Unerfüllter letzter Wille

London: Streit um Seebestattung des "Irischen Riesen"

22. Dezember 2011, 13:15

Skelett des 2,30 Meter großen Mannes steht in Londoner Museum - Charles Byrne hatte schon zu Lebzeiten gefürchtet, als Ausstellungsstück zu enden

London - Mehr als 200 Jahre nach seinem Tod fordern Wissenschafter in Großbritannien eine Seebestattung des sogenannten Irischen Riesen aus einem Londoner Museum. Der gut 2,30 Meter große Charles Byrne, der 1783 im Alter von 22 Jahren gestorben war, habe schon zu Lebzeiten gefürchtet, als Ausstellungsstück des Chirurgen John Hunter zu enden, hieß es in der Fachzeitschrift "British Medical Journal" vom Mittwoch.

Byrne habe deshalb verfügt, nach seinem Tod im Meer bestattet zu werden. In dem Artikel verlangen der Londoner Medizinethiker Len Doyal und der irische Jurist Thomas Muinzer, den letzten Willen des Verstorbenen zu respektieren.

Attraktion einer anatomischen Sammlung

Der junge Ire war Ende des 18. Jahrhunderts nach London gekommen und dort wegen seiner außergewöhnlichen Körpergröße berühmt geworden. Hunter habe nach Byrnes Tod einen seiner Freunde bestochen und den Sarg abgefangen, bevor dieser im Ärmelkanal versenkt werden konnte, schreiben die Experten. Dann habe der Chirurg Byrnes Leiche ausgekocht, bis nur noch das Skelett übrig geblieben sei. So sei es zu einer der Hauptattraktionen seiner anatomischen Sammlung geworden, die heute im Hunterian-Museum in London zu sehen ist.

Die Geschichte könne zwar nicht ungeschehen gemacht, aber zumindest "moralisch korrigiert" werden, meinen die Experten. Schließlich sei die DNA des Mannes entnommen worden und könne für weitere Forschungen genutzt werden. Museumsdirektor Sam Alberti wies diese Forderung zurück. Das Skelett sei für Bildungs- und Forschungszwecke von großem Wert und müsse deshalb erhalten werden und im Museum verbleiben. (APA/red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 28
1 2
01052004
03
23.12.2011, 11:12
mmhhh

einmal jahrmarktsattraktion, immer jahrmarksattraktion???

da hat der ausgestopfte herr soliman glück gehabt, daß ihn 1848 der windischgrätz zu staub gebombt hat. sonst hätten wir heute noch einen augestopften menschen aus afrika (entsprechend "afrikanisch wild" aufgemascherlt) im naturhistorischen museum...

star observer
00
30.12.2011, 09:58

richtig, aber das ist alles nix gegen die pygmäen, die noch nach dem 1. weltkrieg in paris im zoo (!!!) in käfigen ausgestellt waren...

Dylan Hunt
00
23.12.2011, 08:13

ich möcht weder tot noch lebend ausgekocht werden ..

Fritz094
 
22
22.12.2011, 23:52

Ich würd ja meinen den alten Iren juckts jetzt auch nicht mehr sonderlich.

ANNOnymus
34
22.12.2011, 15:36

Wer tot ist kann sich nicht mehr Beschweren , mir ist egal was mit meinem Körper Passiert wenn er definitv tot ist !

pipi pipifax
00
24.12.2011, 16:10

was sie denken, ist allerdings auch wurscht ... und zwar schon zu lebzeiten.

Mathias Steinlaus
 
00
23.12.2011, 14:44
;-)

Sie können sich ja hier verewigen lassen ...

( www.koerperwelten.de )

"Annonymus aus dem OnlineStandard-Forum"

Pannonia Jack
01
23.12.2011, 13:31
So gesehen sind letztwillige Verfügungen sinnlos, weil "eh wurscht".

WRN
04
22.12.2011, 20:39

nach dem Auskochen und 200 Jahren kann man wohl davon ausgehen dass er tot ist... ja ich denke schon

VanDalbus
16
22.12.2011, 20:03

das stimmt vielleicht dass es ihm jetzt egal ist. trotzdem, wenn es sein ausdrücklicher wunsch war, dann ist das auch zu respektieren.
ist eh schon viel zu lange her.

Josef Handt
21
22.12.2011, 19:40

Haben Sie einen Partner/Kinder/Eltern? Gilt das fuer deren Koerper auch?

Josef Handt
00
22.12.2011, 23:58

(Gemeint natuerlich: waere es ihnen auch egal, was mit dem toten koerper ihrer angehoerigen etc passiert? Wenn nicht, warum nicht?)

Loonquawl
11
23.12.2011, 10:33

also mir wärs egal, tot ist tot. muss aber wohl jeder für sich entscheiden.

derger
00
22.12.2011, 18:00

Dann macht es Ihnen sicherlich nichts aus, sollte an Ihrem Körper später hingebungsvolle Nekrophilie praktiziert werden.

WRN
11
22.12.2011, 20:40

wenns irgendwem Spaß macht dürfte er mit meinem Körper auch das tun nach meinem Tod!

Genauso wie von mir aus auch jeder Steak kaufen kann und dieses fic**n wenn ihm danach ist.
Totes Fleisch bleibt totes Fleisch. Dem kann man nicht mehr weh tun!

www.kirchenaustritt.at
01
22.12.2011, 18:16
Ja freilich nicht.

Man ist ja TOT.

derger
00
22.12.2011, 19:15

Das ist alles so schön salopp dahergesagt.

Ich kann mich in meiner Vorstellung nicht so wunderbar rational von meiner eigenen Leiche wegdenken.

WRN
12
22.12.2011, 20:41

glauben Sie mir:

Wenn das aktuell wird dann werden Sie kein Problem mehr damit haben sich Sorgen um ihre Leiche zu machen.

derger
00
22.12.2011, 18:02

Vor dem Beistrich sollte wohl auch so ein Konjunktiv stehen

www.kirchenaustritt.at
00
22.12.2011, 17:41
Bravo!

Eine sehr gescheite und vollkommen richtige Einstellung!

hugolino
 
14
22.12.2011, 16:40

aber dem guten mann war es zu lebzeiten nicht egal, was mit seinem körper passiert, sobald er tot ist. diesen wunsch sollte man respektieren und nicht die wissenschaft vor die wünsche eines menschen schieben.

James E. Webb
00
22.12.2011, 16:00
Zwangsläufig...

es ist uns allen egal, wenn wir definitiv tot sind.
Manchen ist es aber nicht egal solange sie NICHT definitiv tot sind...
Ich unterscheide auch nicht und weiß jetzt, dass es mir dann egal sein wird.
Sollte ich noch nützliche Ersatzteile haben, stelle ich diese gerne zur Verfügung...

Misko
 
311
22.12.2011, 14:59
Also da bin ich mir sicher:

99,9 Prozent der Menschheit würde es nicht auffallen, wenn statt des Originalskeletts ein 1:1 Abguss ausgestellt wird und dieser pietätlose Zustand endlich beendet wird.

Gebt dem armen Kerl seine Würde zurück und erfüllt seinen letzten Wunsch!

x12r13
20
24.12.2011, 13:21
Pietätlos

Bei dem Skelett handelt es sich um seltenes mglw. wissenschaftlich interessantes Material.
Dieses aufgrund einer religiösen Irrlehre ins Meer zu werfen ist dumm. Meine Pietät gilt im Zweifelsfall den Lebenden. Alles andere ist menschenverachtend.

Jessasmarantjosef
00
27.12.2011, 15:06
Religiös ??? Wtf ?

Oder anders herum, warum sollte man Testamente respektieren, wenn es dem Toten doch eh wurscht sein kann, wer sich sein Geld unter den Nagel reißt ? Zählt der Wunsch eines Lebenden nichts mehr, nur weil er inzwischen gestorben ist ?

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