Supernova 2006bx

Das Ende des schnellsten Sterns im bekannten Universum

26. Dezember 2011, 18:56

Deutsche Astronomen suchten nach LSB-Galaxien und fanden einen Raser

Bochum - Astronomen der Ruhr-Universität Bochum haben erstmals außerhalb der Milchstraße einen superschnellen massereichen Stern entdeckt. Zugleich handelt es dabei überhaupt um den schnellsten Stern, den man bisher nachweisen konnte. 850 Kilometer pro Sekunde muss er mindestens zurückgelegt haben, bevor er in einer Supernova explodiert ist.

Von LSB-Galaxien ...

Eigentlich waren die Astronomen um Peter-Christian Zinn und Dominik Bomans auf der Suche nach sogenannten LSB-Galaxien (LSB steht für "Low Surface Brightness"). Dabei handelt es sich um extrem lichtschwache Galaxien, deren Materie zu einem wesentlich größeren Teil in Wasserstoffwolken als in Sternen konzentriert ist - und das wird noch einmal von einem weit überwiegenden Anteil an Dunkler Materie übertroffen.

Um solche zumeist isoliert stehenden Galaxien aufzuspüren, suchten sich die Forscher Supernovae aus einem internationalen Katalog heraus, die scheinbar im Nichts stattgefunden haben. "Eine mögliche Lösung für die rätselhaften Supernovae im scheinbaren Nichts ist daher, dass die Sterne zuvor Teil einer LSB-Galaxie waren, der wir so auf die Spur kommen können", erklärt Bomans. In keinem der fünf untersuchten Fälle fanden die Forscher aber eine solche LSB-Galaxie. Sie beobachteten die entsprechenden Himmelsregionen daraufhin im Bereich von UV- und Radiowellen. So kann man feststellen, ob Galaxien vielleicht jenseits des sichtbaren Lichts viel größer sind als bisher angenommen - einige Fälle von Supernovae konnten so aufgeklärt werden.

... zu einem Raser

Doch ein Fall, die Supernova 2006bx, blieb weiter ungelöst. "Der zugrunde liegende Stern war mit hoher Wahrscheinlichkeit superschnell, ein so genannter Hyper Velocity Star", folgert Zinn. Solche Sterne nehmen vermutlich eine extrem hohe Geschwindigkeit auf, wenn sie besonders nah am zentralen Schwarzen Loch einer Galaxie vorbei fliegen. Anhand der Supernova berechneten die Forscher die Masse der Sterns - etwa acht bis 20 Sonnenmassen. Solche massereichen Sterne sind mit "nur" ca. 30 Millionen Jahren Lebensdauer vergleichsweise kurzlebig.

Setzt man nun die wahrscheinliche Lebensdauer des Sterns in Relation mit der Entfernung von seiner Ursprungsgalaxie, kann man auf sein Tempo zurückschließen: 850 Kilometer pro Sekunde muss der Stern zurückgelegt haben - mindestens. Denn je nachdem, in welchem Winkel er sich zum beobachteten Ort seiner Supernova bewegt hat, könnte die Strecke, die er in seinem Leben zurückgelegt hat, sogar noch länger sein. Zinn abschließend: "Damit ist er der schnellste bisher bekannte Stern überhaupt." (red)

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13 Postings
CyberCop
00
30.12.2011, 00:22
850 Kilometer pro Sekunde muss er mindestens zurückgelegt haben, bevor er in einer Supernova explodiert ist.

irgendwie werd' ich da das gefühl von intergalaktischem dünnschiss nicht los.

zerst rennen und dann ist man doch zu langsam - ein paar spritzer gehen daneben.
und irgendwer (in diesem fall Peter-Christian Zinn und Dominik Bomans) bemerkt sie dann.

Der Nasenbär
00
29.12.2011, 21:45

Wos homma den do Aha! Sie san a bisserl zu schnöll unterweges mein lieber 850 Kilometa pro Sekund des wird teia... den Schein segns dann in Tausnd Johr wida

Utrillitn
07
27.12.2011, 02:18
Zum Vergleich

Umlaufgeschwindigkeiten:
Merkur 47, Erde 30 km/s

Umlaufgeschwindigkeit der Sonne (samt Umgebung) um die Milchstrasse: ~220km/s

opryde
00
29.12.2011, 22:39
huiiii!!!

CyberCop
00
30.12.2011, 00:16
Dewey ???

Dylan Hunt
00
27.12.2011, 13:41

Danke, habe aber noch mehr Fragen :-)

Wie schnell bewegt sich die Milchstrasse im Raum?
Gibt es eigentlich ein Zentrum von dem sich (fast) alle Masse wegbewegt?
Lt. http://de.wikipedia.org/wiki/Milc... tra%C3%9Fe
hat die Sonne sogar 267 km/s ..

Ohne Gurt im Ionensturm
00
27.12.2011, 14:08

Nein es gibt kein Zentrum, sonst wäre dieses ja auch der punkt des urknalls.

Dylan Hunt
00
27.12.2011, 14:24

und wie funktioniert dann die urknalltheorie ohne zentrum?

vallis rosarum
 
00
Jeder steht im Zentrum, bzw. sieht das subjektiv so!!

Das ist ja gerade der Witz an der Urknall-Theorie!

herois
00
27.12.2011, 15:30

"außerhalb" des urknallbereiches gibt es keinen raum und keine zeit. der raum und die zeit "expandiert" mit. der urknall war also überall im heute bekannten universum gleichzeitig. das menschlich räumliche vorstellungsvermögen reicht hier einfach nicht aus. es gibt eigentlich keinen scharf definierbaren rand im universum. zumindest nicht für uns definierbar, da für uns nicht erreichbar und beobachtbar.

Dylan Hunt
00
27.12.2011, 14:27

wahrscheinlich so:
http://sciencev1.orf.at/ays/139269.html
aber auch der luftballon hat ein zentrum :-)

QUANTUM
00
27.12.2011, 16:18

dann stellen sie sich's vllt wie berlin vor. B hat eine mitte aber kein zentrum. ;)

Magic Washroom
00
27.12.2011, 16:05

der luftballon schon, aber nicht die oberfläche des luftballons und darum geht es.

deswegen ist das beispiel mit dem luftballon leicht irreführend, da man sich nur die oberfläche denken darf, was ein bissal schwierig ist. ;-)

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