"Lärmschutzmaßnahmen"

Akustische Tarnkappe schafft lautlose Zone

24. Dezember 2011, 21:36

Mit einem speziellen Material gelang es Physikern, Schallwellen um kreisförmigen Bereich herum zu leiten

Noch vor wenigen Jahren Science Fiktion und allenfalls Gegenstand theoretischer Überlegungen konnten Physiker mittlerweile mit Hilfe von speziellen Metamaterialien und Nanotechnologie funktionierende Tarnkappe entwickeln - vorerst allerdings nur im kleinsten Maßstab. Aber nicht nur elektromagnetische Wellen können geschickt um ein Objekt herum gelenkt werden, damit es unsichtbar wird. Das selbe Prinzip lässt sich auch auf Schallwellen anwenden: Einem Forscherteam des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelang nun die erste Demonstration einer Tarnkappe für elastische Wellen, wie sie auch in Gitarrensaiten oder Trommelmembranen auftreten.

"Der Schlüssel zur Steuerung von Wellen liegt darin, ihre lokale Geschwindigkeit gezielt beeinflussen zu können - und das abhängig von der 'Laufrichtung' der Welle", sagt Nicolas Stenger vom Institut für Angewandte Physik (AP). In seinem Experiment setzte er das mit einem raffiniert mikrostrukturierten Material um, das aus zwei Polymeren zusammengefügt ist: einem weichen und einem harten Kunststoff in einer dünnen Platte. Die Schwingungen dieser Platte liegen im Bereich akustischer Frequenzen, also bei wenigen 100 Hertz, und lassen sich direkt von oben beobachten.

"Es ist so, als wäre einfach nichts da"

Die Wissenschafter fanden so heraus: Die Schallwellen werden um einen kreisförmigen Bereich in der einen Millimeter dünnen Platte herum gelenkt - sodass Schwingungen weder in diesen Bereich hinein noch heraus dringen. "Im Gegensatz zu anderen bekannten ‚Lärmschutzmaßnahmen‘ werden die Schallwellen hierbei aber weder absorbiert noch reflektiert", sagt Martin Wegener vom Institut für Angewandte Physik und Koordinator des DFG-Centrums für Funktionelle Nanostrukturen (CFN) am KIT. "Es ist so, als wäre einfach nichts da." Ihre Ergebnisse veröffentlichten die beiden Physiker und Manfred Wilhelm vom Institut für Technische Chemie und Polymerchemie des KIT jetzt in der Fachzeitschrift "Physical Review Letters". (red)


Abstract
Physical Review Letters: Experiments on elastic cloaking in thin plates

Kommentar posten
16 Postings
Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
21
30.12.2011, 00:54
"Science Fiktion" - welche Schreibweise?

Also soviel ich weiß ist in keiner Schreibweise "Science Fiktion" korrekt. Entweder, man behält die Originalschreibweise, dann ists "Science Fiction" oder man deutscht es ein, dass darf ja im Prinzip: "Saijens Fiktschn"

Freie Welt
01
25.12.2011, 17:11
Damit ließen sich sehr bequem

Fledermäuse einfangen.

Cuca Racha
 
00
25.12.2011, 15:42
ts ts ts...

Das hat doch Daniel Düsentrieb schon ca. 1963 erfunden...

higgs - wozu?
22
25.12.2011, 14:30

ich werd mal wieder lästig, und behaupte: willkommen in der frequenzbasierten antigravitation!

die scheibe erinnert mich frapant an etwas, an dem auch schauberger gebastelt hat, und das das interesse des militärs an seiner forschung geweckt hat:

http://www.frankgermano.net/images/fg_4b.jpg

http://www.evert.de/eft605a.jpg

http://oriharu.net/ufophysic... vs/fg6.gif

-A.R.-
02
26.12.2011, 16:24
ja stimmt...

...die is auch rund...

Hippo Krates
 
013
25.12.2011, 11:46
na super...

und damit ruecken die herren wissenschafter erst nach dem ende der wham-last-christmas-saison heraus...

Gummibam aus Surinam
00
29.12.2011, 19:35

Vielleicht ist es bis zum nächsten Jahr schon serienreif.

bsd
00
25.12.2011, 11:06

F: Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich Sie mit unsinnigem, total blödem und nervigem Geschwätz vollquassele?

A: Mitnichten. Ich habe genügend raffiniert mikrostrukturiertes und aus zwei Polymeren zusammengefügtes Material dabei.

Kondratjew -Zyklus
 
50
25.12.2011, 06:46
"Metamaterialien und Nanotechnologie" - was für ein Schwachsinn !

Den Rest bei Helmholtz nachlesen.

Darius Minor
11
24.12.2011, 23:31
Sehr genial.

Wahrscheinlich wird's zu aller erst militaerische Einsatzbereiche geben, keine Frage.

Mich interessiert aber mehr, was das in der Raum- (lies: Studio)-Akustik oder dem Lautsprecherbau bewirken koennte *schwelg* ...

meineMeinung1969
08
24.12.2011, 23:00
Ein Segen ...

... für alle langjährig verheirateten Männer. :)

mM

who ?
00
24.12.2011, 22:45
WOW !!

Martin Müller10
 
24
24.12.2011, 22:17
Forschungsförderung durch die Wiener Linien! Das Teil muss

180 cm hoch werden und 80 cm Durchmesser haben. Ein Pflichteil für jede U6. Kein Handygeschwätz der Nachbarn mehr.

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
00
30.12.2011, 00:56

Ein Störsender wäre aber günstiger mit gleicher effektivität :-)

No Use for a Name
10
25.12.2011, 02:27

wie schön, daß die Welt so einfach ist und nur in der U6 telefoniert wird

Kein_Postingname
00
24.12.2011, 22:03
Perfekt!

Endlich das Ende meiner Misophonie!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.