Theater-Experte der Kunstsektion des Ministeriums übernimmt Koordinierung der Tochtergesellschaften
Wien - Die Bundestheater-Holding holt sich personelle
Verstärkung: Günter Lackenbucher wird mit Jahresbeginn von der
Kunstsektion des Kulturministeriums zu den Bundestheatern wechseln, bestätigte man am Donnerstag im Ministerium wie bei den Bundestheatern.
Für Lackenbucher werde ein neuer Dienstposten für Koordinierung
der Tochtergesellschaften geschaffen, sagte Holding-Geschäftsführer
Georg Springer, der sich glücklich darüber zeigte, einen exzellenten
Theater-Fachmann für die operative Umsetzung der sich aus der
Evaluierung ergebenden Maßnahmen gewonnen zu haben. Dadurch werde es möglich, künftig die Kompetenzen bei der
strategischen Führung des Konzerns auszubauen, das Verhältnis zu den
Bühnen-Gesellschaften zu intensivieren und in einen laufenden
begleitenden Diskussionsprozess zu überführen, der auch nach
Umsetzung des Maßnahmenkatalogs weitergehen werde.
Günter Lackenbucher wurde 1958 in Villach geboren. Er studierte
Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie an der Universität
Wien und dissertierte mit einer Arbeit über Thomas Bernhard. Danach
war er u. a. als Chefdramaturg und stellvertretender künstlerischer
Leiter am Theater der Jugend für die Spielplangestaltung und
künstlerische Konzeption verantwortlich. Lackenbucher war einer der
Mitautoren der von der Stadt Wien in Auftrag gegebenen Studie "Freies
Theater in Wien", danach Referent für darstellende Kunst im Büro des
Wiener Kulturstadtrats, ehe er ins Büro von Kulturministerin Claudia
Schmied und danach in die Kunstsektion wechselte, wo er u.a. mit
Angelegenheiten der Bundestheater befasst war.
Der im September von den Aufsichtsräten der
Konzerngesellschaften einstimmig genehmigte Maßnahmenkatalog sieht
schrittweise Maßnahmen mit einem "Optimierungspotenzial" in Höhe von
rund 12,4 Mio. Euro bis zum Ende der Saison 2014/15 vor, wobei das
Optimierungspotenzial des Burgtheaters mit rund 3,6 Mio. Euro, jenes
der Wiener Staatsoper mit 6,7 Mio. Euro angegeben wird. Bei der
Volksoper Wien liegt die entsprechende Summe bei 1,5 Mio. und bei der
Theaterservice GmbH bei 0,6 Mio. Euro. Mehr Sorge als der auf gutem Wege befindliche Umsetzungsprozess
bereitet Springer der Gehaltsabschluss für den öffentlichen Dienst,
der für die Bundestheater 4 Mio. Euro Mehrkosten bedeutet, ohne dass
mit einer Anhebung der Basisabgeltung per 1. September 2012 zu
rechnen ist. (APA)