Liechtenstein auf Aktensuche

Schlecht fürs Image

Kommentar | Johanna Ruzicka, 22. Dezember 2011, 18:31

In Vaduz wird noch immer nicht transparent gearbeitet

Liechtenstein arbeitete zuletzt glaubhaft daran, den Ruf einer verschwiegenen Steueroase abzulegen. Man will das Image loswerden, ein Finanzplatz zu sein, bei dem die Diskretion der Bankkunden über alles gestellt wird und sogar bei Steuerbetrug oder anderen undurchsichtigen und kriminellen Finanztransaktionen des ausländischen Kunden gemauert wird.

Diese Einsicht war dem Fürstentum nicht so sehr aus moralischen Überlegungen gekommen. Es waren schmerzliche Skandale, die das traditionsreiche liechtensteinische Finanzplatzmodell desavouierten. Die bekannteste dieser Affairen war die rund um den ehemaligen Bankangestellten Heinrich Kieber, der während seiner Arbeit bei der LGT Treuhand umfangreiche Kundendaten von ausländischen Steuerhinterziehern an sich brachte und dann damit die gesamte liechtensteinische Finanz-Nomenklatura, bis hinauf in fürstliche Kreise, erpresste und zugleich narrte.

Da kommt dieser verworrene Vorwurf, Akten zur Buwog-Affäre seien entwendet, verändert, Teile davon sogar eliminiert worden, zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Auch wenn dies nur ein Einzelfall sein dürfte, zeigt dies, dass in Vaduz noch immer nicht transparent gearbeitet wird. Das blitzschnelle Einberufen einer parlamentarischen Sondersitzung zwei Tage vor Weihnachten zeigt, dass man sich in Liechtenstein darüber klar ist, dass der Fall schlecht fürs Image ist. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.12.2011)

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20 Postings
Andreas W
00
23.12.2011, 17:21
Was fuer ein Image???

FL ist doch eh nur als Steueroase bei reichen Verbrechern beliebt! So ein Verhalten foerdert dies eher als es schadet.

Der Artikel gefällt mir
01
23.12.2011, 13:20
Was ist eigentlich aus der Steuer-CD geworden, wo der tiroler Überbringer plötzlich verstorben ist?

puppi7899
00
23.12.2011, 11:03
Liechtenstein

Hatte schon immer einen leichten! zweifelhaften Ruf in Finanzangelegenheiten. Auf einmal war die Fürstenfamilien so reich. Sie haben sich mit Briefmarken über Wasser gehalten. Und jetzt?

Turne
01
23.12.2011, 10:43
Grenze "dicht"

Man könnte den Druck wohl erhöhen, indem man an der Grenze Kontrollen einführt wie 1985 wenn man nach Ungarn gefahren ist.

Da findet man dann sicher einige KHG´s die mit viel Cash "von der Schwiegermutter" über die Grenze fahren.

;-)

so ist das
00
23.12.2011, 14:17

Und die Schweiz wurde in den Schengenraum aufgenommen ! Ist das nicht verrückt???

videoopa
00
23.12.2011, 10:43
das Unterhaltungsprogramm des Jahres, soeben ausgezeichnet worden!

http://www.youtube.com/videoatta... D6vgb1x84U

IsabellaP
 
22
23.12.2011, 09:36
Es kann nur eine Lösung geben:

Die Auflösung des Staates Liechtenstein.
Volksabstimmung ob man künftig zur Schweiz oder zu Österreich gehören will.

Chien de Pique
00
23.12.2011, 11:30

Soll das ein Witz sein?
Hätten Sie gerne, dass jemand die Auflösung Österreichs verfügt (Gründe genug gäbe es wahrlich) und uns gnädig die Wahl zwischen Italien und Deutschland lässt?

IsabellaP
 
00
23.12.2011, 11:38

Nun ja, ich finde, es mach einen großen Unterschied, ob ein Staat praktisch nur als Schmarotzer und quasi institutioneller Kriminalität existiert, oder nicht. Der Vergleich mit Österreich zieht nicht!

Chien de Pique
01
23.12.2011, 13:13
Gerade Österreich hatte sich lange ganz ähnlich positioniert wie Liechtenstein und die Schweiz, und wäre es nach unserem eigenen Willen gegangen, würden wir auch heute noch auf anonymen Konten

dubiose Gelder horten.
Abgesehen davon hat sich in Summe kaum ein Staat in Europa in seiner Geschichte so wenig kriminell verhalten wie Liechtenstein - Begünstigung von Finanz-Gaunern ist schon noch etwas anderes als zB Angriffskrieg und Genozide.
Außerdem ist ein Staat, in den aus dem Umland massenweise zum Arbeiten eingependelt wird, während seine BewohnerInnen bevorzugt im billigeren Ausland ihr Geld ausgeben, ein Gewinn für seine Nachbarn. In der Finanzfrage kann man gerade auf kleine Staaten bequem politisch einwirken, da barucht es wirklich keine autoritären Schachbrett-Phantasien à la Gaddafi.

chaucer
21
23.12.2011, 11:19
Aufgrund der historischen

Verflechtungen, nicht zuletzt aufgrund der nicht unerheblichen finanziellen Ansprüche, die die Republik Österreich an Liechtenstein hat, würd ich sagen: Sparen wir uns die Volksabstimmung. Auflösung dieses Schmarotzerstaates, Eingliederung in die Republik - anstatt einen weiteren Staat zu stärken, der hauptsächlich davon lebt, dass ausländische Kriminelle und Steuerhinterzieher ihr Geld dort anlegen.

dhl
01
23.12.2011, 00:34
Die supersaubere Lösung:

Ende der Lohnsteuer-Beraubung für alle Unselbstständigen.
Auszahlung der Bezüge auf eine Liechtensteiner Stiftung.

Kondratjew -Zyklus
 
02
22.12.2011, 21:33
Nach Liechtenstein gingen doch schon immer die, die nichts zu verheimlichen hatten !

so ist das
00
23.12.2011, 14:19

Die Supersauberen, Schönen und Ausgebildeten, die die Unschuldsvermutung wie einen Titel stets vor ihrem Namen lösen wollen!

Kondratjew -Zyklus
 
00
23.12.2011, 17:07
"Was war meine Leistung ?" - für mich der dazugehörige Sager.

Andreas aus Tirol
01
22.12.2011, 21:10
Kiebers Buch

unterhaltsam zu lesen...
http://blog.boersennews.de/wp-conten... eDaten.pdf

Gonzalo Gerardo
00
23.12.2011, 11:21

Kieber hin oder her, Schriftsteller wird er sicher keiner mehr und solls auch nicht mehr versuchen.
das liest sich wie ein elendlanger Schulaufsatz!

Ich bin der Meinung...
02
22.12.2011, 20:09
Es ist eigentlich unfassbar

dass 2011 noch immer staatlich geförderte Steuerhinterziehung in Europa existiert.

Aber wer - ähnlich wie Drogendealer - sein Geld locker mit kriminellen Machenschaften macht, will halt nicht seinen Wohlstand plötzlich durch harte Arbeit erarbeiten müssen.

Die Frage lautet nur: Wer ist böser: Drogendealer oder Steuerhinterzieher?

Erwin Wolfram
10
22.12.2011, 20:04
...

LOL bei uns wuerden die Akten nie wieder auftauchen...

so ist das
00
23.12.2011, 14:22

Wie lautet der Vorwurf? Aktenunterdrückung und Verfälschung - auch dort scheinen nur jene (vermutlich sogar neu angefertigten) Seiten wieder zurückgegeben worden zu sein, welche harmlos sind und die Supersauberen nicht beflecken können.
Und: Es gilt auch hier die UNSCHULDSVERMUTUNG !!!

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