Einige Banken vergeben im Osten wieder fleißig Fremdwährungskredite
Moody's gebührt Dank. Zuletzt wurde die Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung als Hauptfaktor dafür dargestellt, ob Österreich die höchste Bonitätsstufe behalten kann. Diese Diskussion war aber einseitig, worauf die Ratingagentur hinwies.
Das Risiko, dass unvorhersehbare Ereignisse die Finanzstabilität erschüttern, ist für Österreich höher als bei vergleichbaren Staaten wie Finnland, schreibt Moody's. Verantwortlich dafür ist nicht die angeblich untätige Politik und nicht einmal die Verschuldung, sondern die Privatwirtschaft. Österreichs Banken haben ein Auslandsexposure von 357 Milliarden Euro aufgebaut, was fast 130 Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht. Da in Krisen private Schulden rasch zu öffentlichen werden, hängt die finanzielle Gesundheit Österreichs vom Erfolg der Banken in Osteuropa ab, wo die meisten Risiken konzentriert sind.
So gesehen war die jüngste Ankündigung der Notenbank, das Kreditwachstum der Geldhäuser im Osten zu begrenzen, der wichtigste Beitrag zur Sicherung von Österreichs Triple-A-Rating. Die Aufseher sind eingeschritten - soweit die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass einige Banken in der Region wieder fleißig Fremdwährungskredite vergeben. Die Trendwährung ist nicht mehr der Franken, sondern der Euro. Sollte 2012 die miese Konjunktur Währungen in Ländern wie Ungarn und Rumänien in die Tiefe reißen, wird das für Österreich schmerzhafte Folgen haben. (DER STANDARD; Print-Ausgabe, 24/25.12.2011)