Tötungen und Festnahmen nahmen zu - Anstieg der Repressionen im Zuge des Arabischen Frühlings und neuer Protestbewegungen
Mindestens 66 Journalisten sind 2011 in Ausübung ihres Berufes getötet worden - um neun mehr als im Vorjahr. Das gab die NGO Reporter ohne Grenzen am Donnerstag in einer Aussendung bekannt. Auch die Zahl der Festnahmen und Übergriffe gegen Journalisten stieg demnach deutlich: 1.044 Menschen wurden wegen ihrer journalistischen Tätigkeit festgenommen, fast doppelt so viele wie 2010. Die Menschenrechtsgruppe zählte zudem 1.959 tätliche Angriffe und Drohungen gegen Journalisten, sowie 71 Entführungen.
Als Hintergrund des Anstiegs an Repression gegen Medienarbeiter sieht die Organisation die turbulenten Ereignisse des Arabische Frühlings, sowie Proteste in Staaten wie dem Sudan, Weißrussland und Uganda. Die Machthaber hätten auf die Freiheitsbewegungen in ihren Ländern mit Repressionen geantwortet, die besonders auch Journalisten trafen. Mehr als 70 Journalisten hätten aus ihrer Heimat fliehen müssen, berichtete die Organisation in Wien.
Als Länder mit der höchsten Anzahl von getöteten Journalisten nannte Reporter ohne Grenzen Pakistan, den Irak und Mexiko. Auch in den arabischen Konfliktstaaten Libyen und Syrien hätten mehrere Journalisten ihr Leben verloren. Zusätzlich zu den etablierten Berichterstattern trifft die Gewalt auch Blogger und Internet-Aktivisten. In diesem Jahr seien zumindest 199 "Cyberdissidenten" festgenommen und fünf Online-Aktivisten getötet worden, so die Organisation. Zugleich zensierten mehr Länder als je zuvor das Internet: Die Zahl habe sich von 62 auf 68 Staaten erhöht. (APA)