Die Essl-Foundation hat die soziale Inklusion von Behinderten, in ihr Zentrum gestellt - International vernetzt werden Status quo, Best Practice, Good Policies erhoben und verbreitet
Österreich liegt im internationalen Vergleich im Mittelfeld, wenn es um die soziale Inklusion von Menschen mit Behinderung geht. Das geht aus dem "Zero Project Report" hervor, einer international vergleichenden Studie über Rechtssituation und tägliches Leben von Behinderten. Initiator ist die Essl-Foundation, die dazu am 22. und 23. Jänner in Wien eine Zero Project Conference organisiert hat, bei der gemeinsam mit dem World Future Council und der Bank Austria 200 Entscheidungsträger über Status quo, Best Practice und erwünschte Good Policies diskutieren.
Für die Studie wurden in 36 Staaten 21 Indikatoren sozialer Inklusion verglichen und über 100 Sozialunternehmer, Non-Governmental Organizations, Unternehmen, Wissenschafter, Politiker, befragt. Der Report soll regelmäßig wiederholt werden und sich zum weltweit führenden Thinktank zum Abbau von Barrieren im Sinne der UN-Konvention etablieren, sagt Baumax-Chef Martin Essl über sein zweites Langfristprojekt in der Stiftung neben dem Essl Social Prize.
"Barrierenabbau" im sozialen Engagement
In Österreich fallen die Noten im Report je nach Bundesland sehr unterschiedlich aus: In Kärnten und Oberösterreich ist die Barrierefreiheit in Gebäuden am besten gewährleistet, Oberösterreich ist auch das einzige Bundesland, in dem der finanzielle Anspruch auf die Teilhabe an der Gesellschaft gesetzlich verankert ist. Der barrierefreie Zugang zu Arztpraxen ist bis jetzt in allen Ländern nur bei Neubauten gegeben. Wien wiederum hat als einziges Bundesland den gesetzlich vorgeschriebenen "Focal Point" zur Überwachung und Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung installiert. Die Familie Essl, bekannt für ihr philanthropisches Engagement und ihre Förderung sozialer Innovation, habe sich zur Strategie "Barrierenabbau" im sozialen Engagement entschieden, so Essl: "Wir wollen Menschen mit Behinderung fördern."
Philosophische Sichtweise
Dabei sehe er den Terminus Behinderung durchaus philosophisch, Behinderung als eine "Barriere, die die Gesellschaft aufbaut, nicht nur physisch oder mental", es gehe auch gegen Barrieren, die Ausschluss oder Hürde wegen des Geschlechts oder der Herkunft bedeuten. Essl: "Wir kommen hilflos und wir gehen hilflos - wir sind alle immer wieder eingeschränkt und bedürfen der Hilfe." Sein Traum, in den nun wohl wesentliche (er will es nicht beziffern) Stiftungsmittel fließen: "Dass wir sukzessive die Barrieren in der Gesellschaft abbauen und jeder Mensch auch in seinen Schwächephasen Entfaltungsmöglichkeit findet."
Er sehe als Unternehmer die Verpflichtung, mit dem Vermögen sinnvoll umzugehen - er hoffe, einen Beitrag zu leisten, damit die Welt sich zum Besseren wende. Und da sieht er "großes Potenzial, damit es Menschen besser geht". Als Initiator des Zero Project Reports gehe es ihm auch nicht darum, einen "schwarzen Peter" zu verteilen, sondern darum, vorbildliche Beispiele zu finden und daraus vorbildliche gesetzliche Rahmen entstehen zu lassen und zu verbreiten. "Dieses Know-how ist bei uns im international vernetzten Expertenpool da." (Karin Bauer, DER STANDARD, Printausgabe, 24./25./26.12.2011)
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Alle zwei Jahre ist eine Konferenz in Wien geplant, Publikationen und
die Internetplattform sollen für den positiven Druck sorgen. www.
zeroproject.org