ihr Glück sucht, leidet der kleine Bruno unter der provisorischen Lebensführung (und der mütterlichen Promiskuität). Tonfall und Charakterführung des Films bleiben jedoch zu vage, um diese Spannungen schlüssig zu veranschaulichen. Mit Musikeinsatz und nostalgischen Einfärbungen wählt Virzi den einfachen Weg.

In der Gegenwart wird Anna - trotz ihrer Krankheit ein Energiebündel - von Stefania Sandrelli verkörpert. Mit Filmen wie Scheidung auf Italienisch steht die Schauspielerin für jene Commedia all'italiana, an die auch La prima cosa bella erinnern will: Die junge Anna spielt hier sogar einen kleinen Part in einem Mastroianni-Film. Doch viel weiter als über solche Paraphrasen kommt Virzi nicht hinaus: Zu mechanisch werden die Ereignisse abgespult, an deren Ende eine erwartbare Geste der Versöhnung steht. (Dominik Kamalzadeh/ DER STANDARD, Printausgabe, 24./25./26.12.2011)

 

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3 Postings
2 Jahre alt.....

Na und??

NA UND?? Diese ewige Nörgelei darüber, wie alt ein Film ist, ist so was von nervig und unaussagekräftig.

Warum?

...weil ich mir von einer TAGESzeitung aktuelle Besprechnungen erwarte und nicht eine vom vorletzten Jahr. die kannte ich nämlich schon.

Apropos Nörgeln....wer nörgelt da gerade...? ;)

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