Umfrage

Konflikte im Job so heftig wie noch nie

23. Dezember 2011, 17:20
  • Artikelbild
    foto: standard/matthias cremer

    Laut Umfrage war die heurige Vorweihnachtszeit im Job so konfliktbelastet wie nie zuvor.

  • Artikelbild
    vergrößern 500x223
    grafik: standard

Streit und Konflikte im Job folgen den meisten nach Hause - Gleichzeitig wird derzeit so viel und so unnachgiebig gestritten wie noch nie

Was sich derzeit offenbar am Arbeitsplatz, in der Ausbildung, in der Schule abspielt, darf allen Anbietern von Konfliktbewältigungs-Seminaren, Streitschlichtungs- und Deeskalationstechniken wohl als große Beförderung ihrer Angebote dienen: Es wird brutal gestritten, weggeschaut und nach dem Ich-bin-ich-Prinzip dreingehauen. Auch haben öffentliche Streits an Peinlichkeit verloren: Die meisten sind "amüsiert", wenn sie beobachten, dass die Fetzen fliegen.

Konfliktbelastete Vorweihnachtszeit

So lässt sich die aktuelle Umfrage des internationalen Forschungs- und Beratungsinstitut oekonsult im Dezember unter Österreichern (fast 1.200 Antworten) kurzfassen. Inhaber Joshi Schillhab kommentiert seine Ergebnisse als "besorgniserregenden Trend". Demnach war die heurige Vorweihnachtszeit konfliktbelastet wie nie zuvor: 75 Prozent sagen, dass von einem friedlichen und besinnlichen Advent keine Rede sein könne. 81 Prozent sind überzeugt, dass am Arbeitsplatz, in der Schule, am Ausbildungsplatz immer öfter und heftiger gestritten werde. Diese subjektiv empfundene Zunahme von negativen Konflikten habe nach Einschätzung der Mehrheit der Befragten ihre Ursache im steigenden Arbeitsdruck und der anhaltend wirtschaftlich unsicheren Situation.

Frust geht mit nach Hause

Von der Streitbelastung im Büro abschalten - das gelingt 71 Prozent zu Hause dann gar nicht. Wer sich im Job ducken müsse und somit Frust aufbaue, der schlage auch zu Hause leichter zu - 92 Prozent (Frauen wie Männer gleichermaßen) geben an, sie hielten das für ein männliches Verhaltensmuster. Zimperlich scheinen aber die wenigsten zu sein: Fast ein Drittel sagt, dass es beim Streiten nicht um Fairness, sondern ums Gewinnen gehe. Mehr als zwei Drittel halten Fairnessverzicht zwecks Gewinnens für okay. Zudem bekennen 68 Prozent, zumindest gelegentlich Streit zu suchen, um Frust abzubauen. Zwei Drittel halten überdies sehr wenig vom "Nachgeben" - Omas Sprichwort vom Klügeren, der nachgibt, scheint ziemlich aus der Mode.

Gefühl der Überlegenheit

Konfliktkultur ist demnach weitgehend eine weiße Landkarte - ein weites Terrain für die Lehrer dieser sozialen Fähigkeiten. Schillhab: "Für die meisten liegt es außerhalb der sozialen Fähigkeiten, die eigenen Emotionen im Konfliktfall unter Kontrolle zu halten. Besonders ausgeprägt sind Hemmschwellen und Reflexion jedenfalls nicht." Die Ergebnisse deuten aber noch Übleres an: 86 Prozent gestehen, einen zu ihren Gunsten erfolgreich geschlagenen Streit auch emotional auszukosten. Angegeben wird das "Gefühl der Überlegenheit".

Bestätigt wird in dieser Umfrage auch die These, dass Chefs unter Stress autoritär werden und ausgeprägt hierarchisch agieren: 85 Prozent erleben als "täglichen Normalfall", dass der Chef immer recht hat, auch wenn er total daneben liegt. Dass man sich da in unsicheren Zeiten keine Front aufmachen sollte, gibt ebenfalls eine große Mehrheit an - womit sich der Kreis zu Frust, Streit und Gewinnenwollen wieder schließt. (Karin Bauer, DER STANDARD, Printausgabe, 24./25./26.12.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
1 2
suderant II.
 
01
27.12.2011, 02:28
was solls?

seit mitte der 90er jahre ists mit dieser gesellschaft sowieso vorbei. jetzt gehts nur mehr ums persönliche gewinnen. do is nix mea - game over

Erwin Wolfram
00
26.12.2011, 14:43
...

sta(a,t)t Leistung fuer die Kunden ist es leichter diese in gruppenbetrug auszunehmen, aber nur kurz, dann kaufen alle direkt in china und in jedem anderen land. das nennen die nazis in der politik vollbeschaeftigung.

Sternenstaub
010
25.12.2011, 10:48
;-)

...gehts der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut - gell!!!

ichbinsofrei.net
01
25.12.2011, 21:01

Beim ersten Mal ginge nicht durch. Vielleicht jetzt: http://tinyurl.com/cy35egl

suderant II.
 
01
27.12.2011, 12:38

ich hätte mir nie gedacht, dass ich den kapitalismus eines tages mehr hassen werde als den kommunismus. aber sie habens geschafft.

ichbinsofrei.net
00
29.12.2011, 03:29

Weil Sie meine Kommentare ertragen müssen?

Carlos Clementin
03
25.12.2011, 09:36
Meine Lösung

Wozu der Stress - ab 40 gibts im Job nichts mehr zu gewinnen, vor allem wenn man länger weg war. Ich verlor den letzten Arbeitsplatz wegen zu viel Überstunden - das Schmerzensgeld dafür ist viieeeel zu niedrig.

Sven Dirks
03
24.12.2011, 15:55
Es gibt glücklicherweise auch andere Firmen..

Ja, auch bei uns ist der Druck hoch, die Projekte sind schwierig und die Nerven liegen hie und da blank. Die allermeisten Kollegen und Kolleginnen haben das aber gut im Griff und das Betriebsklima ist ausgezeichnet.

Und das soll bitteschön auch so bleiben ;-)

LG und schöne Weihnachten

EuroExpert
01
26.12.2011, 08:22
ja

kann ich nur bestätigen ! ist bei uns auch so, zwar schwieriges geschäftsumfeld und branch aber trotzdem tolles arbeitsklima, da sehr gute führungskräfte, gute unternehmenskultur, sehr gute leistungen von mitarbeitern werden auch anerkannt.

man soll halt leider nicht immer alles negativ pauschalieren und schlecht reden !!!

obibiber
11
25.12.2011, 10:13

haben sie einen funktionierenden betriebsrat, der das bestätigt?

kauf nix
00
27.12.2011, 06:53
wieso?

ist der ein garant für ein gutes betriebsklima? wir sind zu klein für einen solchen und es funktioniert bestens....

Sven Dirks
00
26.12.2011, 12:33
Natürlich

Selbstverständlich gibt es einen Betriebsrat, und so weit ich dessen Mitglieder persönlich kenne sehen die das auch so.

Mowgly@VIE
07
24.12.2011, 15:36
Traurig.

Ein Armutszeugnis der Gesellschaft in der wir alle leben.
Im einzelnen absolut falsch, beobachtet man die eingene Umwelt kann dem leider nicht widersprochen werden.
(Batrachtung aus dem Großstadtbereich, ist möglicherweise in ländlichen Regionsn nur mehr gedämpft wahrnehmbar)

Wastl Steinbeisser
02
24.12.2011, 13:48
frei nach Nietzsche:

"Man muss den Kollegen und Vorgesetzten überlegen sein durch Kraft, durch Höhe der Seele - durch Verachtung..."

Lionel Cosgrove
114
24.12.2011, 13:45
meine Erkenntnisse nach 21 Jahren Berufserfahrung:

* als Dienstgeber nur mehr ein öffentliches Unternehmen (den Eigentümer als Vorgesetzten zu haben war bei meinen Jobs immer als grauenhaft zu bezeichnen)
* öffentliches Unternehmen auch deshalb, weil es keine Gehaltsverhandlungen mehr gibt, da autom. Vorrückungen
* eine Beschäftigung bei der ich (fast) nicht mit meinen Arbeitskollegen arbeiten muss, sondern nur mit den Kunden
* ein Beschäftigung, wo immer was zu tun ist und somit wenig Zeit bleibt, um mit Kollegen zu streiten
* max. 38,5 Std., auf keinen Fall Überstunden machen

all das trifft auf meinen derzeitigen Job zu, ich bin mehr als zufrieden

kauf nix
20
27.12.2011, 07:02
unführbarer, konfliktmeidender Alleingänger?

... oder wie würden sie sich beschreiben? Einem Unternehmer unterordnen ist nicht drinnen. Gehaltsverhandlungen sind unangenehm, da Bittsteller und nicht wirklich sicher über die eigene Leistung. Den Kunden lassen Sie alles durchgehen, im Team zu arbeiten geht nicht, da ja durch andere Persönlichkeiten Konflikte entstehen könnten. Kritik an Ihnen lassen Sie nicht zu - alles wird als Streit verstanden. So .... Ferndiagnose nach 22 Berufsjahren - hoffe Sie können Ihren jetzigen Job bis zur Pension halten.

Lionel Cosgrove
10
27.12.2011, 13:49

frustrierter SVAler?

klugschei**er

kauf nix
10
27.12.2011, 15:10
falsch geraten ..

.. einfach rückgeschlossen - herzlichst ihr klugschei**er

Hans Vogel
02
26.12.2011, 17:35
Nicht verallgemeinen!

Es gibt auch private Unternehmer welche wissen, dass ihr größtes Kapital ihre Mitarbeiter sind.
Es gibt auch staatliche Firmen, wo die einzige Qualifikation der Manager ist, den Parteigranden in den A... gekrochen zu sein und die sich wie die Despoten aufführen. Meist umso weniger Qualifikation desto schlimmer ihre Allüren.

obibiber
00
25.12.2011, 10:15

schön und gut. durch die steigende privatisierung gibt es aber immer weniger dieser von ihnen beschriebenen arbeitsstätten.

cyberfranz
05
24.12.2011, 09:20
ich habe mich mit dem Patriarchen angelegt

und habe jetzt wieder mehr Tagesfreizeit - gut oder schlecht? Ducken war gestern!

Staatsfreind Nr.1
01
24.12.2011, 10:56
als nächstes

das Matriachat testen. Hat auch Vor- unt Nachteile.

Cybermichl v. Hohenfels zu Tiefentals
 
04
25.12.2011, 11:43

Ich bin in einem Matriachat - und habe als (einziger) Quotenmann sehr gut... :D

h 90
00
26.12.2011, 07:14

lool...klingt gut.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.