"Blackberry 10 wird ein Reinfall"

23. Dezember 2011, 09:36
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Interne Quelle findet harsche Worte für neues Betriebssystem - "Nicht einmal so gut wie iOS 1.0 oder Android 2.0"

In einer durchwegs schwierigen Situation befindet sich derzeit der Blackberry-Hersteller Research in Motion: Einst vor allem im Business-Bereich - und da im besonderen in den USA - gut positioniert, muss man derzeit mit ansehen, wie die eigenen KundInnen in Scharen zur Konkurrenz von Android und iOS aufbrechen. Die Konsequenz: Nicht nur die Marktanteile brechen immer deutlicher ein, selbst der Gesamtumsatz von RIM schrumpft derzeit - und das in einem weiterhin stark wachsenden Gesamtmarkt.

Hoffnungsträger

Die Rettung soll in Form von Blackberry 10 kommen, einem Betriebssystem bei dem man das 2010 zugekaufte QNX mit den gewohnten Vorzügen den Blackberry-Plattform zu einem modernen Smartphone-Betriebssystem kombinieren will. Ein aktueller Bericht von Boy Genius Report wirft nun aber ernsthafte Zweifel an einer erfolgreichen Umsetzung dieser Strategie auf: Wie das Blog von "vertrauenswürdigen internen Quellen" in Erfahrung gebracht haben will, sei Blackberry 10 nämlich in einem bei weitem schlechteren Zustand als man nach außen glauben machen wolle.

Harsche Kritik

Demnach entspreche das kommende Betriebssystem derzeit weitestgehend dem, was RIM seit einigen Wochen für die Tablet-EntwicklerInnen als Vorversion von Playbook 2.0 ausliefert. Das bedeute auch: Es gebe noch kein Mail-Programm und keinen Blackberry Messenger, momentan sei selbst der mehrere Jahre alte Blackberry 8700 in dieser Hinsicht besser aufgestellt. RIM verwette sein gesamtes Geschäft auf ein Betriebssystem, das nicht einmal mit iOS 1.0 oder Android 2.0 mithalten können, findet die Quelle harrsche Worte.

Ursachen

Zudem bezichtigt der Informant RIM-Chef Mike Lazaridis ganz offen der Lüge: Vor kurzem hatte dieser die Verschiebung der ersten Blackberry-10-Geräte auf die zweite Jahreshälfte 2012 verkündet, und dabei das Warten auf einen speziellen LTE-Chipsatz als zentralen Grund angegeben. Die Realität sei aber, dass man einfach versuche unter solchen Vorwänden die Veröffentlichung von Blackberry 10 immer weiter hinauszuschieben, da das System weit von einer brauchbaren Release entfernt sei.

Reaktion

Mittlerweile hat RIM auf dieses Anschuldigungen in Form eine Presseaussendung reagiert. Darin heißt es, dass die Quelle "falsch und uninfomiert" sei, die Verschiebung der Blackberry-10-Devices hänge mit der Chipsatzwahl und "anderen Faktoren" zusammen. Der betreffende Chipsatz sei schlicht nötig, um eine herausragende User Experience  zu ermöglichen, alle anderen Behauptungen seien schlicht falsch. (red, derStandard.at, 23.12.11)

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    Mike Lazaridis, Co-Chef von Blackberry-Hersteller Research in Motion

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