Seeweg von größter strategischer Bedeutung für Öltransporte
Teheran/Wien - Der Iran hat für Samstag den Beginn eines
zehntätigen Manövers seiner Seestreitkräfte angekündigt. Die Übung
unter der Bezeichnung "Velayat 90" werde sich über 2000 Kilometer
erstrecken und ein Gebiet erfassen, das von der Straße von Hormuz im
Persischen Golf bis zum Golf von Aden reiche, erklärte der
Marinekommandant Konteradmiral Habibollah Sayyari am Donnerstag nach
Angaben des staatlichen Senders Press TV.
Die iranische Marine habe noch nie zuvor ein Manöver in einem
derart ausgedehnten Gebiet abgehalten, sagte Sayyari. Die Übung solle
die militärische Schlagkraft und Verteidigungsbereitschaft des Iran
in internationalen Gewässern unter Beweis stellen und zugleich eine
"Botschaft von Frieden und Freundschaft an die Länder der Region"
senden. Die neuesten Raketen- und Torpedosysteme würden dabei
getestet sowie die neu entwickelten Taktiken für Unterwassergefechte.
Zum Einsatz kommen würden unter anderem Zerstörer, Schiffe mit
Raketenabschussrampen und Drohnen.
Die Straße von Hormuz ist von größter strategischer Bedeutung für
die Öltransporte auf See. Experten befürchten eine Sperre der
Seestraße durch den Iran, sollte es zu einer Eskalation des Streits
um das umstrittene Teheraner Atomprogramm oder gar einen
militärischen Konflikt kommen.
Teheran hat bisher stets bestritten, Pläne für eine Schließung der
Straße von Horumuz zu haben. Allerdings hat der Sprecher des
iranischen Außenministeriums, Ramin Mehmanparast, vorige Woche
gemeint: "Wenn sich die Region in einer kriegsähnlichen Situation
befinden sollte würde alles kriegsähnlich werden." (APA)