Lücke geschlossen

Auch in der Antarktis lebten Sauropoden

24. Dezember 2011, 21:32
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    foto: cerda/naturwissenschaften

    Die auf der James-Ross-Insel entdeckten Fossilienfragmente und ihre anatomische Bedeutung

Fund auf der James-Ross-Insel zeigt, dass die Titanosaurier tatsächlich auf allen Kontinenten vertreten waren

Heidelberg - Mancher erinnert sich vielleicht an die eine Folge der britischen Doku-Reihe "Walking with Dinosaurs", die im kreidezeitlichen Antarktika handelte. Als größte Dinosaurier-Spezies, die in der südpolaren Region lebte, trat in dieser Episode der Muttaburrasaurus auf, ein etwa sieben Meter langer Verwandter des Iguanodons. Von einer älteren Gruppe von Pflanzenfressern gab es bis vor kurzem jedoch keine Spuren in der Antarktis - den Sauropoden. Das hat sich nun geändert.

Wissenschafter um Ignacio Alejandro Cerda vom argentinischen Forschungsrat CONICET entdeckten auf der James-Ross-Insel an der Nordspitze der Antarktischen Halbinsel einen unvollständigen Wirbelknochen aus dem mittleren Schwanzbereich eines Dinosauriers. Anhand seiner Größe und morphologischen Merkmale wie der charakteristischen Kugel- und Gelenkpfannenausbildung konnte das Fossil einem Titanosaurier zugeordnet werden. Welcher Spezies aus dieser Gruppe genau das Tier angehörte und ob es sich um eine bereits bekannte oder eine noch nicht klassifizierte handelt, ließ sich aus dem Fund nicht eruieren.

Spät, aber erfolgreich

Titanosaurier waren die letzte Gruppe der Sauropoden und die einzige, die sich bis zum Massenaussterben am Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren halten konnte. Andere Gruppen der Sauropoden, die ihre Blütezeit vor etwa 150 Millionen Jahren erlebt hatten, waren damals bereits ausgestorben und als wichtigste Pflanzenfresser von der artenreichen Iguanodon-Verwandtschaft abgelöst worden. Die Titanosaurier hingegen überlebten, entwickelten ihrerseits eine große Artenvielfalt und brachten einige der größten Landtiere aller Zeiten hervor - wie etwa den Argentinosaurus, der eine Länge von 30 Metern oder mehr erreichte.

Fossilien von Titanosauriern wurden bereits auf allen Kontinenten gefunden - bis zum aktuellen Fund jedoch mit Ausnahme Antarktikas. Cerdas Entdeckung, die in der Fachzeitschrift "Naturwissenschaften" vorgestellt wurde, schließt diese Lücke und zeigt, dass die Titanosaurier tatsächlich weltweit verbreitet waren. Die Forscher abschließend: "Die Entdeckung der Überreste eines sauropoden Dinosauriers in der Antarktis vergrößert unser Wissen der Dinosaurier-Faunen während der Oberkreide auf diesem Kontinent." (red)

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11 Postings
Franz Josef Lolinger
00
27.12.2011, 21:03

Die sind wahrscheinlich auf einer Eisscholle dorthingetrieben worden.

living reef
00
26.12.2011, 09:52
"auch in der heutigen antarktis..."

Ein Mann
00
24.12.2011, 23:57
Das arme Ding!

der arme Futalogn...saurus muss sich je recht gewunden haben ohne Knochen in Haxen und Schwanz ;-))

h 90
00
25.12.2011, 09:39

genau umgekehrt zu einem Politiker....

grmblhmpft
02
24.12.2011, 22:54
Überrascht mich nun gar nicht

Schon einige Zeit gilt als sicher, dass die Antarktis nicht immer unter der heutigen dicken Eiskappe lag sondern vor Millionen von Jahren dort tropische Temperaturen herrschten. Das die Antarktis zu Saurierzeiten noch Teil des Superkontinents Gondwana (ihm gehörten Südamerika, Afrika, Indien, die Antarktis sowie Australien an) war, ist auch bekannt. Insofern keine Überraschung.

momodeluxe
00
25.12.2011, 18:45

wer auch immer aus dem originalen "The first record of a sauropod dinosaur from Antarctica" das unglückliche "Auch in der Antarktis lebten Sauropoden" gezimmert hat.

in wirklichkeit gehts im dinofunde in der antarktis, nicht ob die viecher dort gelebt haben (zu einer zeit, wos die antarktis im heutigen sinne noch nicht gab).

danke red.!

vallis rosarum
 
00
25.12.2011, 10:39
Sind Sie wirklich sicher, dass in den letzten Jahrmillionen

der "Saurierzeiten" (ca 80-66 mya) die Antarktis noch Bestandteil Gondwanas war?

grmblhmpft
00
25.12.2011, 13:08

Die Sauropoden entstanden vor etwa 230 Millionen Jahren. Etwa 140 Millionen vor unserer Zeit begann Gondwana langsam auseinanderzudriften, wobei Antarktika, Australien, Neuseeland und Neguinea noch lange Zeit eine zusammenhängende Landmasse bildeten. Also mindestens 90 Millionen Jahre hatten die Sauropoden Zeit alle Teile des Superkontinents zu besiedeln. Mit der hier genannten Gruppe der Titanosaurier hat die Wissenschaft allerdings ein Problem. Ihr Bestand als eigenständige Gruppe ist fraglich.

NotUsed
00
25.12.2011, 10:05

danke, spare ich mir die ausführung...

war wohl in der redaktion bislang unbekannt das die erde klimatechnisch sowie plattentektonisch mal komplett anders ausgesehen hat.

vallis rosarum
 
00
25.12.2011, 10:43

Wird im Artikel in irgendeiner Weise auf das damalige Klima angespielt?
Sie kritisieren nicht, sondern unterstellen.
Kurios.

Redaktion derStandard.at/Wissenschaft
00
25.12.2011, 20:13

Danke, da sparen wir uns die Ausführung :)

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