Proteste gegen Kohlekraftwerk gehen weiter

Ansichtssache | 23. Dezember 2011, 14:58

Kanton/Peking- In der südchinesischen Provinz Guangdong sind Sicherheitskräfte am Freitag gegen Demonstranten vorgegangen. Etwa fünfhundert Bewohner der Ortschaft Haimen protestierten bereits den vierten Tag gegen ein geplantes Heizkraftwerk, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Sicherheitskräfte feuerten mit Tränengas auf die Demonstranten, wie in Berichten Hongkonger Fernsehsender zu sehen war.

Am Donnerstag hatten Hunderte Polizisten den Zugang zu einer Autobahn blockiert, um zu verhindern, dass Demonstranten auf Motorrädern die Verkehrsverbindung blockieren.

Die Einwohner von Haimen wollen verhindern, dass in unmittelbarer Nähe eines bestehenden Kohlekraftwerks eine weitere Anlage errichtet wird.

Im vergangenen Jahr ist es in China mehrmals zu Protesten gegen Umweltverschmutzung gekommen: im September gingen bei Shanghai hunderte Dorfbewohner auf die Straße, um auf die giftigen Abfälle einer Solarzellenfabrik hinzuweisen, und im August demonstrierten in der im Nordosten gelegenen Hafenstadt Dalian 12.000 Menschen, nachdem während eines Tropensturms die Schutzdämme eines Chemiewerks versagten. 

Protest in Wukan beendet

Gerade erst hatten die Bewohner des 130 Kilometer entfernten Fischerdorfes Wukan einen Aufstand beendet, nachdem die Provinzbehörden Zugeständnisse gemacht hatten. Illegale Landnahme korrupter Kader wie in Wukan oder schwere Fälle von Umweltverschmutzung wie in Haimen gehören zu den häufigsten Auslösern von Protesten.

Behörden verkaufen immer wieder landwirtschaftliche Flächen, auf denen Fabriken errichtet werden, geben aber nur einen Bruchteil der Einnahmen an die Enteigneten ab. Diese Praxis ist eine der Ursachen für die stark zunehmenden Proteste und sozialen Unruhen in China. 2005 kündigte die Zentralregierung harte Strafen für korrupte Beamten an, die ihre Macht missbrauchen und illegale Enteignungen zugunsten von Baumaßnahmen bewilligen. Gewaltsame Vertreibungen und Zwangsenteignungen wurden verboten, die Umsetzung der Anordnung ist jedoch schwer, da Polizei und Justiz von den örtlichen Behörden kontrolliert werden.

Wegen der negativen Begleiterscheinungen des rasanten wirtschaftlichen Aufschwungs kommt es in vielen Teilen Chinas zu öffentlichen Unmutsäußerungen. Vor dem Hintergrund wachsender sozialer Spannungen mit Massenentlassungen in der Staatsindustrie und einem steilen Einkommensgefälle zwischen Küstenprovinzen und Hinterland hatte das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas auf mehreren Plenartagungen über die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, das unterschiedliche Entwicklungstempo auf dem Land und in den Städten, die Korruption und die zunehmenden Spannungen in der chinesischen Gesellschaft beraten. Mit dem Aufbau von Spezialeinheiten der Sicherheitskräfte will sich die chinesische Führung gegen soziale Unruhen wappnen.

(red/APA)

Dieses Bild darf aus Gründen von Copyrightbestimmungen nicht im Archiv angezeigt werden.
foto: reuters/david gray
Dieses Bild darf aus Gründen von Copyrightbestimmungen nicht im Archiv angezeigt werden.
foto: reuters/david gray
Dieses Bild darf aus Gründen von Copyrightbestimmungen nicht im Archiv angezeigt werden.
foto: reuters/david gray

Fotos: Reuters/David Gray

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 95
1 2 3
Phoenixx
 
00
11.1.2012, 20:10

Neue Energietechnologien sind gefragt
Ansonsten sieht es schwarz wie KOHLE für uns alle auf diesem Planeten aus.
Und das ganze heute noch, nicht erst in 10 Jahren.

Das ist die Realität.

nix fir unguad
01
23.12.2011, 18:10
Man muss China zu Gute halten dass die den Enst der Lage erkannt haben

Deren neue Kohlekraftwerke müssen nun mit dem neuesten Stand der Technik in Bezug der Rauchgasreinigung ausgerüstet sein.
Der Feinstaubausstoss darf nun nur mehr 20g/m3 betragen (Deutschland 50g/m3). Der NOx Ausstoss darf bei constanter Last nicht mehr als 60g/m3 überschreiten. Dieser Wert darf jedoch im Regelbetrieb auf einen Schnitt von 100g ansteigen (Deutschland: 200g/m3). Für SOx habe ich die Zahlen nicht gerade im Kopf.
Deutschland wollte ähnlich scharfe Gesetze verabschieden. Dies ist jedoch am Veto der Grünen gescheitert.

Human Being
30
23.12.2011, 13:32
Alles ist besser als Atomkraftwerke

Gibt es hier wirklich noch jemanden, der den nächsten Generationen von Menschen eine radioaktiv versuchte Welt hinterlassen?

Welches hirnlose Wesen möchte ein AKW das nur 50 Jahre Strom produziert, dessen radioaktiver Abfall jedoch für hunderttausende von Jahren sicher gelagert werden muß?

Die Atomkraftwerksbetreiber und die die davon profitieren (z.b. Wolfgang Schüssel) werden das nicht finanzieren und verantworten, denn die werden dann alle schon lange tot sein und in der radioaktiven Hölle in Ewigkeit strahlen.

Es gibt bessere Alternativen, aber leider werden diese von der Energiemafia unterdrückt: http://www.theorionproject.org/en/docume... Gary_V.pdf

Ein guter Film zu diesem Thema: www.thrivemovement.com

Cuca Racha
 
14
23.12.2011, 14:46
"in Ewigkeit"

Amen.

Sie fürchten sich wahrscheinlich auch vor 2012 & dem Maya-Schmarren, glauben an die unbeleckte Empfängnis, an die Weisen von Zion und an den persönlichen Osterhasen, sowie dass die Erde ein Würfel ist.

ÖkotalibanInnen, pseudoreligiöse Untergangspropheten, Verschwörungsphantasten... alles eine Sauce.

(Diese obsessive, SM-getönte Leidenschaft für Höllen und Untergänge aller Art, dem lustvollen Fürchten vor selbstgemachten Gespenstern, scheint eine Art für DE und AT kollektivpsychologisch typischer, durch die jüngere Geschichte bedingter, mentaler Sondermüll zu sein.)

Human Being
20
23.12.2011, 22:26
was erklären wir den nächsten Generationen?

"Naja, das mit dem radioaktiven Abfall tut uns leid. wir brauchten halt billigen Strom und dachten es ist nicht so Schlimm das unsere Nachfahren für 500.000 Jahre öfters als normal mit Sachen wie Leukämie und Krebs rechnen müssen. Im schlimmsten Fall passiert halt ein Super-Gau, das ist aber statistisch gesehen sehr selten, ca. alle 15-20 Jahre (Mayak, Tschernobyl, Fukushima)."

Und den ganzen Atommüll nur dafür, damit ein paar Energieriesen Ihren Profit haben.

Bei soviel größenwahnsinnigen Menschen müssen wir uns um 2012 wirklich keine großen Sorgen machen, denn Atombomben gibt's ja genug um jederzeit das Leben auf der Erde auszurotten.

Gerhard Ingolf
01
24.12.2011, 01:03

"denn Atombomben gibt's ja genug um jederzeit das Leben auf der Erde auszurotten" und was kann man mit dem darin enthalteten Uran und Plutonium besseres machen, als es in AKWs in Energie zu verwandeln?

Was die Lagerung des Atommülls anlangt: Je später man mit Endlagerung beginnt umso billiger und sicherer. Die Strahlung wird ja in den Abschirmungen in Wärme umgewandelt und diese muss abgeführt werden, damit es nicht zur Überhitzung führt. Und da im Atommüll auch viele kurzlebige Radionuklide sind nimmt die Aktivität mit der Zeit ab. Übrigens ist die Aktivität nach 800 Jahren nicht höher als die des Ausgangsmaterials (des Erzes). Und wer hat das in den vergangenen tausenden Jahre bewacht? Der Atommüll geht ja nicht alleine spazieren

nix fir unguad
01
24.12.2011, 00:03
Mit der derzeitigen Technologie die zur Verfügung steht ist Atommüll nur ein kleines aber bewältigbares Problem

Die Atomindustrie gibt sich aber damit nicht zufrieden und arbeitet an Technologien die das Problem, man kann fast sagen eliminieren werden.

Cuca Racha
 
74
23.12.2011, 09:10
Von China lernen!

In China wird aus ökologischen Gründen gegen Kohle-KWe protestiert, in DE + AT fordern die ÖkotalibanInnen mehr Kohle-KWe... verkehrte Welt.

nix fir unguad
00
24.12.2011, 00:09
Es ist aber immer noch sinnvoller neue Kohlekraftwerke zu bauen als die bestehenden Methusalems weiter zu betreiben

Die neuen KoKW sind nicht nur um einiges effizienter, sondern weisen auch stark verbesserte Rauchgasreinigungsanlagen auf.
Der Schadstoffaustoss eines solchen neuen KoKW ist nur mehr ca. die Hälfte eines aus den 90er Jahren. Und es geht vor allem darum KW aus den 60er & 70er Jahren deren Betrieb nur als kriminell anzusehen ist zu ersetzen.

Zweimal denken, einmal sprechen
15
23.12.2011, 10:05

Bitte um einen einzigen Nachweis für diese Behauptung.

Gerhard Ingolf
11
24.12.2011, 01:04

Dürnrohr statt Zwentendorf (und Hainburg) ;)

Cuca Racha
 
22
23.12.2011, 12:26
Proof of the pudding...

Als Folge des A-Ausstiegs werden alte Kohle-Stinker entmottet, neue gebaut, und neue Kohleminen erschlossen (in NRW).

Das sind die Tatsachen. Gegen diese helfen auch noch soviele rote Stricherln nichts (quasi die Bannflüche der ÖkotalibanInnen gegen die Realität, Knoblauch über der Tür von heimeliger ideologischer Andachtsstube zur pöhsen wirklichen Welt...).

Zweimal denken, einmal sprechen
10
24.12.2011, 13:15

Wo bleibt der Nachweis für die Behauptung "fordern die ÖkotalibanInnen mehr Kohle-KWe"?

Oder geht's nur um's Stänkern?

nix fir unguad
11
24.12.2011, 16:25
Von irgendwo muss doch der nun fehlende Atomstrom herkommen?

Man kann die Strom Exporte zurückschrauben weil man eben die überschüssigen Erzeugungskapazitäten nicht mehr hat.
Man kann wenn möglich Atomstrom importieren.
Aber vor allem werden die bestehenden Kohlekraftwerke nun umfangreicher genutzt. Kraftwerke deren Umweltbilanz so miserabel sind dass diese vom Netz genommen werden müssten bekommen eine Sondererlaubnis um die Stromlücken zu füllen
Hunderte vonDeutsche Bürger werden diesen Winter an den Folgen der zusätzlichen Luftverschmutzung frühzeitigg sterben. Hunderttausende werden an Folgen der zusätzlichen Luftverschmutzung erkranken
Alles weil dieÖkotaliban ein unnötiges Abschalten vonAKWs erzwungen haben.Irgendjemand muss die Verantwortung für diese Todesfälle und Erkrankungen übernehmen

Zweimal denken, einmal sprechen
00
25.12.2011, 13:54

Wo bleibt der Nachweis für die Behauptung "fordern die ÖkotalibanInnen mehr Kohle-KWe"?

Oder geht's nur um's Stänkern?

Cyniker
22
23.12.2011, 07:18

Kauft doch einfach keine Produkte "made in China", und dieses Land ist innerhalb kürzester Zeit wirtschaftlich und politisch total ruiniert - und somit auch die regierende Politmafia.
So einfach ist´s.

Cuca Racha
 
01
23.12.2011, 20:48
"So einfach ist´s."...

... cynisch gedacht.

Man kritisiert also China für die Folgen von Ursachen, deren Veränderung man als Konsequenz verhindern will.

So einfach ists.

Damit alles so bleibt wies ist, nämlich ideologisch simpel. Das tut gut, tut es nicht?

Beate Kreuzberg
00
23.12.2011, 08:50
Prinzipiell eine gute Idee

Aber find einmal etwas wo nicht "Made in China" draufsteht.

schneebrunzer
 
00
23.12.2011, 08:56
Im Technikbereich (vor allem Elektronik) gebe ich Ihnen Recht....

....in allen anderen Bereiche ist es allerdings gar nicht sooo schwierig....Waldviertler statt Adidas ;)

dudelicious
00
23.12.2011, 09:25

200 Euro für ein paar Sandalen das nach 2 Monaten stinkt, nein danke das brauch ich nur einmal...

Zweimal denken, einmal sprechen
04
23.12.2011, 10:12

Füße waschen?

Gerhard Ingolf
10
24.12.2011, 01:08

Mehr AKWs, dann gibt es auch im Winter kein Problem mit (CO2 - frei produziertem) Warmwasser!

Zweimal denken, einmal sprechen
00
24.12.2011, 13:12

Hochintelligenter Lösungsansatz!

Da besteht sogar Hoffnung, daß es in Zukunft schlicht niemanden geben wird, dem kalt sein könnte (Außer ein paar Kakerlaken vielleicht).

Toni Laddorfer
33
23.12.2011, 05:53
Wo sind die Kapitalismuskritiker hier im Forum?

Kein anderes Land auf dieser Welt vergiftet für ein paar zusätzliche "Dollar" die eigene Bevölkerung so wie die Chinesen.

auweh mit e
10
23.12.2011, 19:51
rofl

die usa bauen gerade fleißig kohlenkraftwerke und eröffnen kohleminen neu, weils beginnt sich wieder zu rentieren.

für ein bisschen gas werden ganze landschaften aufgebohrt.

und dank gentechnikanbau ruiniert man zusätzlich noch die natur.

die chinesen machen nur was sie müssen. die westler um ein paar cent unterbieten, was schwer geht, wenn die usa selbst sich nicht um die umwelt schert.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 95
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.