Österreichs Diabetiker nicht immer gut versorgt

  • Insbesondere Diabetes mellitus Typ 2 wird oft erst diagnostiziert, wenn Komplikationen auftreten.
    foto: standard/matthias cremer

    Insbesondere Diabetes mellitus Typ 2 wird oft erst diagnostiziert, wenn Komplikationen auftreten.

Fünf Prozent der Betroffenen mit langfristig deutlich erhöhten Blutzuckerspiegeln ohne Behandlung - Mängel auch bei anderen Risikofaktoren

Wien/Salzburg - Das geht hunderttausende Österreicher etwas an: die regelmäßige Kontrolle ihres Blutzuckerspiegels sowie für Diabetiker anderer und besonders gefährlicher Risikofaktoren. Doch hier gibt es Mängel. Allein fünf Prozent der Betroffenen mit langfristig deutlich erhöhten Blutzuckerwerten bekommen keine Blutzucker senkende Therapie. Das hat eine Studie des Instituts für Allgemeinmedizin der Medizinischen Privatuniversität in Salzburg ergeben.

Bei rund 600.000 Diabetikern - weltweit mehr als 250 Millionen Betroffene - und ständig steigenden Zahlen ist die Zuckerkrankheit in Österreich und international ein Volksleiden. Alle acht Sekunden, so wurde errechnet, erliegt weltweit ein Betroffener der Krankheit oder einer Komplikation, speziell akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronischem Nierenversagen. Erblindung, quälende Nervenschmerzen (diabetische Polyneuropathie, Anm. Red.) und Amputationen sind gefürchtet.

Späte Diagnose

Das Problem liegt vor allem bei den Typ-2-Diabetikern, die erst im Erwachsenenalter - langsam und schleichend - zuckerkrank werden. Oft wird die Krankheit erst diagnostiziert, wenn die ersten Komplikationen auftreten. Eine langfristige Kontrolle der Blutzuckerspiegel und ihre Reduktion auf akzeptable Werte sowie die Senkung eines oft erhöhten Blutdrucks, erhöhter Blutfettwerte und eine allfällige Infarktprophylaxe (Blutgerinnungshemmung, Anm. Red.) sind die wichtigsten medizinischen Maßnahmen. Doch oft klappt das nicht.

Maria Flamm von dem Salzburger Institut und die Co-Autoren versuchten, die Qualität der Versorgung österreichischer Typ-2-Diabetiker (primär nicht insulinpflichtiger Diabetes, ehemals "Altersdiabetes") zu bestimmen, und zwar zum Zeitpunkt der von den Betroffenen gewollten Aufnahme in das seit einiger Zeit von den Krankenkassen propagierte, aber längst nicht von allen Allgemeinmedizinern angebotene "Disease Management Programm Therapie aktiv". Es soll durch mehr Kooperation zwischen Patient und Arzt, einer besseren Schulung etc. die Therapie verbessern.

In Salzburg nahmen im Rahmen der Studie, die jetzt in der Wiener Klinischen Wochenschrift veröffentlicht wurde, 92 Ärzte mit 1.489 Diabetikern teil. Das durchschnittliche Alter betrug 65 Jahre. 47,8 Prozent der Patienten waren Frauen. Schon die Ausgangslage zeigte kein absolut positives Bild. Die Autoren. "24,3 Prozent aller Patienten (28,3 Prozent der Männer und 20,1 Prozent der Frauen) hatten mindestens eine diabetesassoziierte Spätkomplikation. (...) 80,7 Prozent der Patienten standen unter Medikation mit oralen Antidiabetika, Insulin oder eine Kombination von beiden.

Langzeitzucker erhöht

Doch trotz einer "leitliniengerechten Behandlung" eines Großteils der Betroffenen gab es deutliche Defizite: "Hinsichtlich der Versorgungsqualität fanden sich fünf Prozent aller Patienten mit einem HbA1c-Wert (Langzeitzucker, Anm. Red.) über 7,5 Prozent gänzlich ohne antidiabetische Medikation." Empfohlen werden HbA1c-Werte für Zuckerkranke von etwa 6,5 Prozent. Der Laborwert gibt einen Hinweis darauf, wie gut die Blutzuckereinstellung in den vorangegangenen drei Monaten in etwa war.

Freilich, auch bei den wichtigsten Risikofaktoren sind Zuckerkranke laut der wissenschaftlichen Untersuchung offenbar bei Eintritt in das intensivere Betreuungsprogramm oft nicht optimal versorgt. Die Autoren: "15,3 Prozent der Studienpopulation mit erhöhten Blutdruckwerten hatten keine antihypertensive Therapie und 36,6 Prozent der Studienteilnehmer mit manifester (bereits vorhandener, Anm.) kardiovaskulärer Erkrankung standen nicht unter Therapie mit Statinen (zur Senkung der Cholesterinwerte, Anm.)." Diese beiden Umstände sind besonders bedenklich, da Diabetiker zum überwiegendsten Teil nicht an ihrer Grunderkrankung, sondern vor allem an dadurch begünstigten Herz-Kreislauf-Leiden sterben. (APA)

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9 Postings

ich denke nicht, dass die österreichischen diabetiker schlecht versorgt sind, mehr denke ich, dass sich ein erwachsener mensch mit einer "aufkonditionierter" lebensweise, schwer zu einer anderen (gesünderen) lebensweise umstimmen lässt (vor allem wenn er keine krankheit an sich feststellen kann). bei übergewichtigen menschen wird ausserdem nicht nur das eine familienmitglied probleme haben oder bekommen, sondern es werden auch die anderen in der familie bekommen (häuslichen kochweise). und zu guter letzt kommt die häufige einstellung nie zum arzt gehen zu müssen um sich routinemäßig untersuchen zu lassen.

Österreichs Diabetiker nicht immer gut versorgt ...

Was ist das für Blödsinn, ich bin auch seit über 10 Jahren Diabetiker und ich versorge mich selber und zwar sehr gut und ich benötige dadurch - nicht wie verordnet wurde - KEIN Insulin!!!

Österreichs Diabetiker nicht immer gut versorgt ....

Stevia ist frei erhältlich und Chrom Piccolinat reguliert Insulin

also aufklären! Bitte

Die Bitte kann ich an Sie retournieren.

Was hat Stevia damit zu tun? Wenn kalorienfreie Süßstoffe die Lösung wären, hätten die künstlichen Süßstoffe die Diabetesrate gegen 0 gedrückt.

Die Chromaussage ist nach derzeitigem Wissensstand nutzlos, da a) fast kein Mensch unter Chrommangel leidet und b) keine biologische Funktion von Chrom gesichert ist.

Was hat Stevia damit zu tun - Sie haben keine Ahnung

SEHR VIEL sogar, hätte ich kein Stevia - ich esse auch gerne süß - hätte ich schon einige Liter Insulin im Körper - so aber nicht - eben DANK Stevia

Insulin ist keine Flüssigkeit, daher: Kilogramm

Ihnen zu erklären, wie sinnlos Ihr Schrieb ist, ist mehr Zeit- und Platzverschwendung als ein Mensch sich erlauben kann, deswegen lasse ich den Rest einmal so stehen und wünsche Ihnen zumindest etwas Bildung in Sachen Physiologie.

Was für ein Wunder?
Wenn mögliche Betroffene die Artikel hier lesen, dann kommen sie sich vor wie ein Monster. Da tut sich jeder schwer, zum Arzt zu gehen.

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