Durchbruch

Aids-Therapie als Prophylaxe

23. Dezember 2011, 08:27

Antiretrovirale Therapie senkt Infektionsrisiko für HIV-negativen Partner fast zur Gänze

Washington - Die Verhinderung von HIV-Infektionen durch eine effektive Aids-Therapie ist laut der US-Wissenschaftszeitschrift "Science" der Durchbruch des Jahres 2011: Forscher zeigten in einer Studie mit 1.763 Partnern, bei denen einer von ihnen HIV-positiv war, der andere nicht infiziert, dass eine wirkungsvolle antiretrovirale Therapie das Infektionsrisiko für den HIV-negativen Partner fast gänzlich beseitigt. Auf den Plätzen folgen die Asteroid-Mission der japanischen Sonde Hayabusa und die Entdeckung, dass moderne Menschen zwei bis sechs Prozent ihres Genoms den Neandertalern verdanken.

"HIV-Behandlung als Prävention" betitelt Jon Cohen in der nächsten Ausgabe von "Science" seinen Artikel zum - laut dem Magazin - wichtigsten wissenschaftlichen Fortschritt des Jahres 2011. Die klinische US-Studie (HPTN052) umfasste als Probanden 1.763 "HIV-diskordante Paare", also Partner in Lebensgemeinschaften und Ehen, bei denen einer HIV-positiv war, der andere negativ. Gleichzeitig befanden sich die HIV-positiven mit einer Anzahl von 350 bis 550 CD4-positiven Zellen pro Kubikmillimeter Blut noch in einem relativ guten Immunstatus. In der Gruppe von 1.700 Paaren in Afrika, Asien, Lateinamerika und den USA zeigte sich unter der Behandlung eine um 96 Prozent geringere Übertragungsrate.

"Dieser Durchbruch verändert das 'Spiel'. Er wird die Revolution in der Verhütung (von HIV-Infektionen, Anm.) voran treiben. Das macht die medikamentöse Behandlung gegen HIV zu einer neuen Priorität in der Prävention", sagte der Chef von UNAIDS, Michel Sidibe, als im Mai 2011 die Studiendaten - später im "New England Journal of Medicine" in vollem Umfang veröffentlicht - erstmals präsentiert wurden. 80 Prozent der HIV-Infektionen erfolgen weltweit über sexuelle Kontakte. (APA)

Kommentar posten
18 Postings
johannes schenk1
01
27.12.2011, 09:40
Ich bin auch reingefallen.

Also ich hab auch beim ersten Lesen gedacht, dass der / die Nichtifizierte nun ebenfalls die Medikamente nehmen muss.
Ist auch eine logische Annahme, da man als Prophylaxe meistens ein Medikament zu sich nehmen muss.

Daher: bitte Artikel klarer schreiben!
Ich kann nur vermuten, dass jene Recht haben, die mich darauf gebracht haben, dass einfach die Infektionsgefahr sinkt, wenn der/die Infizierte die Medikamente nimmt.

Alles ist möglich
00
27.12.2011, 17:44
eine um 96 Prozent

geringere Übertragungsrate!

C R3
00
27.12.2011, 11:55

War für mich persönlich eindeutig, aber ich muss auch sagen, dass ich von der Studie und den Ergebnissen schon vorher wusste.

Es ist definitiv so, dass nur er Infizierte mit Medikamenten gut versorgt sein muss. Man weiß mittlerweile recht gut wie man die Medikamente handhaben muss um die für den Kranken in Hinsicht Lebensverlängerung optimale Wirkung zu erzielen. Ein HIV postiver erreicht in Europa mittlerweile fast eine "normale" Lebenserwartung. Für große Teile Afrikas, wo die Versorgung weit schlechter ist, gilt das aber leider nicht.

Sabine Werner
43
25.12.2011, 17:09

ich pfeif mir doch als gesunder so einen dreck nicht ein, als kranker - gottseidank gibt es die medikamente - als gesunder würde ich vorsorgen - aber sicher nicht mit solchen hammermedikamenten!!

tomsaklas
02
25.12.2011, 22:21
lesen und verstehen

artikel langsam lesen und versuchen zu verstehen! nirgendwo ist die rede davon, dass der gesunde partner die medikamente nehmen muss!

eze eze
 
00
26.12.2011, 12:00

Naja, das nützt in dem Fall auch nicht wirklich: Denn genaugenommen ist im Artikel überhaupt nirgendwo die Rede davon, wer denn nun die Medikamente einzunehmen hat und man kann dir bestenfalls glauben, dass du wohl recht hast.
Dass man bei "Vorbeugung" als Laie dann denkt, dass der gesunde Partner/die gesunde Partnerin die Medikamente nehmen soll, ist ja nicht so abwegig.

Joe Jo
84
23.12.2011, 10:37
als gesunder solche schweren Medikamente nehmen?

Nur als Prophylaxe?
Da verschliesst sich mir der Sinn! Ausser der für die Pharmaindustrie!

Der therapierte, positive Partner mit ist soweiso kaum ansteckend!

Godesberg
01
26.12.2011, 11:10

Nein. Sie sollen als gesunder keine Medikamente nehmen. Mit Prophylaxe ist genau das gemeint, was Sie im letzten Satz schreiben.
Nur hier hat das mal jemand wissenschaftlich untersucht.

higgs - wozu?
52
25.12.2011, 15:25
jajaja

jetzt wird wieder mal die spritze gezückt,
wir steigern das bruttosozialprodükt
der phramalobby vertrauen wir blind,
weil wir kleine lemminge sind
heilung interessiert uns nicht
in der behandlung liegt die pflicht
und holt uns dann der sensenmann
waren wir sicher selbst schuld dran,

lalalala

Got Your Nose!
01
26.12.2011, 12:50

können sie uns nicht nocheinmal über die vorzüge der einnahme von großen mengen bleichmittel zur heilung von AIDS, Krebs, Malaria und überhaupt allem aufklären? ich brauch ein paar lacher.

Sabine Werner
10
25.12.2011, 17:10

klasse gedicht : )

Kurt Kunislav Kupfer
47
23.12.2011, 11:27

Nichts kapiert, aber Hauptsache mal ein bisserl Pharma-Bashing angebracht, was?

Es geht eben genau darum, dass therapierte Personen auch (fast) kein Ansteckungsrisiko darstellen.

http://www.sciencemag.org/content/3... 28.summary

Max Payne
04
24.12.2011, 12:28
im artikel kommt das aber auch nicht so ganz klar rüber...

... aber das ist man ja mittlerweile schon gewohnt vom standard...

NONE
50
23.12.2011, 13:22

Wie, was?
"Fast" kein Risiko?

Was soll das? Sieht so seriöse Wissenschaft aus wo man Therapien nur "fast" ermöglicht?

M L3
00
27.12.2011, 03:20
Du kannst (und sollst) ja immer noch einen Gummi verwenden.

Aber es ist gut zu wissen, daß das Risiko viel kleiner geworden ist.

Alexander67
01
24.12.2011, 15:22

In der Medizin ist fast nie etwas sicher.

Kurt Kunislav Kupfer
02
23.12.2011, 14:18

Was, genau, haben Sie nicht verstanden am obigen Artikel?

Joe Jo
02
23.12.2011, 12:33
Danke Kurt

Nochmal gelesen und diesmal auch richtig verstanden. ;-)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.