Reptilien-Relikt

Rätsel um Straußenpenis gelöst

22. Dezember 2011, 13:47
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    foto: p. l. r. brennan & r. o. prum

    Lymph-Penisse wie jener des Straußes dürften bereits die Reptilien besessen haben.

Laufvogelstudie weist auf Entbehrlichkeit des Organs hin

New Haven / Wien - Unter Vögeln ist die Existenz eines Penis nicht allzu weit verbreitet. Nur bei rund drei Prozent der Federtierspezies verfügen die Männchen über ein solches Organ. Dazu gehören die Enten, aber auch Afrikanische Strauße oder die Kiwis in Neuseeland. Im Normalfall paaren sich die Tiere nämlich mit einem kurzen "Kuss der Kloake", bei dem Samen durch die Körperöffnung ans Weibchen weitergegeben wird.

Für besonderes evolutionäres Rätselraten sorgten die Geschlechtsorgane der großen Laufvögel, denn bei ihnen kommt es - ganz ähnlich wie bei den Säugetieren - zu einem Anschwellen der Penisse. Das wurde spätestens 1836 das erste Mal in einer Studie am Afrikanischen Strauß dokumentiert. Damals machte man mehr Blut in Blutgefäßen dafür verantwortlich.

Seitdem befassten sich nicht allzu viele Ornithologen mit diesem seltsamen Phänomen der Vogelanatomie. Im Jahr 1923 freilich erschien eine Studie, die Lymphe und nicht Blut als die Flüssigkeit beschrieb, die hinter oder besser: in der Erektion steckt. Und fast hundert Jahre später konnte diese These nun durch ein US-Biologenteam bestätigt werden.

Um die Frage zu klären, haben die Forscher um Patricia Brennan und Richard Prum die Penisse von drei Emus und einem Strauß genau unter die Lupe genommen und dabei herausgefunden, dass die Vögel unter den Muskeln ein lympheproduzierendes Gewebe haben, wie die Forscher im Journal of Zoology berichten.

Weil es diesen Mechanismus auch bei Enten gibt und er bei Reptilien durchaus ähnlich ist, dürften die gemeinsamen Vorfahren aller Vögel über solche Lymph-Penisse verfügt haben. In dieser Erkenntnis liegt erhebliche Sprengkraft: Sie bedeutet nämlich, dass Penisse - so wie bei 97 Prozent der Vögel - im Laufe der Evolution verlorengehen können, ohne dass die Art aussterben muss. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 22.12.2011)

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Curd Hombre
01
27.12.2011, 09:10
Na gott sei danke ist eines der größten geheimnisse ....

....dieses Jahrtausends gelöst! Nun steht nur noch die Lösung des Grasser Falles an!

mstislav raskachlovitsch
00
29.12.2011, 13:39
Wieso "Geheimnis KHG" ?

Hat der KHG etwa auch einen Straußenpenis - oder gar die Fiona....?

Cuchullain
00
Doch wohl eher ...

... Kloakenkuss!

WÄÄÄÄ!

Halil Pascha
00
25.12.2011, 13:18

In "Du hast das Leben noch vor Dir" von Emile Ajar wird der menschliche Penis als der größte Feind des Menschen bezeichnet. Ob unsere Art auch ohne ihn weiterbestehen könnte?

Thomas Felder1
00
26.12.2011, 10:13

mit welcher begründung soll der penis der größte feind des menschen sein.
die zweite frage erübrigt sich.

Der da halt
00
25.12.2011, 02:34

Ich glaube, ich halte das Bild falsch rum.

meineMeinung1969
01
24.12.2011, 22:30
Die Sprengkraft ...

... dieser Erkenntnis ist fast unerträglich! Wie konnten wir nur so lange ohne dieses Wissen überleben?

mM

kibi
04
23.12.2011, 17:09
"In dieser Erkenntnis liegt erhebliche Sprengkraft: Sie bedeutet nämlich, dass Penisse [...] im Laufe der Evolution verlorengehen können, ohne dass die Art aussterben muss."

"sprengkraft"?

aber nur, wenn man an chronischer kastrationsangst leidet ...

So Nina
00
27.12.2011, 12:28
Die Art wird nicht aussterben....

...wenn es beim Menschen soweit kommt, die herkömmlichen Pornofilme aber sehr wohl....

Und überhaupt: heißt das, dass Männer mit kleinem Penis evolutionär höher entwickelt sind? :-P

Cuchullain
00
Ich bin nicht ....

..... unterentwickelt !!!!

A ndreas Bogeschdorfer
08
23.12.2011, 17:02
Da hat die deutsche Sprache ein Problem.

Der Begriff "vögeln" muss völlig neu gedacht werden.

Bustardo
13
23.12.2011, 16:42

"Kuss der Kloake" hab ich schon mal gesehen, hieß dort aber "2 girls one cup"...

Karlgaard
61
23.12.2011, 16:19

muss der standard jetzt auch bei dem ekel-trend mitmachen? wollte man nicht einst eine qualitaetszeitung sein?

Redaktion derStandard.at/Wissenschaft
314
23.12.2011, 17:58

Doch. Aber ob Ihnen vor etwas ekelt, ist kein allgemeinverbindliches Qualitätsmerkmal.

Karlgaard
30
23.12.2011, 21:55

in diesem fall würde ich das zu behaupten wagen.

Petra Bleicek
01
24.12.2011, 12:20

Eine Generation, die mit "Dschungelcamp" und "Lugners" sozialisiert wurde, ekelt wohl vor gar nichts mehr. Man sollte von Online-Praktikanten auch nicht die Maßstäbe des Feuilletons anlegen, die können's halt nicht besser.

Nick Tameer
00
24.12.2011, 08:46

Oh Karlgaard, ekelt dich des Straußen Penis,
So wie er in dem Standard abgebildet ist,
Schau nicht mehr hin, wenn du denn meinst, dass das nicht schön is
Und schlag dir doch die Sache aus dem Sinn.

h 90
00
25.12.2011, 14:04

Im Gegenteil...hinschauen! Und sich ein fuer alle mal merken...Wenn man mit einem Strauss unter der Dusche steht, ja nicht buecken.

frustrierte frankfurter depressive debreziner
00
23.12.2011, 15:52

man sollte sich die marke lymphvampire schützen lassen

okami
01
23.12.2011, 15:23
Sie bedeutet nämlich, dass Penisse ... im Laufe der Evolution verlorengehen können

Also hat der Konstruktivismus doch recht und das biologische Geschlecht ist nur ein Hirnkonstrukt?

Oder: der Feminismus wird besiegt in dem die Männer ihre penisse abwerfen?

h 90
00
25.12.2011, 14:07

Damit waere dann auch der Penisneid besiegt, oder?

Thomas Felder1
00
24.12.2011, 12:33

ich verstehe den zusammenhang nicht

Peter Widzky
00
23.12.2011, 15:51
ja toll...

wie bekomm ich diese bilder jetzt wieder aus dem kopf...

Nick Tameer
00
23.12.2011, 14:39

Aber es ist schon der Kopf, den sie in den Sand stecken?

A ndreas Bogeschdorfer
00
23.12.2011, 16:58
Weder noch.

Das mit dem Kopf in den Sand ist ein Mythos der bei der Beobachtung der Nestpflege aufkam.

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