Österreich behält Triple-A

Überschätzte Bremse

Kommentar | András Szigetvari, 23. Dezember 2011, 18:29

Einige Banken vergeben im Osten wieder fleißig Fremdwährungskredite

Moody's gebührt Dank. Zuletzt wurde die Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung als Hauptfaktor dafür dargestellt, ob Österreich die höchste Bonitätsstufe behalten kann. Diese Diskussion war aber einseitig, worauf die Ratingagentur hinwies.

Das Risiko, dass unvorhersehbare Ereignisse die Finanzstabilität erschüttern, ist für Österreich höher als bei vergleichbaren Staaten wie Finnland, schreibt Moody's. Verantwortlich dafür ist nicht die angeblich untätige Politik und nicht einmal die Verschuldung, sondern die Privatwirtschaft. Österreichs Banken haben ein Auslandsexposure von 357 Milliarden Euro aufgebaut, was fast 130 Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht. Da in Krisen private Schulden rasch zu öffentlichen werden, hängt die finanzielle Gesundheit Österreichs vom Erfolg der Banken in Osteuropa ab, wo die meisten Risiken konzentriert sind.

So gesehen war die jüngste Ankündigung der Notenbank, das Kreditwachstum der Geldhäuser im Osten zu begrenzen, der wichtigste Beitrag zur Sicherung von Österreichs Triple-A-Rating. Die Aufseher sind eingeschritten - soweit die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass einige Banken in der Region wieder fleißig Fremdwährungskredite vergeben. Die Trendwährung ist nicht mehr der Franken, sondern der Euro. Sollte 2012 die miese Konjunktur Währungen in Ländern wie Ungarn und Rumänien in die Tiefe reißen, wird das für Österreich schmerzhafte Folgen haben. (DER STANDARD; Print-Ausgabe, 24/25.12.2011)

Kommentar posten
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Mr. Bubbles
00
26.12.2011, 01:46

wenn staaten alles tun um "den markt" zu besänftigen heißt das nur eins:
das system ist am ende, und alle bemühungen sind nur ein hinauszögern des unvermeidlichen.

ja, die ratingagenturen haben uns im namen der wünsche "der märkte" an den eiern. das wird vielen das leben kosten, wie immer, bei kriegen, aber das hat es nun mal ansich....

in 50 jahren spätestens ist alles vorbei. da wird - wieder mal - der reset knopf gedrückt - da brauchen wir uns nix vormachen...

Anaxagoras
80
25.12.2011, 23:44
Frau Föderl, Sie beweisen wieder einmal, dass Sie von der....

..Materie keine Ahnung haben. Die Schuldenbtremse ist ein Zwang bzw. ein Nichteinhalten ´des Sparen ein Rechtsbruch. Das was Sie als Entscheidend herausstellen ist leeres Geschwätz. Sie legen sich wieder einmal Ihre Fakten zurecht und machen sie passend.

Francesca
05
26.12.2011, 11:44
Gefällt Ihnen nicht, dass die Bankster der drei

großen Banken als das Risiko für Ö benannt werden? Bei aller Willkür der Rater, dies ist sicherlich ein richtiger Punkt, den sie anführen.

Anaxagoras
30
25.12.2011, 23:22
Die Bremse wird von uns deshalb unterschätzt, weil sie....

..von den Deutschen creiert wurde. Das ist ein Teil unseres Komplexes gegenüber Deutschland. Wir würden es uns einfacher machen, wenn wir die Realitäten anerkennen würden. Gegenüber den Deutschen spielen wir nur die 2. Geige. Politisch und von der man power her gesehen.

Ihr Vergleich der Fed und der EZB beweist, dass Sie von der Sache keine Ahnung haben.

ravenna
00
26.12.2011, 14:17

Ja, klar. Sie wird genau aus dem Grund "unterschätzt", den dummerweise die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung überhaupt nicht kennt. Sehr logisch....

Hugh G. Rection
00
25.12.2011, 17:08
Auch wenn

das Exposure der öst. Finanzindustrie ggü. dem Osten irrsinnig hoch ist und Fremdwährungskredite das ideale Vehikel für den sich selbst überschätzenden Bauernschlauen sind, meint die BIZ, dass gerade jetzt diese Beschränkung (genauso wie die Vorziehung der verschärften Eigenmittelbestimmungen) eine prozyklische Lawine lostreten könnte...

http://www.bis.org/publ/qtrp... qt1112.pdf
(S. 13)

;-)
00
25.12.2011, 09:25
die Bremse ;D

ich kauf Ersatzteile fürs Auto prinzipiell beim Fachmann.

Schau ma mal, dann wer ma scho sehen

higgs - wozu?
21
24.12.2011, 15:12
ich bin wirklich sehr erfreut darüber,

daß wir (ösiland, deutschland, frankreich, eu, amerika......) weiterhin das geld, zu dessen verwendung uns unser staat per gesetz verpflichtet, zu äußerst günstigen konditionen (zinsen) bei privatinstitutionen (fed=ezb) kaufen dürfen müssen!

weiters bin ich auch der ansicht unserer politiker, daß wir mehr geld kaufen müssen, um endlich schuldenfrei zu werden - das ist doch vollkommen logisch!

Reich sein muss sich lohnen!
07
24.12.2011, 16:23
Anders:

Die Banken sind sehr erfreut darüber, dass sie weiterhin das Geld zu, zu dessen Verwendung die Staaten per Gesetz verpflichten, zu äußerst günstigen Konditionen (kürzlich 1% Zinsen) bei den Zentralbanken kaufen dürfen, während alle anderen, selbst die Staaten, zu den Banken gehen müssen um Geld kaufen zu können - und dort natürlich weitaus mehr dafür bezahlen.

Auch sind sie sehr erfreut darüber, dass sie nur das Bargeld bei den Zentralbanken kaufen müssen - den Großteil des Geldes (Giralgeld) aber gleich, praktisch zu Null-Kosten, selbst schöpfen dürfen und lediglich einen kleinen Teil davon (1%) in Form von Zentralbankgeld hinterlegen müssen.

So können Sie sich weiterhin über Subventionen in Form von Staatsanleihen freuen.

Reich sein muss sich lohnen!
00
25.12.2011, 11:56
Mir ist da ein Fehler unterlaufen

Der Zinssatz für die Banken lag da nicht bei 1% sonder bei -1%.
Das heißt, die Banken bekommen Geld dafür, dass sie sich Geld von der EZB leihen...

Reich sein muss sich lohnen!
00
25.12.2011, 11:59

Und man muss natürlich auch sehen, dass das Geld, das die EZB an Zinsen einnimmt, in die Staatskassen fließen.

Wenn der Zinssatz nun negativ ist, bedeutet das geringere Einnahmen für die Staaten - praktisch ein Steuergeschenk für Banken.

Erwin Wolfram
00
24.12.2011, 13:31
Auszug aus einer internen Moody Email

... erfolgreicher Businesstermin beim Heurigen in Grinzing... ...konnten wir einen Eingang von EUR 3 Mio fuer Beratung Ingangbringen der Schuldenspirale aeh "fixing of interbank lending problems" verbuchen und bitten um Verbuchung als div Beratungsleistungen an Endkunden.

Gary Grantscherbn
00
24.12.2011, 13:28

ein (Un)wort, das es bis vor 6 Monaten nicht gab: "Schuldenbremse." Alleine phonetisch ein Wahnsinn und ein Phänomen, wie plötzlich solche Neukreationen in Umlauf geraten und en vogue werden. ps. wusste jemand vor 4-5 Jahren von "kalibrieren"? Na gut, ich epibrier mich mal davon...

Anaxagoras
10
25.12.2011, 23:27
Sie haben Sorgen! Das beweist Ihre totale Unkenntnis.

Childerich von Bartenbruch
00
24.12.2011, 13:41
das wort mag 's vor sechs monaten ...

... zumindest in österreich noch kaum gegeben haben, dafür hören und lesen sie es heute pro tag gefühlte zehntausend mal.

Dramaqueen
06
24.12.2011, 09:00
Hat Moodys schon gewußt, dass kleine rote Pelinkas

auf Versorgerposten zum Sparprogramm gehören?

franz der freie
 
01
24.12.2011, 10:22
was wollen sie ? rau oder schulmeister ?

das sind doch die grossen wirtschafts-auskenner, oder etwa nicht ? qualifikation: der eine lässt bei raiffeisen arbeiten, der andere ist aus seinem institut noch nie herausgekommen und es ist ungewiss, ob er einen würschtelstand wirtschaftlich führen kann. aber für den standard und seine apostel reichts.

17+4
01
24.12.2011, 12:48
es ist nicht alles falsch, was Schulmeister will,

auch wenn er Sachen miteinander verquickt, die besser getrennt blieben.

Anaxagoras
30
25.12.2011, 23:28
Sagen Sie mir ein Beispiel wo der Egozentriker und Geisterfahrer Schulmeister recht hat?

17+4
01
26.12.2011, 09:35
bei der unapetitlichen Art, sich als Filosof darszustellen

werde ich keine Antwort geben.
Ein Glück für Anaxagoras, dass er schon über 2000 Jahre tot ist.
Möglicherweise hat es aber einen Sandler namens Anaxagoras auch gegeben, das ist wohl ihr Vorbild.

sutpen
010
24.12.2011, 08:51

schön, dass endlich auch im standard berichtet wird, dass das ostrisiko der banken für die drohende herabstufung österreichs hauptverantwortlich war.

habe darauf schon vor wochen in einem post hingewiesen und sogar eine antwort von - rau - bekommen:

"Wenn ein hochverschuldeter Staat noch mehr
Schulden machen muss, um seine Banken zu retten, dann kriegt er eben eine schlechtere Bonität."

muss man nicht weiter kommentieren...

aber vielleicht bessert sich die qualität der wirtschaftsberichterstattung im standard langsam - man darf ja noch hoffen.

...and miles to go before I scream
00
24.12.2011, 09:19

Schön, wenn man Berichterstattung und Kommentare daran misst dass sie sagen, was man eh schon zu wissen glaubt.

sutpen
05
24.12.2011, 09:38

dass die qualität der wirtschaftsberichterstattung im standard nicht (mehr) die beste ist, ist wohl hinreichend bekannt - liegt hauptsächlich an den kürzungen der redaktionsbudgets.

schlimm ist aber die haus- und hofberichterstattung für österreichische banken. die ostrisiken sind ja schon sehr, sehr lange bekannt, nur wurde nie kritisch darüber berichtet. und vielleicht erinnern sie sich an die ersten reaktionen im standard auf die gewinnkorrektur der erste bank (mutiger schritt von treichl, treichl der ideale bk-kandidat,...)

ich habe aber das gefühl, dass die berichterstattung hier langsam etwas kritischer wird.

und bezüglich ostrisiko und drohender herabstufung: das habe ich nicht nur zu wissen geglaubt.

Dr.Lion
02
24.12.2011, 08:38
Das Getue um die Schuldenbremse, die unbedingt in die Verfassung muß war a

war also unnötige und lächerliche Wichtigtuerei einiger Politiker und der sie beratenden nicht weniger "wichtigen" Beamten, die wir hoch bezahlen.

So ist z.B. DIE WEHRPFLICHT beim Bundesheer 50 Jahre lang NICHT IN DER VERFASSUNG GESTANDEN seit 1955 und erst mit Bundesgesetzblatt I Nr. 126 im Jahre 2005 in die Verfassung aufgenommen worden...

ABER ÖSTERREICH HAT TROTZDEM ALLE KRIEGE GEWONNEN...

Eine friedliche und frohe Weihnacht ! Alles wird gut !

Anaxagoras
00
25.12.2011, 23:35
"Österreich hat alle Kriege bisher gewonnen". Sie wollen....

.wohl damit sagen, dass es sich rechtzeitig auf die Seite der Stärkeren geschlagen hat, d.h. aus Feigheit die Front gewechselt hat.

Sie haben die Wertigket der Schuldenbremse offenbar noch nicht begriffen.

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