2004 hielt ein frischer Wiener FPÖ-Chef Strache auf dem Heldenplatz die Totengedenkrede
"Wer am 8. Mai mit Fackeln in der Hand am Heldenplatz steht und dort das Ende des Zweiten Weltkrieges bedauert, steckt so tief in der Vergangenheit, dass er keine Zukunft hat", schreibt Vizekanzler und ÖVP-Chef Michael Spindelegger jetzt an den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant. Da kann man Spindelegger nur recht geben, denn das "Totengedenken", das dort alljährlich zum Jahres- tag der bedingungslosen Kapi- tulation Hitler-Deutschlands von rechtsextremen Burschenschaftern begangen wird, ist eine notdürftig verschleierte Trauerkundgebung für das Dritte Reich.
Am 8. Mai 2004 stand allerdings ein gewisser Heinz-Christian Strache, frischgebackener Chef der Wiener FPÖ, mit der Fackel in der Hand auf dem Heldenplatz und hielt die Totengedenkrede. Er behauptete damals zwar, er gedenke aller Kriegstoten, er konzedierte sogar, die KZ-Insassen hätten sich befreit gefühlt.
Aber er fügte in klassischer rechtsextremer Code-Sprache hinzu: "Ebenso wie die Opfer des alliierten Bombenterrors. Für die Millionen heimatvertriebenen Deutschen ist das Kriegsende aber keine Befreiung gewesen." Alle waren irgendwie Opfer, und wer den Vernichtungskrieg angefangen hat, kam nicht zur Sprache.
Die ÖVP und Spindelegger glauben aber heute trotzdem offenbar, dass Strache eine Zukunft hat, denn sonst würden sie ihn jetzt nicht so hofieren. (DER STANDARD, Printausgabe, 23.12.2011)