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E-Mail-Feierabend bei VW
Europas größter Autobauer Volkswagen lässt seine Beschäftigten künftig nach Feierabend wirklich in Ruhe: Eine halbe Stunde nach Arbeitsende werden die Weiterleitungen vom E-Mail-Server auf die Blackberry-Handys der Beschäftigten abgeschaltet, wie ein Unternehmenssprecher am Freitag sagte. Eine halbe Stunde vor Arbeitsbeginn am nächsten Tag werden die Server dann wieder eingeschaltet.
Durchgesetzt
Diese Regelung hat der Betriebsrat durchgesetzt, die entsprechende Betriebsvereinbarung ist dem Sprecher zufolge bereits in Kraft.
"Wir sind natürlich ein technikgetriebenes Unternehmen und brauchen diese Kommunikationsmittel und nutzen sie auch"
Die Regelung gilt den Angaben zufolge für rund 1.000 Mitarbeiter mit Tarifvertrag - nicht aber für Manager. "Wir sind natürlich ein technikgetriebenes Unternehmen und brauchen diese Kommunikationsmittel und nutzen sie auch", sagte der Sprecher. Der E-Mail-Stopp nach Feierabend solle "einen fairen Ausgleich darstellen zwischen den Arbeitnehmerinteressen und denen des Unternehmens". (APA)
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Die Frage ist aber, können die Beschäftigten überhaupt ohne jeden Abend E-Mails zu empfangen leben, weil sie es schon garnicht mehr anders gewohnt sind?
Wenn man bedenkt, wie oft Beschäftigte es tun müssen, oder es aus anderen Gründen ganz automatisch tun, denke ich, ist das keine ganz unberechtigte Frage.
Denken Sie ernsthaft, dass den Beschäftigten ihre Arbeit abgehen wird? Ich meine es deshalb nicht, da (mehr) Freizeit i.d.R. wohl höheren Stellenwert als Berufliches haben wird. Entzugserscheinungen werden keine auftreten.
Und diejenigen, die keine paar Stunden, Feiertage oder halt vielleicht sogar ein Wochenende auf eine Antwort warten können, sollen sich andere suchen, die für sie den Trottel spielen.
Technisch nicht ganz einfach zu lösen, da das Blackberry eMails auf interner Festplatte speichert. Auf der anderen Seite ist der Beschäftigte nicht so oft verleitet, sich der Arbeit zu widmen. Vergleicht man Aufwand und Nutzen, ist die Ablehnung verständlich - vollkommen sinnlos!
...behaupten, dass die, die nach der arbeit die mails checken das weitgehend freiwillig machen oder in positionen sind, wo es immer wieder mal notwendig sein wird... das unternehmen kann ja auch bis zu einem gewissen bereich nach einhaltung gesetzlichen vorgaben überstunden verlangen...
wer quasi mitläufer ist und das eigentlich nicht will aber es tut, weil er glaubt, dass er sonst gehen muss der wird entweder so und so kaputt in diesem job und/oder früher oder später gehen / gegangen
Ja, am Anfang macht man das vielleicht mal freiwillig, weils ja dringend ist. Dann wird daraus ein Wiederholungsnotfall, dann eine Regelmäßigkeit, und irgendwann gehörts zur Betriebskultur und jeder Mitarbeiter muss 24 Stunden am Tag erreichbar und verfügbar sein; wer sich weigert wird aussortiert als Minderleister. Bei einem Startup Unternehmen kann das schon notwendig sein, aber eine etablierte Firma muss darauf verzichten sich immer tiefer ins Privatleben ihrer Angestellten zu verbeißen.
...oft im leben: verbote bringen nix und in diesem fall ist es weit weniger als sinnvoll.
wenn die kultur im unternehmen so ist, dann ist dieser zwang nur eine (kleine) ausprägung und für so ein unternehmen wollte ich dann auch nicht arbeiten - entweder ich gehe oder (wenn ich angst habe sonst nix zu finden) ich werde kaputt. durch eingriffe wie dieser wird das gesamtpaket nicht besser...
Wenn sie ihre Leistung nicht in der Arbeitszeit bringen können, sondern dafür auch noch ihre Freizeit brauchen, würde ich sie hochkant nach draußen befördern. Aber ihr Chef denkt da glücklicherweise anders? Ihr Lebens(zwangsläufig: -abschnitts-)partner hoffentlich auch.
;-)
"Wenn sie ihre Leistung nicht in der Arbeitszeit bringen können, sondern dafür auch noch ihre Freizeit brauchen, würde ich sie hochkant nach draußen befördern."
sehr weltfremd anzunehmen, angestellte würden überstunden machen, weil sie ihre arbeit nicht schaffen, anstatt zu sehen, dass sich angestellte mehr als notwendig ins zeug legen, weil mehr arbeit da ist, als pro person geleistet werden kann. ich habe nichts gegen überstunden, aber nicht als regelmäßigkeit.
Ach, bei uns im Unternehmen ist es anders. Da will man einführen dass wir auf "freiwilliger Basis" (entweder oder job weg) immer erreichbar ist, natürlich unentgeltlich. Wenn man nachts aufsteht wird das natürlich dann schon bezahlt ..
Wenn dies kommen sollte, stehe ich jedenfalls bei meinem Anwalt für Arbeitsrecht und bei der AK und lasse dies prüfen. Ich bin der Meinung das kann rechtlich nicht in Ordnung sein - kenne mich da aber auch (noch) nicht so gut aus.
1.000 Beschäftigte, wie viele Mitarbeiter hat VW in Deutschland?
Zur Info:
Wer in Deutschland studiert und sich danach nicht dumm anstellt bzw etwas Zeit investiert, ist nach 2-4 Jahren nicht mehr im Kollektivvertrag (nennt sich AT, außer...). Und es gilt nur für den Kollektivvertrag.
Also glaub nicht, dass jeder, der bei VW "All-In" ist, und das sind nicht nur "Manager", zukünftig keine E-Mails mehr erhält. Vermutlich sind unter den 1.000 Mitarbeitern auch Leute wie die Sekretärin von einem mittelhohen Manager.
Disclaimer:
Das soll nicht heißen, dass ich das gut oder schlecht finde. Nur diese Überschrift ist einfach zu reißerisch.
Ich bin schon der Meinung dass so etwas mal passieren kann. Wenns mich ein mal im Jahr erwischt und es notwendig ist okay... soll sein.
Das Problem ist, dass es mittlerweile quasi verlangt, oder erwartet wird - und nicht nur das eine mal im Jahr sondern immer.
Ich weiss, wovon ich spreche. Ich arbeite in einem globalen Konzern und bekomme die Mails rund um die Uhr. Ich lese sie nicht rund um die Uhr, aber morgens sind mitunter schon manche Fälle weiter hinauf eskaliert weil ich (und natürlich nicht nur ich) in den letzten Stunden nicht geantwortet habe.
Mir ist das egal und ich finde es lächerlich. Angenehm ist es aber trotzdem nicht.
es gibt berufsgruppen, wo man 24 stunden erreichbar sein muß (etwa ärztInnen). bei beschäftigten im autoproduktionsbereich seh ich dafür aber nun wirklich keinen grund. die haben ein recht, nach verlassen der firma sich ungestört ihrem privatleben widmen zu können.
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