Niko Pelinka - Faymanns smarter "ORF-Dompteur"

23. Dezember 2011, 16:38
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    foto: apa-foto: roland schlager

    "Vorurteile gibt es immer, besonders gegen Junge. Das bin ich gewohnt": Niko Pelinka

Sprung auf den Küniglberg war nach geschlagener ORF-Wahl absehbar

Dass Niko Pelinka künftig im ORF-Zentrum werkt, wird wohl kaum einen Branchenkenner überraschen. Fraglich war spätestens seit der Wiederwahl von Alexander Wrabetz am 9. August des Jahres eigentlich nur, welchen Job der 25-Jährige denn nun bekommen wird. ORF-Kommunikationsleiter galt zwischendurch als möglich, Generalsekretär war ein oft gehörter Tipp, Büroleiter des Generaldirektors ist es nun geworden. Von SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas auf den Küniglberg als ORF-Stiftungsrat und SPÖ-"Freundeskreis"-Leiter entsandt, gilt Pelinka dort als Bundeskanzler Werner Faymanns smarter "ORF-Dompteur" und "Linksverbinder" Wrabetz - und ist gekommen, um zu bleiben.

"Ich hab den Niko gekannt, als er elf war. Ein paar Jahre habe ich ihn wieder getroffen, da war er 45", sagte ein Bekannter der Familie im Nachrichtenmagazin "profil". Hämischer formulierte es die Wiener Stadtzeitung "Falter" 2010 in ihrem jährlichen "Best of Böse", in dem es Pelinka gleich im Jahr eins als ORF-Stiftungsrat unter die Top Ten schaffte: "Der 24-Jährige leitet die SPÖ-Fraktion im Stiftungsrat und ist der Doogie Howser der Sozialdemokratie. Einziger Unterschied: Doogie Howser war ein Genie." In der US-Fernsehserie, die einst auch im ORF zu sehen war, geht es um einen jungen Burschen, der als Wunderkind bereits mit 14 Jahren als Arzt praktiziert und gleichzeitig seine Pubertät durchlebt.

"Eher links"

Der nach Eigendefinition "eher links" beheimatete Pelinka entstammt bürgerlichem Josefstädter "SPÖ-Adel" und ist seit Geburt an standesgemäß vernetzt. Vater Peter ist seit der Jugend SPÖ-Mitglied, war lange Jahre Redakteur und zuletzt Chefredakteur der "'Arbeiter-Zeitung". Aktuell arbeitet er als Redaktionsleiter des Wochenmagazins "News", moderiert abwechselnd den ORF-Talk "Im Zentrum" und schreibt Kolumnen für die Gratiszeitung "Heute". Nikos Onkel - beide haben übrigens am 14. Oktober Geburtstag - ist der bekannte Politologe Anton Pelinka. Und so waren Medien und Politik von Kindesbeinen an ständige Themen im Leben des Niko Pelinka. Vater Peter ist dem heutigen ORF-General schon seit Jahrzehnten freundschaftlich verbunden.

Pelinka gehört neben Raphael Sternfeld, seit kurzem außenpolitischer Berater des Kanzlers, Kanzler-Sprecher Nedeljko Bilalic und dem Wiener Gemeinderat Peko Baxant zum Young Boys-Netzwerk von SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas, alles selbstbewusste Aufsteiger in der aktuellen SPÖ-Hierarchie. Wenn unter der jungen Garde rund um Kanzler Faymann vom Parteichef die Rede ist, dann wird jovial-loyal vom "Werner" gesprochen.

Pressesprecher von SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia Schmied

Die Nähe zur Macht hat sich Pelinka konsequent schon in sehr jungen Jahren erarbeitet: Im Nationalratswahlkampf 2006 organisierte Pelinka mit Sternfeld die von der Josefstadt ausgehende Aktion "Change 06", die das Ende von Schwarz-Blau und den Wiedereinzug der SPÖ ins Kanzleramt zum Ziel hatte. "Du bist jung, innovativ, stylish und dennoch ein kritischer Mensch. Dann bist du bei uns genau richtig! Kleinmut und Provinzialismus sind uns fern. Wir wollen die Gesellschaft mit progressiven und avantgardistischen Ideen durchfluten", lautete damals die hippe Botschaft der jungen SPÖ-Politiker. "Salonfähiger Sozialismus mit schnöselig-adrettem Chic" nannte es "profil". Nach der Wahl wurde er Pressesprecher von SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia Schmied.

Als Pelinka im Vorjahr die Funktion des ORF-Stiftungsrats und SPÖ-"Freundeskreis"-Leiters vom langjährigen SPÖ-Vertreter Karl Krammer übernahm, war dies in der öffentlichen Wahrnehmung zwar nur eine Fußnote, politischen Beobachtern blieb jedoch der Mund offen: Ein erfahrener und gestandener Polit- und ORF-Kenner wurde von oberster SPÖ-Stelle - nämlich von Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas mit Rückendeckung des Kanzleramts - völlig überraschend abserviert und mit dem damals noch 23-Jährigen Pelinka ersetzt. Wie zufällig wurde zeitgleich bei der ÖBB ein neuer Brotjob als "Public Affairs-Beauftragter" für Pelinka gefunden, der im Gegensatz zur Mitarbeit in einem politischen Kabinett mit seiner ORF-Stiftungsratsfunktion rechtlich kompatibel war.

Arbeitseifer

Entschlossen arbeitete er in den vergangenen rund zwei Jahren daran, den SPÖ-"Freundeskreis" zu orchestrieren und hinterließ dabei auch Spuren im Unternehmen: Sowohl die Bestellung von TV-Chefredakteur Karl Amon zum Hörfunkdirektor als auch die Bestellung von Fritz Dittlbacher zu dessen Nachfolger und die darauffolgende Abwahl von Infodirektor Elmar Oberhauser trugen Pelinkas Handschrift. So viel rote Dominanz zog naturgemäß auch Kritik nach sich. Nicht nur der Umstand, eine solide Mehrheitsfraktion zu verwalten, dürfte dem bestimmt auftretenden Pelinka jene Portion Selbstbewusstsein eingebracht haben, die ihm von Kritikern als Hybris ausgelegt wird. Wohlmeinendere Beobachter attestieren ihm dagegen eine schnelle Auffassungsgabe, taktisches Geschick und ein Gefühl zu wissen, was er tut.

"Vorurteile gibt es immer, besonders gegen Junge. Das bin ich gewohnt", steckte Pelinka Spitzen in der Vergangenheit professionell weg. Leute, die mit Pelinka direkt zu tun hatten, urteilen wohlwollender. "Er hat sein Geschäft gut verstanden und ist unheimlich geschickt mit einzelnen Journalisten umgegangen. Er schaut jung aus, ist aber sehr reif", meinte der frühere steirische VP-Klubobmann und Schulexperte Bernd Schilcher im Branchenmagazin "Der Österreichische Journalist".

Pelinka absolvierte das Gymnasium in der Wiener Albertgasse und arbeitete zwischendurch beim Online-Jugendmagazin "chilli.cc". An der Donau-Universität Krems machte er einen berufsbegleitenden Universitätslehrgang mit dem Titel "Politische Kommunikation", war parlamentarischer Mitarbeiter beim heutigen Finanz-Staatssekretär Andreas Schieder und dann Pressesprecher bei Unterrichts- und Kulturministerin Claudia Schmied. Sie habe ihn "politisch geprägt", so Pelinka. (APA)

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1 2
cives
 
01
Stiftungsräte

Österreich:

35 Stiftungsräte

keine Angabe zu "anderen Aufträgen" derselben (potenzielle Interessenskonflikte selbst zu recherchieren)

keine Angaben zu vorherigen berufl. Tätigkeiten

Schweden:

13 Stiftungsräte
Angaben zu anderen Aufträgen
Angaben zu vorherigen berufl. Tätigkeiten

traxma
00
28.12.2011, 09:09
Bei den Besetzungen werden Gesichtspunkte der Hebung des Frauenanteils besonders berücksichtigt.

Beim Österreichischen Rundfunk (ORF) werden folgende Dienstposten ausgeschrieben:
Redakteur/in (Leitung des Büros GD) (40 Wochenstunden)
in Verwendungsgruppe 16 (Gehalt mindestens € 5.270,65 (inkl. Sonderzahlungen und UDZ) mtl. brutto,
höheres Gehalt abhängig von Erfahrung und Ausbildung) für die Generaldirektion.
Redakteur/in (Assistent/in des Generaldirektors) (40 Wochenstunden)
in Verwendungsgruppe 13 (Gehalt mindestens € 4.275,69 (inkl. Sonderzahlungen und UDZ) mtl. brutto,
höheres Gehalt abhängig von Erfahrung und Ausbildung) für die Generaldirektion.
Redakteur/in (Büroleiter/in des Kaufmännischen Direktors)
(40 Wochenstunden)
in Verwendungsgruppe 15 (Gehalt mindestens € 4.852,91 (inkl. Sonderzahlungen und UDZ) mtl. brutto,
höh........

Yes I can!
00
29.12.2011, 17:07
wichtig zu betonen

gehalt MINDESTENS...

da ist ja noch viel luft nach oben ;)

Angelika70
01
28.12.2011, 08:47

Ein Gesicht wie ein Briefkasten...

kurier.at/mmedia/medienpool/2011-12-27/77985_fe3.jpg

hermannar
04
27.12.2011, 17:20

gebühren boykott jetzt!

bei gis abmelden mit verweis niko pelinka.

eine andere sprache verstehen die nicht (mehr).

whose ass to kick?
00
27.12.2011, 17:17
pelinka "smart"?

häh? wie bitte?

Gleiches Recht für alle
04
27.12.2011, 12:40
ORF ist doch kein Wrabetz-Privatunternehmen !

Ich empfehle dem Herrn Wrabetz dringend, ein PRIVATUNTERNEHMEN zu gründen.

1. Dort kann er sich selbst mal beweisen.
2. Dort kann er alle seine Freunderl unterbringen.
3. Dort können sich auch alle seine Freunderl mal beweisen, ob sie so ein Unternehmen - ohne Zwangsbeitragszahlungen - über die Runden bringen.

4. Und im ORF könnten sich diese alle zusammen dafür einsetzen, dass die Zwangsbeiträge abgeschafft werden - das wäre die einzig logische Schlussfolgerung. Dann können sie nach Belieben ihre Protektionsmaschinerie einsetzen.

Aber so lange auch nur 1 GIS-Zahler vorhanden ist, gelten andere Regeln, meine Herren !!!

Held der Arbeit
 
30
27.12.2011, 11:53
Sachlich betrachtet

ist Pelinka für den ORF die optimale Wahl. Er ist jung, dynamisch und verfügt über die guten Kontakte in das politische Establishment, die der ORF zur Durchsetzung seiner Interessen bedarf. Man darf Herrn Wrabetz zu seiner Wahl gratulieren.

ein Vers
00
27.12.2011, 13:52
Bist Du das, Laura?

oder ist das knallharter Zynismus?

whose ass to kick?
01
27.12.2011, 17:18

beides? laura & zynisch?

echtzeit2
01
25.12.2011, 16:50
Medienpolitische "Orbanisierung" kann durchaus als SP-Direkthilfe zur Neugründung von modernen und innovativen Parteien in Österreich angesehen werden.

.

Schön aber wenn die Partie selbst erkennt, dass sie keine Partei mehr ist.
Hand aufs Herz, das letzte Vierteljahrhundert war es mit dieser SPÖ nur noch Quälerei. Sie befindet sich bereits im Koma; Nur noch die letzten Sprösslinge der abgewirtschafteten Roten Familien-Clans zuzzeln noch gierig am Infussionstropf. Aber auch das geht bald vorbei ...

.

einschaltquote
05
24.12.2011, 18:57
Ein guter Protest wäre: Alle Pelinka-Gegner melden gleichzeitig

ihre TV-Geräte ab.
Das wäre ein Signal und der ORF ziemlich überfordert.

Held der Arbeit
 
00
27.12.2011, 11:50

Und entmüllen gleichzeitig ihre TV-Geräte, weil sonst besteht Gebührenpflicht.

Pierre d´Aubusson
00
30.12.2011, 10:59
Gebühren

werden fällig, wenn man
von einer Behörde
etwas will. z.B. eine Leistung bezieht.
Alles andere ist eine Steuer.

Außerdem brauch ich den Fernseher für die Play Station, den Videorecorder, den DVD-Player. Und einer von den Fernsehern, die es trotz Abmeldung bei mir gibt fungiert gerade als Bildschirm.
Wär ja noch schöner, wenn sich der ORF bereichern würde, nur weil ich irgendeine DVD schauen will oder gerade Zeitung lese.

Fantastic Fox
02
24.12.2011, 20:10
Wurde schon mehrmals gepostet.

Mit ein bisserl Massl wirds "viral".

Ich habe mich heute per Fax bei der GIS abgemeldet.

Bitte an alle Poster mit Eiern: Mitmachen und auch abmelden! Es reicht. Wir zahlen nicht mehr für Politfunk. Dafür gibt es bereits mehr als genug an Parteienförderung.

Neues Spiel, neues Glück
06
24.12.2011, 12:24

"Vorurteile gibt es immer, besonders gegen Junge. Das bin ich gewohnt."

Glaubt der wirklich, dass der Proteststurm mit seiner Jugend zu tun hat?

Oder ist das so ein vom Inhalt entkernter NLP-Sager? Ein Keulenschlag gegen etwas, was kein Mensch behauptet hat?

Er sieht sich auch nicht als Parteigünstling. Allein das sagt eigentlich schon alles, wessen Geistes Kind er ist.

Mooreel
01
24.12.2011, 10:59

Tja da dementierte er noch ..

http://relevant.at/wirtschaf... -orf.story

Fantastic Fox
03
24.12.2011, 10:36
Sebastian Kurz hat eindrucksvoll bewiesen,

dass Mittzwanziger noch Zeit brauchen, bevor man sie grosse Räder drehen lassen sollte.

Die SPÖ probiert jetzt das selbe mit jemandem, der intellektuell ein paar Schattierungen bleicher ist, als Kurz. Was soll das bringen?

sledgehammer44
06
23.12.2011, 20:09
selbstbewusst

kann man leicht sein wenn einem alles hinten reingeschoben wird.

Hackbrett Schorsch
04
23.12.2011, 18:45

In der FPÖ-Zentrale knallen die Korken.

Hut ab SPÖ, ich wünsche mir zu Weihnachten mal wieder einen Sozialdemokraten als Bundeskanzler und Parteivorsitzenden. Das hatten wir schon lange nicht mehr.

WässrigesWienerWürstchen
00
23.12.2011, 18:34
Mit 40+ wird er erkennen

dass er sich nichts geschaffen hat...

Geschieht im recht, armer trauriger Bub.

licet bovi
13
23.12.2011, 17:43

keine vorurteile von meiner seite! er hat brav einen anzug an und eine krawatte. mehr an fachlicher kompetenz haben die anderen um ihn herum ja auch nicht zu bieten.

und wer noch immer wählen geht, darf sich wirkich nicht über solche zustände beschweren. go niko!

Vera Rschung
 
09
23.12.2011, 17:07
"Public Affairs-Beauftragter"

Wos woar sei Leistung?

Fantastic Fox
02
24.12.2011, 10:39
Pubic Hairs Beauftragter

kann der Jungspund werden....

nestroy 21
05
23.12.2011, 18:17
wos hast: "wos woar ?"

die korrekte - und fürchterliche - Frage lautet:
wos wird sei Leistung sein ?
Mir graust jetzt schon, brrr.

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